Glaube

Dem Himmel näher kommen in der Sternwarte Sundern

Schon seit 13 Jahren finden an Christi Himmelfahrt besondere Gottesdienste im Radom statt.

Schon seit 13 Jahren finden an Christi Himmelfahrt besondere Gottesdienste im Radom statt.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv

Sundern.   Evangelische Gemeinden Linden und Weitmar-Mark gestalten besonderen Gottesdienst im Radom. Thema:„Ich heb ab – der Astronaut“ nach einem Popsong.

„Ich heb ab – der Astronaut“ lautete das Motto, und es hätte nicht besser passen können zu diesem besonderen Gottesdienst an Christi Himmelfahrt im Radom der Sternwarte. Schon zum 13. Mal gestaltete die evangelische Gemeinde Linden den Himmelfahrtsgottesdienst in Sundern, mit dabei diesmal nicht nur das Institut für Umwelt und Zukunftsforschung, sondern auch die evangelische Gemeinde Weitmar-Mark.

Im Mittelpunkt standen Fragen wie: „Existiert Jesus Christus nun im Himmel, abgehoben von allem Bedrückenden, das auf der Erde geschieht? Wie ist das mit Christi Himmelfahrt gemeint?“ Oder: „Hat Jesus wie ein Astronaut den vollkommenen Überblick über das Raumschiff Erde?“

Auf die Frage nach der Existenz Jesu, dem Sein Gottes, wusste zunächst Instituts-Leiter Thilo Elsner einzugehen. So habe Juri Gagarin, erster Mensch im All, einmal gesagt: „Ich bin in den Weltraum geflogen, aber Gott habe ich dort nicht gesehen.“ Elsner: „Zu Gagarin haben wir eine besondere Verbindung, durften ihn sogar mal empfangen. Später stellte er klar, dass ihm der Satz mehr oder weniger in den Mund gelegt wurde.“ Unter der Leitung von Prof. Heinz Kaminski war die Sternwarte eine der ersten Einrichtungen im westlichen Europa, die im Jahr 1957 die Funksignale von Sputnik 1 empfangen und aufgezeichnet haben. Auch der Flug von Gagarin am 12. April 1961 konnte in Bochum funktechnisch aufgezeichnet werden.

Abseits der Naturwissenschaften rückten dann die theologischen Aspekte in den Fokus. Pfarrer Rolf Schuld und Pfarrerin Heidrun Schmidt-Solty zeigten dazu das Astronaut-Musikvideo von Sido und Andreas Bourani. „Sämtliche Probleme der Welt erscheinen darin in vier Minuten, wobei die Frustration später einer positiven, hoffnungsvollen Grundstimmung weicht. Das entspricht auch dem Stil unserer Gottesdienste im Radom, die immer politisch und kritisch sind, aber stets die Hoffnung nicht aus den Augen verlieren“, betonte Schuld.

In dem Video ist Müll, Terror, Krieg, Flucht und Zerstörung zu sehen. Eindrücke, wie verletzlich der Planet ist. Eine Tatsache, die auch Astronauten aus dem Weltraum immer wieder hervorheben, neben der Schönheit der Erde – im zweiten Teil des Videos ebenso dargestellt. Beim Blick auf die Welt werde „die Zusammengehörigkeit, die Einmaligkeit des Lebens“ deutlich, predigte die Pfarrerin. Das sollte wiederum dazu führen, sich nicht so oft im „Klein-Klein“ des Alltags zu verlieren, sondern das Wesentliche zu begreifen. Schmidt-Solty: „Wie möchte ich sein als Mensch? Für welche Werte trete ich ein?“ Ce. B.

Beten im Botanischen Garten 

Sonne satt, viel Grün, gut 200 Besucher: Der Open-air- Gottesdienst der beiden evangelischen Kirchengemeinden Querenburg und Stiepel an Himmelfahrt im Botanischen Garten der Ruhr-Universität stand unter guten Vorzeichen.

Besonders an dem Gottesdienst war, dass sich die Stiepeler Gemeinde zum ersten Mal daran beteiligte. „Bisher feierten wir Himmelfahrt gemeinsam mit der Gemeinde Weitmar-Mark im Weitmarer Holz“, erklärte Kirchmeister Wolfgang Horneck (Haarbezirk). Als miteinander kooperierende Gemeinden – etwa bei der Verwaltung der Friedhöfe – habe man in diesem Jahr das Miteinander mit Querenburg gesucht, so Horneck weiter.

Pfarrerin Adelheid Neserke (Querenburg) und Pfarrer Jürgen Stasing (Stiepel) gestalteten gemeinsam den Gottesdienst. Der Posaunenchor Stiepel-Dorf spielte zusammen mit dem Bläserkreis Witten-Stockum, dem ehemaligen Bläserkreis der Apostelkirche (Februar 2012 geschlossen und entwidmet, heute von der Ruhr-Universität genutzt). Stasing predigte über die Bedeutung von Himmelfahrt. Neserke übernahm die Liturgie, die Taufe von Baby Mia Sophie und von Konfirmandin Marie-Claire Kluck sowie den Kindergottesdienst während der Predigt.

Die Kirchengemeinde Querenburg feiert den Open-air-Gottesdienst bereits seit 2004. WH

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