Nahverkehr

Bochum: Der neue Fahrplan verwirrt Senioren in Linden

Karin Tenbusch (M.) informiert sich bei Heike Akhannous, Michael Stüing und Hans-Otto Zimmermann (r.) über die anstehende Fahrplanumstellung.

Karin Tenbusch (M.) informiert sich bei Heike Akhannous, Michael Stüing und Hans-Otto Zimmermann (r.) über die anstehende Fahrplanumstellung.

Foto: Dietmar Wäsche / FFS

Bochum-Südwest.  Die Bogestra startet am Sonntag mit dem „Netz 2020“ einen neuen Fahrplan. Im Seniorenbüro Südwest zeigt sich noch großer Beratungsbedarf.

Es ist prompt einer dieser Tage, an dem Karin Tenbusch das Auto nicht zur Verfügung steht, weil es in die Werkstatt soll. Und die Seniorin überlegen muss, wie sie mit Bus und Bahn zum Ziel kommt. Ihr Ziel ist diesmal das Seniorenbüro im Lindener Zentrum an der Hattinger Straße, und der Fall ist alles andere als konstruiert. Aber er wird erst noch schwierig, wenn der Fahrplan am kommenden Wochenende umgestellt wird und die Bogestra ihr „Netz 2020“ auf die Strecke bringt.

Das Seniorenbüro hat eine Sprechstunde zur Orientierungshilfe beim Bogestra-Fahrplan 2020 und den zahlreichen Änderungen eingerichtet. Ehrenamtler Michael Stüing bekommt Verstärkung von Heike Akhannous und Hans-Otto Zimmermann. Die sind mit vier weiteren Mitarbeitern der GAFÖG, einer Gesellschaft für Erwachsenenbildung, im Auftrag der Bogestra im Fahrgast-Begleitservice unterwegs. „Die Änderungen sind schwer fassbar“, sind die drei sich schon einig, „am besten sollte man jedenfalls ein Smartphone bei sich haben.“

Der neue Fahrplan ist schon vergriffen

Denn die erste Frage bei den Ratsuchenden ist immer: „Krieg ich hier den neuen Fahrplan?“. Der ist aber schon vergriffen, und in den Kundencentern, weiß Heike Akhannous, hat es ihn ohnehin erst seit Anfang des Monats gegeben. „Ganz schön kurzfristig“, meint sie stirnrunzelnd, denn selbst im Internet ist die Fahrplan-Information sehr umfangreich. Ziemlich sicher sind sich die GAFÖG-Mitarbeiter bei den Straßenbahn-Verbindungen, da gibt es Änderungen bei den Nummern wie 316 statt 306, die Strecken bleiben zwangsläufig gleich. Nicht aber die Anschlüsse, denn der Takt ist zum Teil von zehn auf 15 Minuten verschoben.

Bogestra setzt auf Rückmeldungen der Fahrgäste

Karin Tenbusch, die heute ihr Auto in der Werkstatt hat, kann jedenfalls „um 51 und 21“ vom Pumpwerk in Dahlhausen „unten im Loch“ nach Linden „zum Helios“ fahren. Sie erfährt staunend, was der GAFÖG-Service „nur für ein Dankeschön“ bietet.

Sie nämlich nach Anmeldung von zu Hause abzuholen, um sie mit Bus und Bahn auf der gewünschten Verbindung zum Arzt oder zur Bank zu begleiten, sogar bis in eine andere Stadt. „Herne, Gelsenkirchen, Hattingen, Witten“, zählen Zimmermann und Akhannous auf.

Vom Pumpwerk rauf nach Linden-Mitte

„Oder nur zwei Minuten Fußweg und den Anschluss mit der 308“, hat die Service-Mitarbeiterin noch im Internet gefunden. „Ach ja, die fährt ja alle Viertelstunde“, meint die 79-jährige Kundin. Die ersten Anmerkungen kommen heute Morgen schon zusammen, und Hans-Otto Zimmermann betont deshalb: „Die Bogestra braucht die Rückmeldungen der Kunden.“

Hier finden Sie Berichte zum Fahrplanwechsel in einzelnen Städten an Rhein und Ruhr:

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