Dahl’sen total

Bei „Dahl’sen total“ in Dahlhausen feiert der ganze Ort

Musikalischer Umzug des Modernen Fanfarenzuges Ruhrlandbühne Bochum zum Festgelände an der Ruhrmühle.

Musikalischer Umzug des Modernen Fanfarenzuges Ruhrlandbühne Bochum zum Festgelände an der Ruhrmühle.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Bochum-Dahlhausen.  Drei Tage wird in Dahlhausen „Dahl’sen total“ gefeiert. Die Musik und drei Jubiläum stehen im Vordergrund. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

Wir machen Party im Stadtteil: Drei Tage lang wird am Wochenende bei der 19. Ausgabe von „Dahl’sen Total“ gefeiert. Der „Moderne Fanfarenzug Ruhrlandbühne Bochum 1959“ hat wieder zum musikalischen Bürgerfest eingeladen, das inzwischen seit zehn Jahren vor dem heutigen Vereinsheim der Ruhrlandbühne Bochum (RLB) stattfindet. Zahlreiche junge und ältere Bürger kommen und gehen gerne mit.

Bei der Ruhrland-Bühne werden auch drei Jubiläen gefeiert

Das Programm von „Dahl’sen total“ ist vielfältig. Eine Party mit den Sängern der RLB stimmt am Freitag auf das Fest ein. 33 Schüler der Köllerholz-Grundschule bieten am Samstag Tanz, Einradfahren und Akrobatik. 22 Musikzüge setzen ein breitgefächertes Programm darauf. Dessen Höhepunkt ist ein sechsstündiges Musikfest am Sonntag, an dem 15 Gastgruppen teilnehmen. Hinzu kommen der RLB-Fanfarenzug selbst sowie der Seemannschor „Knurrhähne“. Beide verbindet etwas Besonderes: Nur sie sind seit den Anfängen in 1999 dabei.

Sogar Gäste aus Bremerhaven

Die weiteste Anreise zu „Dahl’sen Total“ hat der Musikzug Burgdorf-Ovelgönne aus Bremerhaven. Er tritt deshalb ebenso wie der Fanfarenzug drei Mal auf – die weiter Fahrt soll sich ja lohnen. Die vielen Auftritte der RLB hängen nicht nur mit der Rolle als Gastgeber zusammen. Zum einer besteht der Verein Ruhrlandbühne seit 70 Jahren. Zudem begeht der Fanfarenzug zusammen mit dem Ruhrlandballett ihr 60-jährige Bestehen. Darbietungen der beiden Gruppen sind deshalb ein Muss.

Umzug zum offiziellen Festauftakt

Dementsprechend ziehen auch beide Formationen beim offiziellen Festauftakt am Samstag gemeinsam auf dem Vereinsgelände an der Ruhrmühle in Dahlhausen ein. Während die 23 Aktiven des Fanfarenzuges einen Streifzug durch ihr Programm von Märschen bis Popmusik unternehmen, tanzt das zehnköpfige Mädchen-Ballett dazu. Die Kindertanzgruppe und die Tanzgarde folgen kurz darauf.

Der Bezirksbürgermeister Südwest Marc Gräf (SPD) eröffnet. „Die RLB steht für Zusammenhalt hier im Stadtteil und das sie die Bürger in Feierlaune bringen können“, betont er. Nachdenklich macht ihn jedoch, dass der Fanfarenzug „Dahl’sen Total“ inzwischen allein organisiert. „Es wäre schön, wenn sich andere Vereine – so wie in den Anfängen – wieder daran beteiligten“, so Gräf.

Auch die Big-Band-Musik begeistert

NRW-Landtagsvizepräsidentin Carina Gödecke (SPD) holt in ihrem Grußwort weiter aus. „Vereine wie die Ruhrlandbühne sind Garanten für den demokratischen gesellschaftlichen Zusammenhalt“, erklärt sie anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Bundesrepublik in diesem Jahr sowie des 100. Jubiläums der demokratischen Gesellschaft in Deutschland überhaupt.

Weiter geht es dann – wie soll es auch anders sein? – mit Musik. Die Zuhörer sind begeistert. „Toller Auftritt. Die machen richtig Stimmung“, meint Peter Grothausmann zur Big-Band-Musik des Ruhr-Sound Orchesters Essen. Lio (8) sieht das auch so. „Cool“, sagt sie, weil sie bei der Bigband ein paar Töne mitblasen darf. Möglich macht das Hornbläser Holger Dücker.

Manfred Pasch freut sich über den Auftritt des Attendorner Fanfarenzuges in klassischer Landsknechtuniform. „Die RLB ist nur ein Spielmannszug, da sie keine richtigen Fanfaren mehr nutzt“, so der 77-Jährige kritisch weiter. Hintergrund: Der RLB-Fanfarenzug nutzt inzwischen moderne Blasinstrumente und kaum noch die klassischen Fanfaren. In den 60er Jahren spielte Pasch selbst Fanfare beim RLB. Die Verbundenheit blieb bis heute. „Jedes Jahr komme ich gerne.“

Junggesellenabschied vom Floß aufs Festland verlagert

Auch zehn Bielefelder sind bei den Feierlichkeiten mittendrin. Sie feiern Junggesellenabschiedsparty und landeten mit ihrem Grill-Floß am Festgelände an. Eigentliches Ziel: die S-Bahn. Stattdessen geht es von der Ruhr aufs Festland – und ihre Party bei der Ruhrlandbühne zwischenzeitlich mit Polonaise weiter. Dann nimmt man eben eine Bahn später . . .

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben