Prinz-Regent-Theater

Suche nach einer neuen Theaterleitung läuft

Romy Schmidt im Kreis ihrer Mitarbeiter und Schauspielerim Prinz-Regent-Theater.

Romy Schmidt im Kreis ihrer Mitarbeiter und Schauspielerim Prinz-Regent-Theater.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Der Bochumer Kulturstammtisch veröffentlicht eine Solidaritätsadresse zu Gunsten von Romy Schmidt. Suche nach der neuen Theaterleitung läuft.

„Machen wir uns auf den Weg, unsere Mauern einzureißen, weiter zu kommen mit dem Risiko, grandios zu scheitern! Und dann?“ – Dieses Statement stellt Romy Schmidt ihrer neuen Inszenierung voran. Er bezieht sich auf die „Sisyphos!“-Premiere am Samstag (ausverkauft), aber er passt auch auf die aktuelle Lage am Prinz-Regent-Theater. Denn der Streit um Schmidts Abschied geht immer weiter. Nun hat sich auch die Freie Szene zu Wort gemeldet. Die Kulturschaffenden ergreifen nicht ausdrücklich Partei, aber dass sie nicht auf Seiten des PRT-Trägervereins stehen, wird deutlich.

„Kabale ohne Liebe“, frei nach Schiller

„Kabale ohne Liebe“ ist, frei nach Schiller, der Offene Brief des „Bochumer Kulturstammtisches“ betitelt, der gestern veröffentlicht wurde. Adressat ist der Theaterverein Prinz-Regent, namentlich dessen Doppelspitze Hans Hanke und Susanne Muthig-Beilmann. Wie berichtet, hatte der Trägerverein Schmidt eine einjährige Fortsetzung ihres im Sommer endenden Vertrags angeboten, was Schmidt zurückwies. Sie strebt eine Drei-Jahres-Verpflichtung an.

Dazu der Kulturstammtisch: „Als Freie Szene halten wir diese Entwicklung für ein Debakel, das seine Kreise über Bochum hinausziehen wird und freie Kulturarbeit grundsätzlich in Frage stellt.“

Provokative Fragen

Gefragt wird, was die Gründe dafür seien, Schmidt und ihrem Team „keine Perspektive“ zu bieten. Thematisiert wird auch die Mediation von Ex-Staatssekretär Landmann, der den Zwist zwischen Theaterleiterin und Trägerverein eigentlich entschärfen sollte. „Wieso endet die Vermittlungsarbeit in der nun behaupteten Respektlosigkeit und Rufschädigung? Gibt es im neunköpfigen Trägerverein Mitglieder, die persönliche Animositäten oder Ambitionen höher hängen als ein Interesse an einer von so vielen Seiten geschätzten Theaterarbeit?“, wird provokativ gefragt. Mit dem Brandbrief der „Freien“ gerät der Trägerverein erneut in die Kritik, nachdem sich in der letzten Woche auch Kulturpolitiker von CDU und Linken geäußert hatten.

Neue Spielzeit muss vorbereitet werden

Die drängendste Frage aber lautet: Wer soll Schmidts Nachfolger/in werden? Die Entscheidung pressiert, bis zum Spielzeitstart im Herbst ist nicht mehr viel Zeit, und der/die Neue müsste die komplette kommende Saison ja noch personell und inhaltlich vorbereiten. Die Intendanz ist bereits u.a. beim Deutschen Bühnenverein ausgeschrieben, auch in Bochum werden offenbar Gespräche geführt.

Um Druck aus dem Kessel zu nehmen, ist darüber hinaus eine öffentliche Gesprächsrunde über die Zukunft des PRT geplant. Sie soll auf Einladung des Trägervereins wahrscheinlich noch im März stattfinden.

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