Landgericht

Kinder sexuell über Instagram erpresst: Student (26) gesteht

Der Student aus Bochum gab zu, über Netzwerke wie Instagram Kontakt zu fünf Mädchen aufgenommen und sie dann teilweise sexuell erpresst zu haben. (Symbolbild)

Der Student aus Bochum gab zu, über Netzwerke wie Instagram Kontakt zu fünf Mädchen aufgenommen und sie dann teilweise sexuell erpresst zu haben. (Symbolbild)

Foto: Yui Mok / dpa

Bochum.  Ein Student aus Bochum hat am Landgericht gestanden, Kinder über Instagram sexuell erpresst zu haben. Auch einen schweren Missbrauch gab er zu.

So ein lückenloses Geständnis ohne Wenn und Aber hören die Richter selten. Ein 26-jähriger Student aus Bochum hat am Montag vor dem Landgericht eingeräumt, 2018 und 2019 über soziale Netzwerke wie Instagram Kontakt zu fünf Mädchen aufgenommen und sie dann teilweise sexuell erpresst zu haben.

Darüber hinaus gab er zu, eines der Mädchen sexuell äußerst schwer missbraucht zu haben. Außerdem gestand er das Herunterladen im Internet von Tausenden Fotos und Videos mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten.

Verteidigerin in Bochum: „Er wird sich bemühen, die Haftzeit sinnvoll zu nutzen“

Der 26-Jährige sitzt seit dem vorigen Mai in U-Haft und weiß, dass er wohl auch zu einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt wird. „Er wird sich bemühen, die Haftzeit sinnvoll zu nutzen“, sagte seine Verteidigerin. Bis zu seiner Inhaftierung lebte er in einem festen Familienverbund und war beruflich relativ zielstrebig. Seit 2017 hat er auch eine Freundin. Als im Prozess darauf die Sprache kam, brach er in Tränen aus. Schon am Freitag bei der Anklageverlesung saß er völlig zusammengekrümmt auf seinem Stuhl und vergrub sein komplettes Gesicht in den Händen.

Seinem Geständnis zufolge suchte sich die zur Tatzeit zwischen neun und 13 Jahre alten Kinder auf Instagram „nach dem Aussehen, nach dem Gesicht“ aus, wie er am Montag sagte. Er gab sich teilweise als Mädchen aus und brachte seine Opfer dazu, ihm Nacktfotos zu senden. Doch er wollte immer mehr, so dass er drohte, die bereits erhaltenen zu veröffentlichen. Teilweise bekam er dann weitere Bilder.

„Ihm war klar, dass das nicht freiwillig war“

Mit einem der Mädchen traf er sich laut Anklage auf einem Parkplatz in Dortmund. Aus Angst soll das Kind dann massive sexuelle Handlungen mit ihm durchgeführt haben. „Ihm war klar, dass das nicht freiwillig war“, sagte die Anwältin. „Er hat sie immer wieder aufgefordert, weiterzumachen.“ Das Ganze filmte er mit seinem Handy. Darauf soll zu hören sein, wie er sie unter Druck setzte. „Ich werde gleich sauer“, habe er gesagt, als das Mädchen einmal nicht genau das tat, wie er sich das wünschte.

Angeklagter machte trotz Polizeieinsatzes einfach weiter mit Kinderpornografie

Im Mai 2019 hatte die Polizei nach Recherchen des Bundeskriminalamtes (BKA) im Internet seine Wohnung in Querenburg durchsucht. Dabei wurden massenhaft Dateien mit Kinderpornografie entdeckt. Im März 2020 stand die Polizei erneut vor der Tür. Auch diesmal entdeckte sie Bilder und Videos, auf denen der schwere Missbrauch von Kindern abgebildet wird. Teilweise waren die Dateien auf seinem Handy besonders gesichert.

Warum er denn trotz des früheren Polizeieinsatzes weitergemacht habe, fragte das Gericht. Antwort der Verteidigerin: „Man kann es nicht erklären.“

Der Prozess wird fortgesetzt.

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