Verwaltung

Streit um Absage des Seniorenkarnevals im Ruhrcongress

Der Seniorenkarneval im Ruhrcongress (hier im vergangenen Februar) steht auf der Kippe. Die Sozialverwaltung will die Traditionsveranstaltung absagen. Bürgermeisterin Gaby Schäfer wehrt sich gegen diese „Eigenmächtigkeit“.

Foto: Ingo Otto

Der Seniorenkarneval im Ruhrcongress (hier im vergangenen Februar) steht auf der Kippe. Die Sozialverwaltung will die Traditionsveranstaltung absagen. Bürgermeisterin Gaby Schäfer wehrt sich gegen diese „Eigenmächtigkeit“. Foto: Ingo Otto

Bochum.   Um den Seniorenkarneval im Ruhrcongress ist ein heftiger Streit entbrannt. Bochums Bürgermeisterin Gaby Schäfer wehrt sich gegen eine Absage.

Frohsinn soll der Seniorenkarneval im Ruhrcongress entfachen. Doch um eine Neuauflage 2018 ist ein heftiger Streit im Rathaus entbrannt. Als „nicht hinnehmbare Eigenmächtigkeit“ kritisiert Bürgermeisterin Gaby Schäfer (SPD) Pläne der Sozialverwaltung, das Fest im kommenden Jahr zu streichen.

Die Seniorennachmittage der Stadt verlieren an Beliebtheit – nicht erst, seit die Bochumer Veranstaltungs-GmbH (BOVG) 2016 als Nachfolgerin des personell überlasteten Sozialamts die Feiern organisiert. „Wir brauchen eine Neuausrichtung. Nichts ist schlechter als Veranstaltungsformate, die nicht mehr besucht werden“, sagt Sozialdezernentin Britta Anger (Grüne).

Zuspruch verloren

Vor zwei Wochen kam es zu einem Gespräch zwischen Sozialverwaltung und BOVG. Thema: die Zukunft der Seniorennachmittage. „Dabei wurden Zahlen vorgelegt, die dokumentieren, dass insbesondere der Seniorenkarneval im Ruhrcongress massiv an Zuspruch verliert“, so Anger. Bis zu 1600 Senioren hätten sich früher beim Programm des Festausschusses Bochumer Karneval vergnügt. Zuletzt, im Februar, waren es noch gut 300. „Wir müssen die Nachmittage modernisieren. Beim Karneval geht es dabei klar in Richtung Absage“, so Anger auf Anfrage der WAZ.

Davon wussten zwei maßgebliche Protagonisten bis Donnerstag nichts. „Weil wir bisher nichts gehört hatten, haben wir bei der BOVG nachgefragt, wann die Feier 2018 stattfindet. Unsere Vereine müssen sich ja darauf vorbereiten“, schildert Festausschuss-Vorsitzender Bernd Lohof. Die Antwortmail habe ihn und seine Mitstreiter „schwer verwundert“: „Uns wurde mitgeteilt, dass es 2018 keinen Seniorenkarneval gibt. Eine Begründung wurde nicht genannt. Für unsere Aktiven ist das ein Rückschlag. Am meisten betrübt es mich aber für die Senioren.“

„Ich bin in höchstem Maße verärgert“, grollt auch Bürgermeisterin Gaby Schäfer, die sich in den letzten Jahren vehement für den Erhalt der Seniorennachmittage eingesetzt hat. Zwar sei es richtig und wichtig, über eine Neuausrichtung der Feste zu sprechen und – wie im Sommer mit Erfolg an der Jahrhunderthalle – auch neue Veranstaltungsorte zu testen. „Eine so bekannte und nach wie vor beliebte Veranstaltung wie den Seniorenkarneval aber einfach per Verwaltungsentscheid abzusagen, ohne die Politik auch nur zu fragen, geschweige denn zu beteiligen, ist eine Geringschätzung, die wir uns nicht gefallen lassen. Darüber wird intensiv zu reden sein“, so Gaby Schäfer zur WAZ.

Gespräche mit der BOVG

Die SPD-Ratsfrau hat bereits am Freitag den Kampf aufgenommen. Mit erstem Erfolg, wie sie am Nachmittag verkündete. Die BOVG habe ihre Bereitschaft signalisiert, „entgegen der Anger-Direktive 2018 am Seniorenkarneval festzuhalten: sowohl im Ruhrcongress als auch in Wattenscheid“. Die Karnevalisten seien informiert. Am Montag solle es weitere Gespräche geben.

Sorge, dass die Seniorennachmittage komplett auf den Prüfstand gestellt werden, muss Schäfer wohl nicht haben. „Grundsätzlich wollen wir die Nachmittage beibehalten“, bekräftigt Sozialdezernentin Anger.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik