Ruhrtalradweg

Stiepeler Initiative kämpft weiter um den Ruhrauen-Fußweg

Claus-Jürgen Giwer (links) und Hans-Jürgen Klingelhöfer vom Stiepeler Verein für Heimatforschung wollen den bestehenden Teil der Ruhrtalradweges zwischen Alter Fähre und Brockhauser Straße erhalten.

Claus-Jürgen Giwer (links) und Hans-Jürgen Klingelhöfer vom Stiepeler Verein für Heimatforschung wollen den bestehenden Teil der Ruhrtalradweges zwischen Alter Fähre und Brockhauser Straße erhalten.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Stiepel.  Ein Teil des Ruhrauen-Fußweges in Stiepel soll verschwinden. Dagegen setzen sich Bürger weiter zur Wehr – und erhalten unverhofft Unterstützung.

Sie geben nicht auf. Allen Widerständen zum Trotz kämpfen Stiepeler Bürger weiter um den Erhalt des (noch) bestehenden Teils des Ruhtalradweges zwischen Alter Fähre und Brockhauser Straße. Diese vor allem bei vielen Fußgängern beliebte Strecke soll zurückgebaut werden, weil der Ruhrtalradweg eine neue Streckenführung erhält.

Protestler erhalten plötzlich Unterstützung

Bislang schien der Kampf der eigens dafür gegründeten Bürgerinitiative „Pro Erhalt des Ruhrauen-Fußweges“ aussichtslos. Vor der Sommerpause wurde ein Antrag von CDU und „FDP & Friends“ im Sinne der Bürgerinitiative durch Gegenstimmen der rot-grünen Koalition abgelehnt. Doch jetzt scheint sich das Blatt vielleicht zu wenden, die Stiepeler Protestler erhalten unverhofft Unterstützung.

Nach einer Begehung vor Ort mit Mitgliedern der Bürgerinitiative halten nun einzelne Mitglieder der SPD zumindest den unteren Teil des Ruhrteilradweges rund um die Alte Fähre als Fußweg für erhaltenswert. Dies teilt Bezirksvertreterin Jana Schlüter (SPD Stiepel) auf WAZ-Anfrage mit. Der Rundweg rund um die Gastronomie soll demnach weiterhin Bestand haben. Um den „extremen Knotenpunkt“ – das Nadelöhr „An der alten Fähre“ – zu entschärfen und um den Bürgern einen beliebten Spazierweg zu erhalten.

Kritik an Informationsfluss

Jana Schlüter und auch Ratsfrau Maria-Christina Hagemeister kritisieren, dass der lokalen Politik die Planungen vom RVR nie transparent vorgestellt worden seien. Schlüter: „Wir haben bis heute keine endgültige Präsentation erhalten. Bekommen haben wir nur Informationen, die uns der RVR geben wollte.“

Sorge: Drei Radwege auf engstem Raum

Bisher hatte der RVR die Vorschläge der Bürgerinitiative stets abgelehnt. Die besagte Verbindung zu erhalten sei „planerisch nicht machbar“, hatte Heinrich Jolk vom RVR auf WAZ-Anfrage im Juni mitgeteilt. „Denn dann hätten wir drei Wege auf engstem Raum nebeneinander: den neuen und den alten Ruhrtalradweg sowie den Leinpfad. Wir haben Sorge, dass der alte Teil dann weiterhin von Radfahrern und Inlinern genutzt wird. Dadurch würde das Naturschutzgebiet von zwei Seiten belästigt.“ Fehlenden Informationsfluss hatte Jolk auch damals nicht gesehen: „Bei jeder Gelegenheit wurde der Sachstand dokumentiert.“

Bauarbeiten sollen im Oktober starten

Michael Grothe, Leiter der Abteilung Naturschutz/Landschafts- und Grünplanung im Grünflächen- und Umweltamt, machte in der letzten Bezirksvertretungssitzung vor der Sommerpause auf einen gewissen Zeitdruck aufmerksam. Immerhin soll die Umlegung des Ruhrtalradweges schon im Oktober beginnen. Und um eine Förderung durchs Land zu bekommen, müsse man sich an den Zeitplan halten.

Jana Schlüter indes hält es nicht für „zu spät, es zumindest zu versuchen“. So sieht es auch die Bürgerinitiative. Bis heute wurden 550 Unterschriften von Bürgern gesammelt, die einen Teil der alten Strecke als Fußweg erhalten möchten. Und es sollen noch mehr werden. Am Freitag (6.) und Samstag (7.), jeweils von 10 bis 14 stehen Mitglieder der Bürgerinitiative vorm Rewe in Stiepel-Frische, Kemnader Straße 304, und hoffen auf weitere Unterschriften.

SPD ist beim Thema uneins

Pikant: Innerhalb der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Süd steht Jana Schlüter mit ihrer Position offenbar allein auf weiter Flur. „Der Rest von uns ist anderer Meinung und steht zu dem Beschluss, den Antrag von CDU und ,FDP & Friends’ abgelehnt zu haben“, sagt Bezirksbürgermeister Helmut Breitkopf. Er selbst halte die aktuelle Lösung des RVR vernünftig.

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