Jüdische Gemeinde

Start der Arbeiten für neuen jüdischen Friedhof in Bochum

Die Vorarbeiten für den neuen jüdischen Friedhof haben bereits begonnen.

Die Vorarbeiten für den neuen jüdischen Friedhof haben bereits begonnen.

Foto: Bastian Haumann

Bochum.   Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Grigory Rabinovich hat zusätzliche Aufgaben. Er will Anstöße für Zusammenarbeit im Landesverband geben.

Der neu zum stellvertretenden Vorsitzenden im Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen Lippe gewählte Grigory Rabinovich (63) freut sich auf seine zusätzlichen Aufgaben. Dabei ist Rabinovich, der im weltlichen Leben als Bauingenieur arbeitet, zwei erwachsene Kinder und drei Enkelkinder hat und seit vielen Jahren Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Bochum, Herne, Hattingen ist, eigentlich auch ohne diesen neuen Job ganz gut beschäftigt.

„Aber ich freue mich wirklich auf diese neue Aufgabe“, versichert er, denn er hat schon viele Ideen, was er auf Landesebene anpacken möchte.“ Zehn Jüdische Gemeinden aus Westfalen-Lippe haben sich zu diesem Landesverband zusammengeschlossen.

Zehn Gemeinden mit ganz unterschiedlicher Struktur und Größe werden dort repräsentiert. Insgesamt sind mehr als 6000 Menschen jüdischen Glaubens dort Mitglied. Doch zunächst zur Lage der Gemeinde in Bochum. Die Arbeiten für die Erweiterung des Jugendzentrums im Gemeindezentrum sind noch nicht abgeschlossen, da beginnt an einer anderen Stelle an der Stadt schon ein neues Projekt.

Wie bereits berichtet reicht der Platz auf dem alten jüdischen Friedhof an der Wasserstraße nicht mehr aus. Schon in Kürze können hier keine Bestattungen mehr stattfinden.

Platz wird dringend benötigt

Aufgrund des ewigen Liegegebots eines verstorbenen Menschen jüdischen Glaubens suchte die Gemeinde bereits seit einiger Zeit eine neue Begräbnisstätte. Die hat sie auf dem östlichen Erweiterungsfeld des Zentralfriedhofs Freigrafendamm gefunden. Im Dreieck Feldmark/ Havkenscheider Straße ist jetzt damit begonnen worden, einen neuen Friedhof für die Jüdische Gemeinde einzurichten. „Dieser sollte für rund 100 Jahre ausreichend Platz bieten“, so Rabinovich.

Bei seinem zusätzlichen Wirkungsfeld im Landesverband sieht er die Notwendigkeit, die bestehenden Kontakte der Gemeinden untereinander auszubauen. Dabei gehe es vor allem darum, kleine Gemeinden, wie etwa Paderborn mit nur rund 70 Gemeindemitglieder zu stützen. „Wir wollen dort wieder blühendes jüdisches Leben sehen“, wünscht sich Rabinovich. Häufig gebe es aber keine Synagoge, höchstens einen kleinen Gebetsraum. Dort befänden sich die Gemeinde oft in schwierigen Situationen. Umso mehr freue er sich, was etwa in Bochum geleistet worden sei.

Was er sich darüber hinaus wünscht, ist ein gemeinsames mediales Projekt in Westfalen-Lippe. Er sieht sowohl die Chance für ein digitales Medium als auch eine regelmäßig erscheinende gedruckte jüdische Zeitschrift.

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