Tiere

Stadtverwaltung erteilt Taubenhäusern eine klare Absage

Eva-Maria Servatius, Vorstand des Vereins "Stadttauben Bochum" (rechts im Bild), und Vereinsmitglied Sandra Beneke.

Eva-Maria Servatius, Vorstand des Vereins "Stadttauben Bochum" (rechts im Bild), und Vereinsmitglied Sandra Beneke.

Foto: Sabine Hahnefeld

Bochum.  Die Stadt wird keine Taubenhäuser fördern. Damit könne die Population der Tiere nicht vermindert werden. Ein Tauben-Verein sieht das aber anders.

In Bochum und Wattenscheid wird es zumindest vorerst wohl keine neuen Taubenhäuser geben, um die Population der Tiere zu verringern. Jedenfalls hat die Stadt solchen Objekten eine klare Absage erteilt.

Der Bochumer Verein „Stadttauben“ wünscht sich vier bis sechs Taubenhäuser in der Stadt: Bretterverschläge, Container und andere Behausungen, die den Tieren ein sicheres Zuhause bieten könnten. „Man würde die Eier kontrolliert gegen Gipsattrappen tauschen, sie hier füttern und den Kot beseitigen.“ So können die unkontrollierte Vermehrung beeinflusst werden. Geschätzt gibt es in Bochum ca. 3000 Tauben.

Stadt verweist auf Fütterungsverbot

Die Stadt hält aber nichts von Taubenhäusern und beruft sich auf ein Gutachten der „Biologischen Station östliches Ruhrgebiet“. Darin heißt es, dass die Anwendung von Taubenhäusern „zur Bestandsverminderung der Stadttauben nicht empfohlen“ werde. „Die Methode sei in zahlreichen Städten bisher den Nachweis schuldig geblieben, dass sie zur Problemlösung beitragen kann“, teilte eine Stadtsprecherin auf WAZ-Anfrage mit. „Die weite Verbreitung, die die Taubenschlag-Methode in den vergangenen Jahren gefunden hat, beruhe nicht auf einer Erfolgsbilanz.“ Die Stadt verweist stattdessen auf ihr Fütterungsverbot, mit dem man die Stadttauben bekämpfen und im Bestand reduzieren wolle. Ein Verstoß gegen das Verbot kostet 55 Euro Verwarnungsgeld, so die Stadt.

Verein will nicht aufgeben

Der Verein „Stadttauben“ gibt aber nicht auf. „Wir bleiben dran, auch wenn es schwer fällt, immer neue Steine aus dem Weg zu räumen und als kleiner Verein allein dazustehen mit der Populationskontrolle.“ Der Verein tausche weiter in Parkhäusern und an anderen Tauben-Treffs Eier. „Wäre schön, wenn dieser Eiertausch einfacher wäre, in dem die Tauben in Taubenhäusern leben und wir einfach die Brutfächer kontrollieren müssten, statt mit Leitern an Fassaden rumzukraxeln.“ Im Juni starte ein neues Bauwagenprojekt an der Uni. Seit 2017 hat der Verein mehr als 1000 Eier getauscht.

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