Förderung

Stadtteilwettbewerb zeichnet ambitionierte Projekte aus

Ein schöner Treffpunkt mitten in Gerthe ist „Kaffee anne Bude“: Geena Dworak und Astrid Richter kümmern sich um das Wohl ihrer Gäste, die die lockeren Plaudereien am Marktgarten zu schätzen wissen.

Foto: Wicho Herrmann

Ein schöner Treffpunkt mitten in Gerthe ist „Kaffee anne Bude“: Geena Dworak und Astrid Richter kümmern sich um das Wohl ihrer Gäste, die die lockeren Plaudereien am Marktgarten zu schätzen wissen. Foto: Wicho Herrmann

Bochum.  BO-Marketing fördert seit 2006 Initiativen in den Stadtteilen. Neue Bewerbungen können noch bis zum 6. November eingereicht werden.

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Bereits zum zehnten Mal schreibt Bochum Marketing den Stadtteilwettbewerb aus. Damit sollen Projekte, die das Leben in den Stadtteilen ordentlich in Schwung bringen, gefördert werden. 15 000 Euro stehen dafür zur Verfügung.

Im Vorjahr gab es im Bochumer Norden einige Projekte, die davon profitierten. So zum Beispiel das Graffiti-Festival „Wright - Urban Art Festival“, das noch bis heute (27.) stattfindet, mit 2700 Euro. Fünf Wände in Bochum werden im Rahmen dieses Festivals neu gestaltet. Ein weiterer Höhepunkt der Festivität ist der Transurban-Container vor dem Schauspielhaus, in dem Interessierte mit den Künstlern ins Gespräch kommen können.

Schwätzchen beim Brötchen

Zum Selbstläufer hat sich „Kaffee anne Bude“ am Gerther Marktgarten entwickelt. Beim Samstagsmarkt schenken die Jugendlichen Geena Dworak und Astrid Richter im ehemaligen Kiosk Kaffee aus, verteilen Brötchen und Kuchen. Vor allem als Treffpunkt wird die neue Initiative von den Gerthern geschätzt. „Ich treffe nette Leute und es entstehen viele schöne Gespräche“, so erzählt Stammgast Margret Christmann. Bochum Marketing fördert das Projekt mit 2420 Euro.

Ebenfalls in Gerthe konnte sich das Seniorenbüro Nord/Quartiertreff 55+ über einen Preis freuen. Hier sollte ursprünglich eine „Bibliothek der Dinge“ entstehen. Menschen hätten sich Alltagsgegenstände wie Bohrer oder Campingkocher ausleihen können. Doch zur Realisierung kam es bislang nicht – aus Mangel an Personal.

Dorte Huneke-Nollmann, Initiatorin der Flüchtlingszeitung „Neu in Deutschland“, bewarb sich im Westend erfolgreich um die Förderung einer Sonderausgabe. Darin sollen nur weibliche Flüchtlinge zu Wort kommen. Der Hintergrund: „Am Anfang hatten wir nur wenige Frauen in unserer Redaktion“, erinnert sie sich. Mit dem Sonderheft soll ihnen ein Sprachrohr gegeben werden. Die Sonderausgabe soll bis Ende des Jahres fertig sein – und wird von BO-Marketing mit 2000 Euro gefördert.

Image-Film über Langendreer

Der Verein „Langendreer hat’s!“ konnte sich bereits in den letzten Jahren über öffentliche Förderungen freuen: So stellte die Initiative dank des Wettbewerbs zwei Bücherschränke in Langendreer auf und brachte Beschilderungen an historischen Häusern an.

Jetzt plant „Langendreer hat’s“ die Realisierung eines Kurzfilms, der das vielfältige Leben im Stadtteil näher beleuchtet. Mit 1250 Euro fördert BO-Marketing dieses Projekt, das jetzt in die letzte Phase geht. Und die Förderung werde auch voll ausgeschöpft, so der Vorsitzende Karsten Höser.

Am 30. Oktober wird der Vorstand zum ersten Mal den Rohschnitt des Videos zu sehen bekommen. „Ich bin sehr gespannt und freue mich drauf“, sagt Höser. Im Anschluss an die Präsentation sollen noch letzte Änderungen an dem Film vorgenommen werden, dann steht er in finaler Form. Auf dem Weihnachtsmarkt in Langendreer soll der Image-Film erstmals gezeigt werden. Das genaue Datum wird noch bekannt gegeben.

Ambitionierte Hobbyfilmer

„Wir haben uns bei dem Film an den sieben Sternen entlang gehangelt“, sagt Höser. Diese sieben Punkte wurden vor einiger Zeit für den Stadtteil erstellt und beinhalten Themen wie Menschen, Gesundheit, Feste und Veranstaltungen. Das Besondere: Der Film wird nicht etwa von einem ortsfremden Kamerateam gedreht, sondern von den Bürgern selbst.

Mit Olaf Gellisch und Matthias Dümmerling haben sich zwei ambitionierte Hobbyfilmer gefunden, die die Leitung übernommen haben. Sogar die passende Musik kommt aus dem Stadtteil. „Insgesamt waren sicher ein Dutzend Langendreerer daran beteiligt“, freut sich der Vorsitzende über die gemeinschaftliche Arbeit. Das Werk soll etwa eine Länge von 10 bis 15 Minuten haben. „Vielleicht gibt es auch noch einen Director’s Cut“, lässt Höser hoffen.

Preiswürdig: Straßenfest an der Borgholzstraße

Im Bochumer Süden wurden im letzten Jahr zwei Projekte ausgezeichnet. Zum einen hatte sich die Anwohnergemeinschaft der Borgholzstraße um eine Förderung von 920 Euro beworben. Damit veranstalteten sie im Juli das „Borgholzstraßenfest 2017“. Bereits zwei Jahre zuvor hatte sich die Gemeinschaft erfolgreich um einen Zuschuss für ihr Straßenfest beworben. „Damals hatte das Fest zur Verstärkung des Netzwerks beigetragen“, erzählt Charlotte Kreckel von Bochum Marketing.

Deswegen habe man sich entschieden, das Projekt auch in diesem Jahr zu fördern. Am 8. Juli begann die Feier mit einem Flohmarkt. „Anschließend haben sich Bewohner und Besucher zusammengesetzt“, so Kreckel. Im gemeinsamen Gespräch sei es um die Stärkung der Gemeinschaft gegangen und darum, wie man sich in dem Viertel wohler fühlen könne.

„Nestbau“ in Linden findet großen Anklang

Das Projekt „Nestbau“ der Werbegemeinschaft Linden fand ebenfalls großen Anklang bei der Jury. Die Werbegemeinschaft installierte entlang der Hattinger Straße 100 Vogelhäuschen und 20 Insektenhotels.

Die Tierwohnungen sind in mehrfacher Hinsicht für die Straße sinnvoll: Zum einen wird mit ihnen die Einkaufsmeile mit einem klaren Start- und Endpunkt versehen: „Alles gehört nun gestalterisch zu einem gemeinsamen Bild“, weiß Charlotte Kreckel. Zum anderen sei das Projekt auch umweltfreundlich: „Stadtentwicklung mit ökologischem Wert ist in der heutigen Zeit optimal.“

Die Vogelhäuschen wurden von einer Dortmunder Behindertenwerkstatt angefertigt und von Kindern aus dem Stadtteil gestaltet. Dadurch bekommt das Projekt zusätzlich einen sozialen und persönlichen Touch. Die Aktion wurde von BO-Marketing mit 2000 Euro unterstützt.

>>>Hier kann man sich bewerben

  • Bewerben kann sich beim Stadtteilwettbewerb jeder: Privatpersonen, Werbe-, Stadtteil-, Künstler- und Arbeitsgemeinschaften sowie Vereine. Wichtig ist, dass ein 50-prozentiger Eigenanteil an den veranschlagten Projektkosten nachgewiesen werden kann.
  • Über die Förderungen entscheidet eine Jury: bestehend aus dem Handelsverband NRW Ruhr-Lippe, den Bezirksbürgermeistern sowie BO-Marketing.
  • Projektanträge können noch bis Montag, 6. November, bei BO-Marketing, Huestraße 21-23, eingereicht werden. Oder eine Mail an kreckel@bochum-marketing.de.
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