Stadtteilladen

Stadtteilladen in Bochum-Grumme kann sich vergrößern

Der Stadtteilladen Gruppe kann erweitern: Die VBW bot jetzt das leerstehende Lebensmittelgeschäft dazu an (links), das dazu bereits umgebaut wird.

Der Stadtteilladen Gruppe kann erweitern: Die VBW bot jetzt das leerstehende Lebensmittelgeschäft dazu an (links), das dazu bereits umgebaut wird.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Grumme.  VBW bietet leerstehendes Lebensmittelgeschäft Findling dem Stadtteiltreff an. Es fand sich kein Nachfolger. Interessentin sprang wieder ab.

Als Ende April Petra Findling ihr Mietverhältnis mit der VBW Bauen und Wohnen GmbH beendete, machten sich die Bewohner in der Nachbarschaft für einen neuen Lebensmittelladen im Stadtteil stark. Insbesondere ältere Menschen sind auf fußläufig erreichbare Nahversorgung angewiesen. Ein Nachfolger konnte schließlich nicht gefunden werden. Jetzt wird das Ladenlokal dem benachbarten Stadtteilladen Grumme zugeschlagen.

Die VBW hatte sich bemüht, einen Nachfolger für den Markt zu finden und wurde fündig: Jennifer Gindler war eine Interessentin, die den Laden übernehmen wollte, zog dann aber doch die Reißleine. Die Kommunikation mit Findling, so erklärte sie gegenüber der VBW, sei schwierig gewesen, Einblicke in die Bilanzen habe sie demnach nicht bekommen. „Sehr gerne hätte ich den Laden fortgeführt und weiter ausbauen wollen“, so Gindler, die angibt, von Seiten der Familie Findling viel Druck verspürt zu haben.

Auch die Soziale Liste schürt Gerüchte

Seither hielt sich hartnäckig das Gerücht, die VBW denke lediglich an die Wirtschaftlichkeit und habe von langer Hand geplant, ein Service-Büro mit nachbarschaftlichen Dienstleistungen zu etablieren, ohne einen Nachfolger zuzulassen. Auch die Soziale Liste schlägt jetzt noch einmal in dieselbe Kerbe: „Die Pläne der VBW, den Laden zu schließen und stattdessen dort ein VBW-Büro zu schaffen, standen von vornherein fest“, so Ratsmitglied Günter Gleising.

„Das stimmt ganz und gar nicht“, versichert Pressesprecher Dominik Neugebauer auf Nachfrage. Im Gegenteil: Das Unternehmen ist mit seinem Angebot auf den Stadtteilladen zugegangen. „Wir wussten seit langem um die Enge dort, und dass der Bedarf zu expandieren groß ist“, so Neugebauer.

Treff in der Flüssesiedlung

So wird der Stadtteiltreff als soziale Einrichtung in der Flüssesiedlung mehr Fläche für seine Angebote bekommen. Silke Neufeld hat die Geschäftsleitung des Vereins „Leben im Stadtteil“, der den Laden betreibt, und ist glücklich: „Nebenan wird schon umgebaut. Spätestens zum 1. Januar, so signalisierte die VBW, können wir einziehen.“

Es wird einen Durchbruch zwischen dem ehemaligen Lebensmittelladen und dem Stadtteilladen geben. Ein Multifunktionsraum ermöglicht es, die Sprachkurse weniger beengt anbieten zu können. Das Erfolgsprojekt „Zuhause alt werden“, derzeit noch weiter entfernt im Gemeindebüro zu finden, kann dann herübergeholt werden. „Wir platzen seit Jahren aus allen Nähten. So können wir bald unsere Angebote entzerren, die teils auch im Saal unter der Johanneskirche stattfinden.“

Platz für Bürgerversammlungen

Das Ladenlokal ist 95 Quadratmeter groß. Gut die Hälfte wird zum Multifunktionsraum umgebaut für Bürgerversammlungen. Gleichzeitig wird ein Durchbruch geschaffen, der direkt zu einer umzäunten Grünfläche führt.

Dort kann der Stadtteilladen auch neue Nutzungsideen im Außenbereich verwirklichen. Dominik Neugebauer: „Jeden Montag und Donnerstag sind in der anderen Hälfte der Räumlichkeiten Service-Mitarbeiter der VBW persönlich für Kunden ansprechbar. Diese beiden Bildschirmarbeitsplätze können von dem Stadtteilladen an den übrigen Tagen genutzt werden und stehen für wichtige Arbeiten am Computer bereit.“

Die Erweiterung kostet den Verein „Leben im Stadtteil“ nichts; sie wird wie der Stadtteilladen finanziert durch die VBW-Stiftung und die VBW Wohnen.

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