Stadtteil-Check

Hiltroper bezeichnen ihren Volkspark als grünen Edelstein

Horst-Dieter und Marianne Kuligga stehen im Hiltroper Volkspark an ihrem Lieblingsplatz, auf der Brücke über den Teichen. Hierher zieht’s die Eheleute so oft wie möglich.

Horst-Dieter und Marianne Kuligga stehen im Hiltroper Volkspark an ihrem Lieblingsplatz, auf der Brücke über den Teichen. Hierher zieht’s die Eheleute so oft wie möglich.

Foto: Kerstin Buchwieser

bochum-Hiltrop.   Im Stadtteil-Check schneidet Hiltrop gut ab. Kritik gibt es an der hohen Verkehrsbelastung. In Neubaugebieten fehlt oft das Gemeinschaftsgefühl.

Beim Stadtteil-Check unserer Zeitung schneidet Hiltrop gut ab mit der Gesamtnote 2,01. Die Hiltroper bewerten auch den Nahverkehr (Note 2,11), die medizinische Versorgung (2,46) und die Einkaufsmöglichkeiten (2,52) als gut. Ein ausreichend gibt es lediglich für die Zufriedenheit mit Stadtverwaltung und Kommunalpolitik (Note 3,79) und das gastronomische Angebot (3,9).

Nein, woanders möchte Marianne Kuligga (67) nicht wohnen. Auch Ehemann Horst-Dieter (74) ist Hiltroper durch und durch. „Ich bin zwar in Detmold geboren, doch aufgewachsen bin ich im Hiltroper Volkspark.“

Seine Eltern hatten ein Häuschen direkt an den Wanderwegen gekauft. Die Eheleute engagieren sich seit Jahrzehnten in der evangelischen Kirchengemeinde und dort speziell beim CVJM.

Chrombelastung durch Lothringen

Der Park zähle heute noch zu seinen Lieblingsorten, speziell die steinerne Bogenbrücke über die Teiche, sagt der 74-Jährige. Wenn auch die Chrombelastung durch das Werk Lothringen die Naturidylle stört. „Doch es passiert ja so einiges. Der Park wird endlich aufgewertet, der Ostbach gereinigt.“ Beim Thema Freizeitangebote gaben die befragten WAZ-Leser ein befriedigend (2,84). Für die Eheleute Kuligga steht dabei der Volkspark ganz vorn.

Nahverkehr ist top

Das ist auch bei Prof. Wulf Jaedicke so: „Der Volkspark ist unser Edelstein.“ Er fühlt sich wohl im Stadtteil. Was ihn nerve, sei der Verkehr, sagt er und deutet auf die Kreuzung Wiescher-, Dietrich-Benking-, Frauenlobstraße und Im Hagenacker. „Es ist verheerend. Viel zu viele Autos. Ich bin gespannt, ob der geplante Kreisverkehr die Situation entschärfen kann.“ Super dagegen, da sind sich alle einig, sei der Nahverkehr im Dorf. Hier gab es ein „gut“ (Note 2,11). „Ich komme im Nu nach Castrop, nach Herne, zum Ruhrpark, in die Innenstadt“, versichert Horst-Dieter Kuligga.

Gute Einkaufsmöglichkeiten

Die Parkplatzsituation hingegen sei nicht so besonders. „Wir haben die kleinen Nebenstraßen und die Parkflächen an den Supermärkten“, sagt Marianne Kuligga. Sie glaubt auch, dass der Parkplatzmangel mit dafür verantwortlich sei, dass nach und nach kleine Läden verschwanden. Die Hiltroper Leser gaben dafür ein schlechtes befriedigend (3,22).

Die Einkaufsmöglichkeiten selbst befinden die Hiltroper als gut (2,52). „Früher mussten wir nach Gerthe, da wurde Hiltrop als eigener Stadtteil gar nicht wahrgenommen. Heute gibt es genügend Angebote für die tägliche Versorgung“, sagt Klaus-Dieter Kuligga.

Kirchen bieten gute Infrastruktur

Auch die medizinische Versorgung reicht den Hiltropern völlig aus. Sie gaben dafür die Note 2,46. „Hier würde ich eine glatte zwei geben“, sagt Klaus-Dieter Kuligga. Er zählt auf: „Wir haben hier zwei Zahnärzte, zwei praktische Ärzte und einen Kinderarzt.“

Ein befriedigend gab es für die Kategorie Seniorenfreundlichkeit (2,75). Dem können sich die Eheleute anschließen. „Wir haben hier Seniorenheime wie Jochen-Klepper- und Wichernhaus, sowie Wohnanlagen für Ältere. Die beiden Hiltroper Kirchengemeinden decken einen Großteil der Angebote für Senioren ab. Sie kooperieren und bieten eine gute Infrastruktur.“

Ausreichend Angebote für Kinder

In Sachen Kinderfreundlichkeit schneidet Hiltrop/Bergen mit einem 3+ (2,75) ab. „Wir haben hier ausreichend Spielplätze, auch Sportplätze, Jugendfreizeiteinrichtungen“, sagt Kuligga. Jaedicke ergänzt: „Wenn nur der starke Verkehr nicht wäre.“ In puncto Sicherheit gaben die WAZ-Leser ihrem Stadtteil ein befriedigend. Dem Urteil kann das Ehepaar beipflichten. Zur Sauberkeit (Note 2,88) sagt Kuligga, in Hiltrop-Dorf werde gut gereinigt. Nur die Wege der Grünanlagen findet er oft vermüllt vor.

Bei der Beurteilung des Gemeinschaftsgefühls (Note 2,85) im Stadtteil schränkt Marianne Kuligga ein: „Bei uns in den kleinen Siedlungen hilft jeder jedem. Das ist in der Form in den Neubaugebieten mit vielen Bewohnern nicht mehr möglich.“

Sympathie für den Bezirksbürgermeister

Die zweit-schlechteste Note (3,79) gaben die Hiltroper für Kommunalpolitik und Stadtverwaltung, Dem stimmen unsere Stadtteil-Check-Teilnehmer so gar nicht zu. Wulf Jaedicke: „Ich finde unseren Bezirksbürgermeister Henry Donner sympathisch. Er kennt jede Ecke im Sprengel, weil er viel zu Fuß unterwegs ist.“ Horst-Dieter Kuligga war Bezirksverwaltungsstellenleiter im Bochumer Osten: „Von daher weiß ich, an wen ich mich bei der Stadt wenden soll.“

Schlusslicht im Ranking ist das gastronomische Angebot im Stadtteil (3,9). „Früher gab’s hier 17 Kneipen, heute mit dem Gasthaus Hubbert nur noch eine. Doch die ist gut“, so Horst-Dieter Kuligga. Was er vermisst, ist ein Café.

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