Frühjahrsputz

Stadtputz ist voller Erfolg: 8000 Bochumer im Einsatz

Auf der Schmechtingwiese waren am Samstag die WAZ-Leser beim Stadtputz mit ihren Greifzangen im Einsatz. Ein Dutzend Müllsäcke wurden gefüllt.

Auf der Schmechtingwiese waren am Samstag die WAZ-Leser beim Stadtputz mit ihren Greifzangen im Einsatz. Ein Dutzend Müllsäcke wurden gefüllt.

Foto: Ingo Otto

Bochum.  Das ruft nach einer Wiederholung: Am ersten Stadtputz beteiligten sich in Bochum 8000 Menschen. Mehr als 40 Tonnen Abfall wurden gesammelt.

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Bochum ist seit Samstag ein gutes Stück sauberer. 8000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene beteiligten sich am „Stadtputz“, zu dem Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) aufgerufen hatte. Die erste Bilanz des USB spricht für den Fleiß der Helfer, allerdings auch gegen das Umweltbewusstsein allzu vieler Mitbürger: Mehr als 40 Tonnen Unrat und Abfall wurden eingesammelt.

WAZ-Leser sind auf der Schmechtingwiese aktiv

„Man kann nicht immer nur sagen, die Stadt soll was machen. Man muss als Bürger auch selbst aktiv werden.“ Petra Janca streift sich die orangefarbene Warnweste über und macht sich mit Greifzange und Müllbeutel auf den Weg. Sie zählt zu den 40 Leserinnen und Lesern, die sich zum Großreinemachen der WAZ eingefunden haben. Auch unsere Zeitung hat zum Frühjahrsputz geblasen. Es gilt, die Schmechtingwiese in der Innenstadt auf Vordermann zu bringen. Jung und alt machen mit: Kinder und Erzieher der benachbarten Kita Hermannstraße, Lars Büttner, der mit Tochter Charlotte (9) durchs Unterholz stapft, oder Helga Manthey, mit 79 Jahren die älteste Müllwerkerin der WAZ-Gruppe.

Sofas, Farbreste und eine Schusswaffe

Die Ausbeute ist beachtlich. Ein Dutzend Säcke sind bis mittags gefüllt. Plastikmüll aller Art, Schuhe, Möbelbretter, Spritzen, Styropor, eine Bettdecke, einen verdreckten Schreibtischstuhl, einen Staubsauger, volle Windeln und Schnapsflaschen lesen die Leser auf der Wiese und in den Gebüschen auf. „Unglaublich, was die Leute achtlos in die Natur schmeißen“, sagt Petra Janca und schüttelt den Kopf.

Stadtweit gibt’s noch bemerkenswertere Funde. Kloschüsseln, Sofas, Kühlschränke, sogar eine Schusswaffe (die von der Polizei inspiziert wird): An den insgesamt 500 Sammelstellen ist das Erstaunen mitunter ebenso groß wie der Ärger. Ekelig wird es auf wilden Kippen, auf denen Altöl oder Farbreste illegal entsorgt wurden. Der Umweltbrummi des USB ist am Samstag im Dauereinsatz. „Und das, obwohl es bei uns sieben Wertstoffhöfe gibt, auf denen Problemmüll kostenlos abgegeben werden kann“, sagt Thomas Eiskirch bei der Abschlussveranstaltung am Nachmittag vor dem Rathaus, wo sich rund 1000 Westenträger nach getaner Arbeit mit kostenloser Erbsensuppe und Würstchen stärken.

Wiederholung 2020 geplant

Der OB wertet den Stadtputz ebenso wie der USB als „vollen Erfolg“ – und zieht zwei Konsequenzen: Der Stadtputz soll 2020 wiederholt werden. Und: Die Verwaltung will bereits in den nächsten drei Wochen die Bußgelder für Umweltsünder erhöhen. Bislang wird weggeworfener Müll mit 20 bis 35 Euro geahndet. Wer Hundekot nicht entfernt, zahlt 50 Euro.

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