Herner Straße

Stadtbaurat: Tempo 30 auf der Herner Straße wird bleiben

Am 24. Oktober 2018 wurden die 30-Schilder entlang der Herner Straße angebracht. Und laut Stadtbaurat Markus Bradtke sieht es derzeit nicht danach aus, dass sie wieder abmontiert werden. Zum Ärger vieler Riemker.

Am 24. Oktober 2018 wurden die 30-Schilder entlang der Herner Straße angebracht. Und laut Stadtbaurat Markus Bradtke sieht es derzeit nicht danach aus, dass sie wieder abmontiert werden. Zum Ärger vieler Riemker.

Foto: Ingo Otto

Bochum-Riemke.  In Riemke machen aufgebrachte Bürger ihrem Ärger Luft. Doch der Stadtbaurat macht wenig Hoffnung auf ein Ende von Tempo 30 auf der Herner Straße.

„Wir hatten als Stadtverwaltung die Wahl zwischen Pest und Cholera, als wir Tempo 30 auf der Herner Straße einrichteten“, betont Stadtbaurat Markus Bradtke. Zu Gast ist er bei der Riemker Runde des CDU-Ortsvereins im katholischen Gemeindehaus von St. Franziskus Riemke. 90 Besucher sind gekommen, um am liebsten das sofortige Ende dieses Gebots zu erreichen, wie die vielen Unmutsäußerungen zeigen. Das Thema beschäftigt vor Ort. „So viele Leute waren schon lange nicht mehr da“, stellt der CDU-Ortsvereinsvorsitzender Lothar Gräfingholt dazu passend fest.

Stadt setzt mit Tempolimit ein Zeichen

Seit 24. Oktober 2018 gilt Tempo 30 auf der Herner Straße. Und Markus Bradtke macht im Verlauf des Abends keine Hoffnung, dass es demnächst aufgehoben wird. Im Gegenteil. „Nichts zu tun, barg die Gefahr in sich, dass die Straße durch das dauerhafte Überschreiten der europaweit geltenden Grenzwerte für die Luftreinhaltung per Gerichtsbeschluss gesperrt wird und überhaupt nichts mehr geht“, so Bradtke weiter mit Blick auf eine beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen vorliegende Klageschrift der Deutschen Umwelthilfe. Mit der Beschränkung auf Tempo 30 habe man zwar den Bürgerwillen gegen sich, setze aber ein Zeichen, dass die Stadt dauerhaft etwas gegen die Grenzwertüberschreitung bei der Stickoxid-Belastung von 51 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft tun wolle. Erlaubt seien laut EU höchstens 40 Mikrogramm. „Die Stadt handelte hier im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg, die für die Luftreinhaltung zuständig ist. Wenn es uns mit Tempo 30 gelingt, das Fahrverbot abzuwenden, hat es sich gelohnt“, erklärt der Stadtbaurat.

Seine Hoffnung ist, dass sich die Luftbelastung durch die Maßnahme vermindert. Weniger durch das Tempo-30-Gebot, das bei Experten umstritten ist, sondern durch weniger Abkürzungsverkehre zwischen A 40 und A 43 aufgrund des höheren zeitlichen Aufwandes sowie auf Dauer durch ein Modernisieren der Leasing-Fahrzeugflotten. Bradtke: „Neue Fahrzeuge haben einen niedrigeren Schadstoffausstoß, vor allem bei E- oder Hybridantrieb.“ Derzeit wartet er auf neue Zahlen von der örtlichen Messstation des Landesamtes für Natur- und Verbraucherschutz in der Hoffnung, dass diese sich bessern.

Bürger berichten von „Chaos auf der Herner Straße“

Kritik musste der gebürtige Bochumer gleichwohl einstecken. „Wir haben Chaos auf der Herner Straße, weil die Ampelschaltungen bei Tempo 30 nicht aufeinander abgestimmt sind“, beklagt ein Bürger. Der fließende Verkehr weiche auf die Nebenstraßen aus und verstopfe diese ebenfalls, so weitere Kritiker. Sie zählen auf: Am Gartenkamp, Am Hausacker, Berg-, Tenthoff- und Verkehrsstraße. „Dabei wird auch rücksichtslos über Bordsteinkanten gefahren“, so eine weitere Klage. „All das stellen wir auch fest“, sagt der Baudezernent, er sieht aber Probleme bei der Verkehrsüberwachung: „Polizeipräsidentin Wittmann sagt uns, sie habe zu wenig Personal dafür.“

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