Flächennutzung

Stadt will Leerstände reduzieren und schaut nach Bremen

Das leerstehende Haus an der Herner Straße 131 war zwischenzeitlich besetzt. Unten war ein „Stadtteilcafé“ eingerichtet.

Das leerstehende Haus an der Herner Straße 131 war zwischenzeitlich besetzt. Unten war ein „Stadtteilcafé“ eingerichtet.

Foto: Ralf Rottmann

Bochum.  Dort gibt es die „Zwischenzeitzentrale“, die Leerstände an Zwischennutzer für ein Jahr vermittelt. Ist dieses Konzept auf Bochum übertragbar?

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Im Studio 108 am Bahnhof Langendreer hört man die Züge vorbeirauschen. Das Gebäude stand früher leer und wird heute für Partys, Konzerte und Diskussionsveranstaltungen genutzt, „Zwischennutzung statt Leerstand“ ist das Thema der Diskussion an diesem Abend, die passenderweise in diesem Studio stattfindet.

Eingeladen sind Daniel Schnier und Clara von den Driesch von der „Zwischenzeitzentrale“ aus Bremen und Stadtbaurat Markus Bradtke. Die Zwischenzeitzentrale ist eine Organisation, die Leerstände ermittelt und durch die Mithilfe der Stadt eine Zwischennutzung erreichen will. Sie fungiert seit 2009 als Agentur, die zwischen Eigentümern der Leerstände, Stadtverwaltung und Zwischennutzern vermittelt. „Wir suchen in ganz Bremen nach öffentlichen Leerständen und arbeiten eng mit der Stadt zusammen“, sagt Daniel Schnier.

Vorbild Bremen: Leerstände werden dauerhaft genutzt

Die Idee zu einem ähnlichen Konzept in Bochum kam Kristin Schwierz, die den Abend moderiert, im September. „Eine Kirche in Bochum stand leer und wir haben es geschafft, sie temporär als Café und für Workshops zu nutzen“, sagt sie. Die Schwierigkeit bestehe darin, die leerstehenden Räume mit möglichen Zwischennutzern zusammenzubringen. Dabei sei es das Ziel, Leerstände dauerhaft zu nutzen und nicht nur temporär. Das klappe in Bremen schon ganz gut.

„Wir wecken zum Beispiel Brachen auf und bebauen sie, um auf die Fläche aufmerksam zu machen“, erklärt Schnier und präsentiert Bilder der bislang umgesetzten Projekte. Die Zwischenzeitzentrale will als Vermittler dienen und eine Zwischennutzung möglichst günstig anbieten. „Jeder der Interesse an einer Zwischennutzung in Bremen hat, kann sich bei uns melden“, sagt Schnier.

Bochumer Künstler haben Bedarf an Räumen

In Bochum gibt es allerdings nicht so viele Leerstände wie in Bremen und wenn ein Gebäude leer steht, hat es laut Markus Bradtke auch einen Grund. „Manche Gebäude wurden geräumt, da sie baufällig oder zu verschmutzt sind. Da kann man natürlich auch niemand anderes rein lassen.“

Trotzdem gibt es Bedarf, wie man an der starken Beteiligung im Publikum merkt. Besonders Künstler suchen oft günstige Räumlichkeiten. Natürlich kann aber auch jeder andere mit einer Idee, für die er Räumlichkeiten braucht, eine Zwischennutzung beantragen. Kristin Schwierz beendet den Abend nach der Fragerunde der Zuschauer und erklärt: „In Bremen klappt das Konzept schon sehr gut, vielleicht lässt es sich künftig auch auf Bochum übertragen.“

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