Umwelt

Stadt Bochum stellt Entwurf für den Klimapark Springorum vor

Die Projektbeauftragten bei der Stadt: Niko Bias, Melanie Gronewald (Mitte) und Laura Alberding.

Die Projektbeauftragten bei der Stadt: Niko Bias, Melanie Gronewald (Mitte) und Laura Alberding.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Mehr Menschen sollen künftig die Industriebrache des Kraftwerks Springorum nutzen. Die Stadt will besonderen Park für Mensch und Tier schaffen.

Viele neue Wohngebäude sind rund um das Brachgelände des ehemaligen Kraftwerks Springorum in Weitmar entstanden, jetzt werden auch Pläne für dieses städtische Areal konkret. Dort soll der Landschafts- und Klimapark Springorum entstehen, einen Vorentwurf hat die Stadt nun öffentlich ausgelegt.

„Früher war das Niemandsland und alles mit Brombeeren zugewachsen“, sagt Melanie Gronewald von der Unteren Landschaftsbehörde, doch der Springorum-Radweg, der südlich am Gelände vorbeiführt, habe das geändert. „Wir wollen jetzt mehr Menschen in den Park holen“, ergänzt sie, und ihr Kollege Niko Bias stellt klar, dass man sich unter dem Klimapark keine klassische Parkanlage mit englischem Rasen und Blumenfeldern vorstellen darf. Das Gelände soll größtenteils naturbelassen bleiben, „wir wollen es aber durch einen erkennbaren Rundweg sichtbar und erlebbar machen“, sagt Laura Alberding, die in der Behörde ebenfalls das Projekt betreut. So sind sieben richtige Eingänge und Wegeschilder geplant, und eine Anbindung ans bestehende Wegenetz im Stadtteil sowie an den künftigen Opel-Radweg.

Urbaner Charakter bleibt durch Industrieruinen erhalten

Bleiben sollen die Trampelpfade, die Hundehalter nutzen, und auch Kindergärten sollen weiterhin mitten in die Natur gehen. Schließlich haben Anwohner und Lokalpolitiker bei geführten Spaziergängen Anregungen gegeben, wie der Klimapark aussehen soll. Auf den ausgelegten Plänen können die Menschen nun sehen, ob ihre Wünsche berücksichtigt wurden. Dazu zählt etwa, dass trotz wuchernder Natur der urbane Charakter durch die Industrieruinen des Kraftwerks erhalten bleibt.

Zu den Plänen zählt auch, dass ein Mehrgenerationenplatz entsteht. Zu diesem Zweck soll das nahegelegene DRK-Seniorenheim an den Kinderspielplatz im Park angebunden werden. Geplant ist zudem eine Baumallee entlang der Holtbrügge, wie sie bereits auf dem Campus existiert. „Das Projekt kann sich immer wieder wandeln, je nach Bedarf“, sagt Gronewald. „Es wird nie ganz fertig sein.“

Rückzugsort für Rehe, Füchse und andere Wildtiere

Das dichte Waldgebiet dort bleibt ein Rückzugsort für Wildtiere, etwa für Rehe, Füchse, Hasen, Eulen und Spechte, die lichteren Ecken sind dagegen bei Greifvögeln beliebt und die Tümpel bei Kreuzkröten.

Nutznießer des Projekts sollen aber vor allem die Menschen in den Neubaugebieten an den Rändern des Klimaparks sein. Denn er bleibt als eine grüne Lunge Bochums erhalten. „Gerade für die direkten Anwohner ist das klimatischer Luxus“, sagt Laura Alberding.

Dem Projekt fehlt Fördergeld

So enthusiastisch die drei Projektbeteiligten auch über den Klimapark sprechen, es bleibt ein großes Manko: „Fördermittel sind nicht in Sicht“, sagt Gronewald, einige Anträge seien bereits abgelehnt worden. Die geplanten Maßnahmen kosten jedoch mindestens 500.000 Euro. Aber auch ohne Förderung will das Team loslegen, das Gros werde erst 2020 passieren. Erste Maßnahmen, etwa Baumpflanzungen oder Blühstreifen, sollen aber noch dieses Jahr umgesetzt werden. Melanie Gronewald sieht das Projekt ohnehin als Baukastensystem: „Wir machen erstmal kleine Sachen, die aber viel bewirken.“

>> Entwurf ist einsehbar im Technischen Rathaus

  • Das von der Stadt beauftragte Planungsbüro GTL hat die Vorentwurfsplanung des Landschafts- und Klimaparks Springorum abgeschlossen. Ausgelegt sind der Entwurf und Broschüren im Technischen Rathaus, Hans-Böckler-Straße 19.
  • Einsehbar sind sie vom 14. bis 18. Januar, jeweils von 13 bis 16 Uhr in Raum 3.2.310 (3. Etage).

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