Hiltrop

St. Martin und Pferd fehlten beim Martinszug

Mit selbst gebastelten Laternen führten Kinder den ökumenischen Martinszug in Hiltrop an, der in diesem Jahr ohne St. Martin und Pferd auskommen musste.

Foto: Gero Helm

Mit selbst gebastelten Laternen führten Kinder den ökumenischen Martinszug in Hiltrop an, der in diesem Jahr ohne St. Martin und Pferd auskommen musste. Foto: Gero Helm

Hiltrop.   Kinder marschieren mit ihren Laternen durchs abendliche Hiltrop. Pferd und Reiter sind nicht erschienen. Abschluss an Hilda-Heinemann-Schule.

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Der Verkehr im Stadtteil wurde am Abend für eine halbe Stunde lahmgelegt, der Martinszug hatte Vorrang. Indes musste er ohne St. Martin und ohne Pferd auskommen; Reiter und Pferd hatten die Teilnehmer draufgesetzt. Ein Polizist begleitete den stadtweit ersten Umzug in diesem Jahr und passte auf, dass die Familien sicher an ihr Ziel, den Schulhof der Hilda-Heinemann-Schule, kamen.

Wunsch nach mehr Gesang

Die teilnehmenden Kinder hatten die verschiedensten Laternen dabei, wie zum Beispiel ein Einhorn, eine Lokomotive oder ein Schaf. Viele davon waren selbst gebastelt, die Lichter blitzen in der Dunkelheit aus der Menge durch. „Den Kindern macht es immer Spaß mit einer Laterne beim Martinsumzug mitzulaufen. Ich hätte es aber schöner gefunden, wenn etwas mehr gesungen worden wäre“, erzählt Kerstin Wieczorek, die mit ihrer Familie mitläuft.

Der Tag begann mit einem Basar in der Frauenlobstraße. Am Nachmittag wurden Martins-Brezeln verkauft, die viele Familien mit auf den Umzug nahmen. „Ich habe dieses Jahr schon viel mehr Brezeln als letztes Jahr bestellt, trotzdem sind jedes mal alle weg, weil sie so beliebt sind“, erzählt Hans Josef Kowalski, Vorsitzender des Gemeinderates der katholischen Gemeinde St. Elisabeth.

Höhepunkt war dann der Martinsumzug, der von der Posaunengruppe begleitet wurde. Die Musiker trugen Kopflampen, um in der Dunkelheit ihre Noten lesen zu können. Der Umzug findet jedes Jahr dienstags statt, weil an diesem Tag die Bläsergruppe probt. „So verbinden wir das Schöne mit dem Praktischen“, erklärt der Pfarrer der evangelischen Erlöser-Gemeinde, Jörg Sonneborn. Er, Hans Josef Kowalski und der Förderverein der Hilda-Heinemann-Schule haben den Tag organisiert. Auf dem Schulhof, wo der Umzug nach einer halben Stunde Fußweg endet, wurden Bratwurst und Popcorn verkauft.

„Zum Martinszug gehört ein St. Martin; das ist einfach Tradition“

Die Pfarrer der evangelischen und katholischen Kirche hielten noch eine kurze Rede und entschuldigten sich bei den Teilnehmern. „Wir haben eigentlich ein Sankt-Martins-Pferd gebucht, allerdings ist es einfach nicht erschienen“, erklärt Jörg Sonneborn. „Es ist immer noch ein Tier, das kann man nicht beeinflussen.“ Hans Josef Kowalski, ist trotzdem enttäuscht, denn die Kinder freuen sich jedes Jahr, Sankt Martin mit seinem berühmten roten Mantel zu sehen.

„Zum Martinszug gehört ein St. Martin; das ist einfach Tradition“, betont er. Doch die Stimmung war an diesem Abend dennoch gut und zum Abschluss singen alle Teilnehmer das Lied „Sankt Martin“. Britta Richter erzählt: „Meine Tochter ist zwar nicht mehr auf der Grundschule, trotzdem nehmen wir jedes Jahr am Umzug teil. Es ist einfach eine schöne Stimmung.“

  • Nicht nur in Hiltrop ziehen jetzt wieder die Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen und singen die bekannten Lieder. Damit gedenken sie dem heiligen St. Martin und der Geschichte vom Teilen des Mantels. Aber wie war das nochmal mit der Geschichte? Wer mag, kann in diesem Quiz sein Wissen testen:
Hier zieht St. Martin in Bochum-Mitte und Nord durch die Straßen: 

  • Die Kirchengemeinden in Hamme laden am Sonntag (12.), ein. Beginn ist in der Herz Jesu-Kirche um 17 Uhr, von dort setzt sich der Zug durch den Stadtteil zur Kreuzgemeinde in Bewegung.
  • Die Gemeinde Heilig Geist in Harpen hatte ihren Zug am Mittwoch.
  • Der VfL lädt am Donnerstag (9.) zum Martinszug rund ums Stadion ab 17 Uhr ab Parkplatz hinter der Geschäftsstelle am Stadioncenter.
  • Durch Hordel zieht St. Martin am Freitag (10.). Los geht’s um 17 Uhr ab Röhlinghauser Straße 6, vorbei an der Zeche Hannover über die 6-Brüder-Straße zur Barbarakapelle, wo das Martinsspiel stattfindet.
  • Am Freitag (10.) findet ab 17 Uhr die Martinsfeier mit Fackelzug in Grumme statt. Treffpunkt ist der Schulhof der Liborius-Grundschule, Josephinenstraße 80.
  • An der Propsteikirche St. Peter und Paul in Mitte wird zwei Tage gefeiert: Am Samstag (11.) beginnt der Umzug um 17.30 Uhr, am Sonntag (12.) gibt es auf dem Kirchhof einen Martinsmarkt.
  • Der ökumenische Martinsumzug durch Gerthe am Freitag (10.) startet um17.30 Uhr ab der Landmarke ‚drei große Herren‘ ehemals Zeche Lothringen.
  • In St. Franziskus in Riemke gibt es eine Martinsfeier am Samstag (11.) um 17 Uhr in der Kirche, anschließend führt Martinszug zum Sportplatz an der Feenstraße.

Bitte beachten Sie, dass diese Sammlung keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Wir aktualisieren die Liste weiter. Wenn Sie uns noch weitere Termine nennen können, melden Sie sich gerne bei uns (stadtteile.bochum@waz.de).

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