Soziale Stadt

Spendenaktion in Bochum für barrierefreies Bermudadreieck

Hans-Werner Schminke ist auf den Rollstuhl angewiesen und begrüßt die jetzt gestartete Spendenaktion.

Hans-Werner Schminke ist auf den Rollstuhl angewiesen und begrüßt die jetzt gestartete Spendenaktion.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Bochum.  In Bochums City ist eine Spendenaktion gestartet. Es soll Geld für mobile Rollstuhlrampen gesammelt werden. Etliche Kneipen wollen mitmachen.

Es ist ein Projekt mit vielen Mitwirkenden. Das Netzwerk Inklusion, ein Zusammenschluss aus Stadt Bochum, Stadtsportbund, VBW, der Hochschule für Gesundheit, der Evangelischen Hochschule und anderen, hat die Spendenaktion „Bermuda für alle“ ins Leben gerufen. Das Ziel ist es, möglichst viele Gastronomiebetriebe im Bermudadreieck sollen mit leicht einzusetzenden rollstuhlgerechten Rampen ausgestattet werden.

Thorsten Haag vom Haus der Begegnung hat die Projektkoordination übernommen. Am Dienstag ging es mit einer öffentlichen Aktion auf dem Dr.-Ruer-Platz los. „Wir benötigen nicht ausschließlich große Bauvorhaben nach entsprechenden DIN-Normen zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Manchmal reichen relativ kleine aber schlau gedachte Veränderungen aus, um Teilhabe zu ermöglichen“, so sein Credo.

Gewonnen hat er dafür bereits rund zwei Dutzend Studierende im Fach Heilpädagogik der Evangelischen Hochschule. Sie haben im Rahmen ihres Studiums rund 50 Kneipen und Gaststätten im Bermudadreieck aufgesucht. Studentin Jennifer Ostrowski erzählt: „Das läuft im Rahmen unseres Praxisprojektes. Das Interesse bei den Gastronomen war eigentlich fast immer da.“ In einigen Fällen standen jedoch bauliche Gegebenheiten im Wege. Die Studierenden wandten sich an die jeweiligen Geschäftsführer. Mit dem Ergebnis: Zwölf Betriebe sind grundsätzlich bereit, solche Rampen einzusetzen.

Rollstuhlfahrer findet Aktion gut

Während die Studentinnen noch Flugblätter in der Innenstadt verteilten, kam Hans-Werner Schminke mit seinem elektrischen Rollstuhl vorbei. „Ich finde diese Aktion total gut. Ich habe immer wieder Probleme, bestimmte Geschäfte oder Einrichtungen zu erreichen. Das ist oft ziemlich umständlich.“ Gleich vor Ort probierte er eine der Testrampen mit Erfolg aus.

Für Organisator Thorsten Haag geht es jetzt darum, genügend Geld über Spenden zusammen zu bekommen. Die Summe ist gar nicht so groß. Um zwölf Betriebe mit diesen praktischen Rampen auszustatten, seien rund 2500 Euro nötig. „Dafür erklären sich die Kneipen dazu bereit, mit ihren Mitarbeitern, die Rampen bei Bedarf kurz an den Stufen oder Schwellen aufzubauen und danach wegzuräumen. Das sind nur wenige Handgriffe“, so Haag.

Barrieren überwinden

Den Organisatoren geht es darum, Barrieren, die Menschen mit Behinderungen oder Bewegungseinschränkungen die Teilhabe erschweren, zu überwinden. Die mobilen Rampen, das ist sich das Netzwerk Inklusion ganz sicher, könnten dabei helfen. Bis zu zwei Treppenstufen lassen sich damit überwinden.

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