Rücktritt

SPD Wattenscheid: Serdar Yüksel nicht mehr SPD-Vorsitzender

Serdar Yüksel, Wolfgang Rohmann und Manfred Molszich (v.l.) bei der Besichtigung des sanierten Förderturms von Zeche Holland.

Serdar Yüksel, Wolfgang Rohmann und Manfred Molszich (v.l.) bei der Besichtigung des sanierten Förderturms von Zeche Holland.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Wattenscheid.  Serdar Yüksel wird Ende Juni das Amt des SPD-Vorsitzenden im Stadtbezirk Wattenscheid abgeben. Die Amtszeit hätte erst im nächsten Jahr geendet.

Diese Entscheidung gab er, offenbar für viele überraschend, in der Sitzung des SPD-Stadtbezirks Wattenscheid bekannt. Kurz darauf erklärte Bezirksbürgermeister Manfred Molszich in der Versammlung, bei der Kommunalwahl im September 2020 für den Bezirksbürgermeister-Posten nicht mehr antreten zu wollen – auch überraschend.

Bezirksbürgermeister Manfred Molszich tritt nicht mehr an

Die Frage, wer 2020 als Bezirksbürgermeister-Kandidat antreten könnte, soll bis Herbst geklärt werden. Möglicherweise hatten die Vorstände der Ortsvereine den Schritt von Serdar Yüksel geahnt, aber eine Alternative gab es nicht auf der Versammlung, zu der die Presse nicht eingeladen worden war. Yüksel betont: „Ich bin Landtagsabgeordneter und werde jetzt und auch in Zukunft meine Arbeit für die Menschen in Wattenscheid weiterhin mit größtem Engagement weiterführen. Ich gehöre dem Vorstand der SPD in Bochum und Wattenscheid als beratendes Mitglied weiterhin an.“

SPD steht vor einer Zäsur

Die SPD WAT steht vor einer tiefen Zäsur. Axel Sutter (55), Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Höntrop-Süd, und Wolfgang Rohmann (53), Vorsitzender der Bezirksfraktion, sind nun konstruktiv in die Offensive gegangen und wollen versuchen, die Partei für die Zukunft neu aufzustellen und wichtige Themen zu klären. Dazu, wer der mögliche Bezirksbürgermeister-Kandidat sein könnte, erklären sie auf Nachfrage der WAZ, man könne sich vorstellen, „dass auch wieder ein gemeinsamer Kandidat mit Unterstützung der Grünen möglich ist“. Dabei gelte es die letzten Wahlergebnisse, vor allem der Europawahl, die Prognosen und die personelle Situation innerhalb der SPD Wattenscheid zu berücksichtigen. „Wir müssen die innerparteiliche Diskussion und die Debatte mit den Bürgern intensivieren.“ Es müsse auch noch mehr bewegt werden für Wattenscheid.

Wolfgang Rohmann, Lehrer am Hellweg-Gymnasium, kritisiert u.a. den Stillstand bei dem vor langer Zeit geplanten Umbau der Sportanlage Westenfeld an der Lohackerstraße zum Kunstrasenplatz, „darunter leiden Sportvereine und die Schulen“.

Der Rückzug kam überraschend

Manfred Molszich - er wird nächstes Jahr 70 - betont „die gute Zusammenarbeit mit Serdar Yüksel, der in den letzten Jahren viel für Wattenscheid erreicht und bewegt hat“. Das Erneuerungsprogramm „Soziale Stadt Wattenscheid-Mitte“ fällt in Yüksels Amtszeit. Bis Herbst soll wohl eine Entscheidung zum neuen Stadtbezirksvorsitzenden fallen, bis dahin werden als Stellvertreter Anna-Maria van den Meulenhof und Burkart Jentsch die Aufgaben wahrnehmen. Es kursieren Gerüchte, dass SPD-Ratsherr Hans Peter Herzog, für den Bereich Eppendorf/Munscheid zuständig, den Posten übernehmen könnte. Der WAT-Stadtbezirk hat rund 600 Mitglieder.

SPD-Urgestein Dieter Fleskes aus Höntrop, stellvertretender Vorsitzender der Ratsfraktion, lobt die „gute Arbeit von Manfred Molszich“. Fleskes sei vom Rücktritt Serdar Yüksels selbst überrascht gewesen. Mit Blick auf die innerparteiliche Diskussion gibt er nun die Parole aus: „Reißt euch alle am Riemen, es ist wichtig, über Divergenzen zu sprechen und sie zu klären.“ Wichtig sei, das Erneuerungsprogramm „Soziale Stadt Wattenscheid-Mitte“ konsequent weiter zu verfolgen.

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