Parteitag

SPD in Bochum setzt auf Erneuerung von unten

Der Unterbezirk der SPD in Bochum will sich inhaltlich und organisatorisch neu aufstellen.

Der Unterbezirk der SPD in Bochum will sich inhaltlich und organisatorisch neu aufstellen.

Foto: Stefan Boness/Ipon

Bochum.  Beim Unterbezirksparteitag ging es um die inhaltliche und organisatorische Neuausrichtung der SPD. Delegierte lehnen Große Koalition ab.

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Beim Unterbezirksparteitag der SPD am Montagabend im Jahrhunderthaus an der Alleestraße haben die Delegierten aus den 37 Bochumer Ortsvereinen Lehren aus dem abermaligen Wahldebakel der Sozialdemokraten gezogen.

Nachdem die SPD zum dritten Mal in Folge keine absolute Mehrheit bei einer Bundestagswahl auf sich vereinigen konnte, sprach sich die Mehrheit der Unterbezirks-Delegierten für eine programmatische und organisatorische Neuausrichtung der Partei aus. Diese müsse vor allem von der Basis ausgehen und zusammen mit den weiteren Gliederungen der Partei vollzogen werden.

„Wir müssen uns ernsthaft und nachhaltig mit der Erneuerung der Partei befassen und nicht nur darüber reden, sondern es auch machen“, sagte Karsten Rudolph, Vorsitzender des Unterbezirks zu Beginn des Parteitages. „Wir müssen wieder ein Magnet für die Menschen werden und auch diejenigen für Politik begeistern, die nicht in Parteien organisiert sind.“

33 Anträge standen zur Debatte

Insgesamt 33 Anträge standen zur Debatte. Darin sollten unter anderem das Selbstverständnis und die Zukunftsfähigkeit der Sozialdemokratie auf den Prüfstand gestellt werden. Weitere Anträge brachten konkrete Ansätze und Maßnahmen vor, mit der die Parteiarbeit vor Ort künftig neu gestaltet werden soll.



Die 124 Delegierten stimmten mit großer Mehrheit den Forderungen nach mehr Mitbestimmung der Basis zu. Eine stärkere Einbindung der Arbeitsgemeinschaften in die inhaltliche Arbeit der Partei traf ebenso auf breite Zustimmung der Delegierten. So soll es in Zukunft auch Parteitage mit klarem Themenbezug geben, um das inhaltliche Profil der Partei weiter zu schärfen.

Neumitglieder besser einbinden

Die Sozialdemokraten wollen zudem an ihrer öffentlichen Wahrnehmung arbeiten und dazu den Dialog mit den Bürgern forcieren. Auch sollen Neumitglieder künftig besser eingebunden werden. Hier konnte die Bochumer SPD über 100 neue Eintritte in 2017 verzeichnen.

Unterm Strich hat der Unterbezirk sich viel vorgenommen, was angesichts der hauptsächlich ehrenamtlichen Tätigkeiten mit einigen Kraftanstrengungen verbunden sein wird. Ehrenvorsitzender Bernd Faulenbach sprach deshalb auch „von einem langem Atem“, der für die geplanten Neuerungen nötig sei.

Eine klare Absage erteilten die Delegierten einer Großen Koalition auf Bundesebene. Stattdessen sprach man sich – entgegen der Meinung des Vorstands – mit einer knappen Mehrheit für eine Minderheitsregierung aus.

>>> INFO: Die SPD in Bochum

  • Über 4000 Parteimitglieder hat die SPD in Bochum. Insgesamt 155 gewählte Delegierte konnte ihre Stimme beim Parteitag am 27.11.17 abgeben – 124 kamen ins Jahrhunderthaus.

  • Die Bochumer SPD kommt bei der Bundestagswahl auf immer weniger Stimmen. 2005 waren es etwa 50 % der Zweitstimmen. 2017 nur noch 30 %.

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