Geldwirtschaft

Sparkasse Bochum erhöht ihre Gebühren für Privatgirokonten

Die Hauptverwaltung der Sparkasse Bochum am Dr.-Ruer-Platz ist ein markantes Gebäude in der Innenstadt

Die Hauptverwaltung der Sparkasse Bochum am Dr.-Ruer-Platz ist ein markantes Gebäude in der Innenstadt

Foto: Ingo Otto

Bochum.  Die Sparkasse Bochum erhöht zum 1. November ihre Kontoführungsgebühren. Von der Erhöhung betroffen sind 160.000 Inhaber von privaten Girokonten.

Kunden, die ein Privat-Girokonto bei der Sparkasse Bochum haben, müssen künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Sparkasse erhöht zum 1. November 2019 die monatlichen Gebühren für die Kontonutzung. Der Grundpreis für die Kontoführung des künftigen „S-GiroPrivat“ steigt demnach um mehr als die Hälfte von jetzt 2,25 auf dann 3,50 Euro im Monat.

Nach eigenen Angaben der Sparkasse sei dies die erste Erhöhung der Preise für Privatgirokonten seit 17 Jahren, also seit Einführung des Euro. Jürgen Hohmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, begründet diesen Schritt folgendermaßen: „Nur so können wir unseren Privatkundinnen und -kunden auch nachhaltig das erstklassige, auf ihre Bedürfnisse abgestimmte, sichere und komfortable Sparkassen-Dienstleistungspaket in Bochum anbieten.“

Die anhaltende Niedrigzinsphase, steigende Aufwendungen für die IT-Sicherhheit, innovative Investitionen sowie regulatorische und gesetzliche Anforderungen machten diesen Schritt notwendig, teilt das Geldinstitut mit. Dabei legt die Sparkasse Wert darauf, dass sie in den vergangenen 17 Jahren ihr Leistungsangebot erheblich erweitert habe.

Entscheidung ist bereits vor Monaten gefallen

Wie die WAZ erfuhr, sei diese Entscheidung im Vorstand bereits vor einigen Monaten gefallen. Der Verwaltungsrat ist bereits in Kenntnis gesetzt. Die über 160.000 Inhaber von Privatgirokonten der Sparkasse sollen in der nächsten Woche per Post aber auch über das Internet in ihrem e-Postfach über diese Preissteigerungen in allen Einzelheiten informiert werden. Weitere konkrete Zahlen zu weiteren Veränderungen, etwa, was die Kosten für Überweisungen und anderen Service angeht, nennt die Sparkasse vorab daher nicht.

Allerdings soll mit dem Konto „S-GiroDirekt“ ein neuer Kontotyp mit einem monatlichen Grundpreis von 4,50 Euro eingeführt werden. Die Gebühr ist zwar höher, dafür gebe es jedoch reduzierte Gebühren bei den einzelnen Kosten je Kartenzahlung. Fallen beim normalen S-GiroPrivat 30 Cent pro Kartenzahlung an, sind es bei S-GiroDirekt mit 15 Cent nur die Hälfte. Mit dieser Kontovariante gehe man auf das wachsende Bedürfnis ein, bargeldlos per Karte oder per Handy zu bezahlen, heißt es.

Das Unternehmen betont, gleichzeitig an seinem dichten Filialnetz mit 45 Geschäftsstellen festhalten zu wollen. Im Vergleich zu anderen Sparkassen aber auch anderen Geldinstituten hat sich die Bochumer Sparkasse dazu entschieden, dort bislang keine Einschnitte zu unternehmen. Sie steht gut da und hatte bei der Bilanzvorstellung angekündigt, die jährliche Ausschüttung an die Stadt Bochum künftig noch zu erhöhen: 16 Millionen Euro in diesem und 16,5 Millionen Euro im nächsten Jahr.

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