Weihbischof Angerhausen

Spannende Suche: Bochumer Forscherin entdeckt alte Dias

Forscherin aus Bochum hat mit Archivar des Bistums Essens alte Dias von Weihbischof Angerhausen entdeckt. Das Ergebnis einer spannenden Suche.

Forscherin aus Bochum hat mit Archivar des Bistums Essens alte Dias von Weihbischof Angerhausen entdeckt. Das Ergebnis einer spannenden Suche.

Foto: Nicole Cronauge / Bistum Essen

Bochum/Essen.  Forscherin aus Bochum hat mit Archivar des Bistums Essens alte Dias von Weihbischof Angerhausen entdeckt. Das Ergebnis einer spannenden Suche.

Nur das Leuchten in den Augen von Miriam Niekämper und Severin Gawlitta lässt ahnen, dass sich in diesen Umzugskartons ein wahrer Schatz befindet. Man sieht flache Metallgestelle in den Kisten stehen, jedes mit Dutzenden grauen Dia-Rähmchen vollgesteckt. Doch die analogen Vorgänger von Powerpoint und Pinterest haben es in sich: Sie sind das private Fotoarchiv von Weihbischof Julius Angerhausen (1911 bis 1990), dem ersten Weihbischof des Bistums Essen. Längst verschollen geglaubt, sind die Bilder 30 Jahre nach dem Tod des passionierten Hobby-Fotografen wieder aufgetaucht – dank der Beharrlichkeit eines erfahrenen Archivars und der Spürnase einer jungen Forscherin der Ruhr-Universität Bochum.

„Vor fünf Jahren habe ich einen ersten Versuch gemacht, die Bilder wiederzufinden“, berichtet der Historiker Severin Gawlitta vom Bistumsarchiv in Essen. Schließlich war bekannt, dass Angerhausen viel fotografiert hat – und dass seine Bilder später in den Bestand einer Essener Bild-Agentur übergegangen sind. „Doch dann verlor sich ihre Spur“, erinnert sich Gawlitta. In vielen Gesprächen, unter anderem mit ehemaligen Beschäftigten der mittlerweile aufgelösten Agentur, erhielt Gawlitta den Tipp, es im Ostwestfälischen bei einem Haus zu versuchen, das nach dem Heiligen Bonifatius benannt ist. Doch der Tipp entpuppte sich als Niete.

Bochumer Forscherin hat den entscheidenden Einfall bei der Suche

Bis Miriam Niekämper in die Suche einstieg. Die 27-jährige Doktorandin am Bochumer Lehrstuhl für Kirchengeschichte an der Ruhr-Universität ist eine einschlägige Expertin, wenn es um den ansonsten bislang kaum erforschten Angerhausen geht. Für ihre Doktorarbeit sucht Niekämper im Bistumsarchiv vor allem nach Tagebüchern, die Angerhausen während seiner Teilnahme am Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) geschrieben hat. Niekämper und Gawlitta machten sich nun gemeinsam auf die Suche. Ihre Hoffnung: Wo die Dias sind, sind vielleicht auch die Konzilstagebücher.

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Dann hatte die junge Theologin die entscheidende Idee: Der „Bonifatius“-Hinweis könnte sich auf das Institut St. Bonifatius in Detmold beziehen, wo der Weihbischof Angerhausen oft zu Gast war. Ein Volltreffer: In dem Haus auf dem Detmolder Kupferberg lagerten die Dias, gut gepflegt, aber dennoch ein wenig in Vergessenheit geraten. Was die Bilder zeigen, ist größtenteils noch offen. Vor allem dürfte es sich um Bilder von Auslandsreisen handeln, vermutet Gawlita.

Hoffnug, dass auch die Tagebücher noch auftauchen könnten

Nur Niekämpers Forschung haben die Bilder kaum weiter gebracht: „Die Konzils-Tagebücher waren leider nicht im Institut St. Bonifatius.“ Ihre Dissertation soll sich nun mit einem Netzwerk aus 20 Bischöfen aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa beschäftigen, dessen Sekretär Angerhausen war. Etwa zwei Jahre hat sie dafür noch Zeit – und Hoffnung, dass die Tagebücher vielleicht doch noch auftauchen.

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