Prävention

Sonnenschule macht Kinder stark gegen körperliche Gewalt

Die Theaterpädagogische Werkstatt ermutigt Schüler der Sonnenschule „Nein“ zu sagen.

Die Theaterpädagogische Werkstatt ermutigt Schüler der Sonnenschule „Nein“ zu sagen.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Theaterpädagogen zeigen Kindern mit dem Stück „Mein Körper gehört mir“, wie sie Nein sagen. Außerdem lernen sie, wie sie sich Hilfe holen können.

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Die Bühne ist in fünf Minuten aufgebaut und das Stück beginnt mit dem „Körpersong“. Es ist ein munterer Einstieg in ein ernstes Thema: körperliche Gewalt gegen Kinder. Die Schüler der Sonnenschule Bochum lernen „Nein“ zu sagen.

„Es sollte allen Schulen ermöglicht werden, an diesem Projekt teilzunehmen“, sagt Mario Zappalà, Leiter der Sonnenschule. Seit 1994 klärt die Theaterpädagogische Werkstatt aus Osnabrück unter dem Titel „Mein Körper gehört mir“ Schüler über körperliche Gewalt auf. Ungewollter Körperkontakt soll lautstark mit „Nein!“ verweigert werden. „Ich habe gelernt, dass mich andere Menschen nicht anfassen dürfen wenn es sich nicht gut anfühlt“, sagt die achtjährige Lise.

Stück thematisiert auch Gewalt in der Familie

Der erste Teil des Stücks beschäftigt sich mit der Definition des „Ja-“ und „Nein-Gefühls“. Das „Nein-Gefühl“ tritt in verschiedenen Situationen auf. Das zeigen Schauspieler Şermin Kayik und Simon Martin: Şermin massiert Simon und tut ihm dabei weh. In einer anderen Szene wird Simon von seinem Nachbarn Frank am Hintern angefasst.

„Das Stück lebt mit der Zeit und passt sich an“, erklärt Simon Martin. Es gebe immer mehr Fälle von sexueller Gewalt unter Geschwistern. Deshalb baue man diesen Aspekt in den dritten Teil des Stückes ein. Im zweiten Teil üben Fremdtäter die Gewalt aus. „Für uns ist es besonders wichtig, dass die Kinder bei körperlicher Gewalt nicht die Schuld bei sich suchen. Wir wollen sie ermutigen, Nein zu sagen und Erwachsene um Hilfe zu bitten“, sagt Kayik.

Kinder lernen, wie sie sich Hilfe holen können

Um das Wissen zu stärken, unterhalten sie sich mit den Schülern zwischen den Szenen. Dabei wird das Geschehen und die Gefühlslage des Kindes in der Szene erläutert. Die Schauspieler fragen, wie sich das betroffene Kind in einer solchen Situation verhalten soll.

Ein Tipp ist, sich bemerkbar zu machen. So können Passanten eingreifen und Hilfe anbieten. Die achtjährige Harmanpreet ist sich sicher: „Wenn ich das nächste mal ein Nein-Gefühl habe, werde ich es nicht für mich behalten.“

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