Baum entwurzelt

So erlebten die Eisdielen-Gäste und Mitarbeiter das Unwetter

Aufatmen am Tag nach dem Unwetter: Kevin Kuhn, Inhaber der Eisdiele „I am Love“, mit seiner Mitarbeiterin Mona Benbaida, vor der Stelle, an der der Baum entwurzelt wurde.

Aufatmen am Tag nach dem Unwetter: Kevin Kuhn, Inhaber der Eisdiele „I am Love“, mit seiner Mitarbeiterin Mona Benbaida, vor der Stelle, an der der Baum entwurzelt wurde.

Foto: Sabine Vogt

Bochum-Ehrenfeld.  Beim Unwetter am Montag stürzte ein Baum in Bochum-Ehrenfeld um. Zum Glück hatten sich zuvor die Gäste einer Eisdiele ins Innere geflüchtet.

Es waren nur einige Sekunden, doch allen Beteiligten kam es viel länger vor: Bei dem Unwetter am späten Montagnachmittag krachte im Ehrenfeld ein Baum um, beschädigte einige geparkte Autos und krachte knapp neben die Außengastronomie der Eisdiele „I am Love“.

Der Baum fiel ganz langsam um

„Es war wie in Zeitlupe. Der Baum kippte ganz langsam um, als hätte er keine Wurzeln, die ihn noch im Boden halten konnten“, erinnert sich Mona Benbaida einen Tag später. Sie servierte die erfrischenden Eis-Leckereien, als Regen, Hagel und Sturm losbrachen. Inzwischen sind alle Schäden beseitigt, vom Baum zeugt nur noch ein Loch, mit Flatterband abgesichert.

Glück für die Gäste und Mitarbeiter: Durch das Unwetter hatten sich bereits alle in die Eisdiele am Hans-Ehrenberg-Platz/Dibergstraße geflüchtet. „Die Leute standen am Eingang und sahen sich die heftigen Schauer an“, erzählt Inhaber Kevin Kuhn. „Da wurde es kuschelig“, schildert die Angestellte.

Es herrschte Bestürzung

Zumal auch einige Passanten hier Schutz vor dem Regen suchten. Mona Benbaida erlebte das Schauspiel ebenfalls von der Tür aus. Ihr Boss beschreibt es als surreal. Als der Baum umkippte, herrschte eine Zeit lang Bestürzung. „Wir riefen die Feuerwehr. Die war zehn Minuten später da.“

Passiert sei nichts, zeigt sich Kevin Kuhn erleichtert. Lediglich von der mobilen Eistheke neben den Tischen und Stühlen wurde das Dach abgedeckt, einige Deko-Blumen gingen kaputt. Und ein Auto auf dem angrenzenden Parkplatz sei leicht beschädigt worden („Nein, nicht meins.“) Auf die Idee, das Mobiliar noch zu schützen, kam zum Glück niemand: Die rustikalen Tische und Stühle blieben ohnehin intakt. Der entwurzelte Baum hat sie knapp verfehlt. Kevin Kuhn hatte sie selbst gezimmert, aus Gerüstbalken.

Knapp einer Katastrophe entkommen

Der Geschäftsmann ist sich bewusst, dass seine Angestellten und die Gäste knapp einer Katastrophe entkommen sind. Denn als der Starkregen einsetzte, war die Außengastronomie im Herzen des Ehrenfeldes noch gut gefüllt. „Bei einer Kollegin saß der Schreck so tief, dass sie nach draußen ging, als alles vorbei war, hinfiel und sich das Kinn anschlug.“ Für ihn voll nachvollziehbar: „Wenn man den ganzen Tag dort bei der Arbeit herumwuselt und dann realisiert, was hätte passieren können – das kann man nicht so einfach wegstecken.“

Minutenlang herrschte regelrecht eine Schockstille ob der Naturgewalt. Als dann die Feuerwehr eintraf und sich bei den Gästen der Schrecken allmählich legte, beobachteten noch einige die Aufräumarbeiten. Insgesamt aber, so Kuhn, sei das ganze Viertel danach leergefegt gewesen, „die Menschen waren froh, nach Hause zu kommen“.

Die Wehr zersägte den etwa 40 Zentimeter dicken Stamm und sicherte die Stelle. Es war der erste Notruf, der an diesem Tag bei der Leitstelle eingegangen war.

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