Kneipenviertel

So diskutieren unsere Nutzer über Sicherheit im Bermuda-Dreieck

Manche Besucher fühlen sich im Bermuda-Dreieck nicht mehr wohl und fordern mehr Polizeipräsenz.

Manche Besucher fühlen sich im Bermuda-Dreieck nicht mehr wohl und fordern mehr Polizeipräsenz.

Foto: Ingo Otto

bochum.   Mit Äußerungen zu Pöbeleien und Exzessen hat ein Wirt eine Debatte über sinkendes Niveau und Polizeipräsenz ausgelöst. Das sagen unsere Nutzer.

Die Sicherheit im Bermuda-Dreieck – sie beschäftigt auch unsere Facebooknutzer. Nachdem der Mitbetreiber der Partybar „Kult“ die „Negativentwicklung“ der Partymeile kritisiert, von „Alkoholexzessen, Pöbeleien und Belästigungen“ gesprochen hatte, erreichten die Redaktion zahlreiche Leserbriefe, Online- und Facebookkommentare zu diesem Thema.

Die Meinungen gehen auseinander: Einige bestätigen die Schilderungen von Helmut „Manusch“ Schwalm, berichten von eigenen beklemmenden Erfahrungen oder Gefühlen. „Ich bin früher öfter zu Fuß um drei Uhr morgens von der Innenstadt nach Grumme gelaufen. Das würde ich nicht mehr tun“, kommentiert ein Leser, nicht ohne einzuräumen, dass sein Verhalten auf einer „gefühlten Unsicherheit“ beruhe, für die es keine „handfesten Kriterien“ gebe.

Manche wollen einen Niedergang des Kneipenviertels ausgemacht haben, für den sie auch die Gastronomen verantwortlich machen. „Ein wenig einladendes Erscheinungsbild ohne Charme“, bescheinigt ein Kommentator dem Dreieck. Viele betrachten die zahlreichen Shisha-Bars auf der Brüderstraße als Hauptproblem: „Macht diese ganzen Shisha-Bars zu, dann kehrt auch wieder ein bisschen mehr Ruhe ein“, fordert ein Facebooknutzer.

Bunt gemischte Szene

Leser Sebastian Sowa stößt sich indes an den „kruden Behauptungen zu ‘Nicht-Europäern’“, die Schwalm als ein „großes Ärgernis“ bezeichnet hatte. „Die Kortumstraße ist ein öffentlicher Raum“, konstatiert Sowa. „Und den verhandelt, solange es friedlich und legal abläuft, die Öffentlichkeit und kein Kneipenwirt, der sich ein anderes Ambiente für seinen Laden wünscht.“ Ähnlich sieht es „ein Nachbar und regelmäßiger Besucher“ des Dreiecks: „Wenn ‘Nicht-Europäer’ durch ihr bloßes „Auftreten“ schon Furcht auslösen, dann wirft das ein seltsames Licht auf die Besucher des Bermuda-Dreiecks. Ich habe die Szene dort bisher als sehr gemischt wahrgenommen, durch alle Alters- und Bevölkerungsgruppen.“

Leserin Friederike Kaarsthoff fragt sich hingegen, „ob die legendäre Bermuda-Dreieck-Szene mittlerweile vielleicht einfach aus der Zeit gefallen ist“, ob Jugendliche die Situation ganz anders wahrnähmen als die Über-50-Jährigen.

Und dann sind da noch die Kommentare mehrerer Frauen, die sich im Bermuda-Dreieck ganz und gar nicht unwohl fühlen und damit Manusch Schwalm klar widersprechen: „Immer wieder schön, wenn Männer genau zu wissen glauben, wie Frauen sich fühlen“, schreibt eine Nutzerin. „Ich fühle mich im Bermuda jedenfalls sicher und habe dort auch in mehreren Jahren noch nie etwas Unangenehmes erlebt. Um Missverständnisse zu vermeiden: Ich fühle mich dort so sicher, wie Frau sich eben fühlen kann, wenn sie von betrunkenen Männern umgeben ist.“

Polizei mit Zivilkräften vor Ort

Es liegt in der Natur der Sache, dass jede Beobachtung nur ein Mosaiksteinchen des großen Ganzen darstellt. „Subjektiv gefühlte Sicherheit und objektive Zahlen klaffen auseinander“, sagt Polizeisprecher Frank Lemanis und betont noch einmal: „In Relation zur Besucherzahl ist das Bermuda-Dreieck eine unauffällige Örtlichkeit.“ Den Vorwurf, die Polizei zeige dort zu wenig Präsenz, weist er zurück: Man sei im Innenstadtbereich „stark aufgestellt“, im Bermuda-Dreiecks seien nicht nur regelmäßig Streifen unterwegs, sondern auch Zivilkräfte, die als solche für die Besucher nicht erkennbar seien. Hinzu kämen Bezirksbeamte, Beamte der Bereitschaftspolizei sowie Verkehrsdienstkräfte.

Nicht ausschließen will Lemanis allerdings, dass einige Straftaten gar nicht erst angezeigt würden – weil etwa der Sicherheitsdienst einer Diskothek selbst einschreiten und prügelnde Gäste hinauswerfen würde – und der Anruf bei der Polizei am Ende ausbleibe. Und noch etwas beobachten die Beamten: „Die Menschen werden respektloser, Angriffe auf Polizisten nehmen zu.“ Das aber gelte nicht bloß für das Bochumer Bermuda-Dreieck.

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