Kultur

Single-Eltern tanken beim Haka-Workshop in Bochum Kraft

Kursleiter Kane Harnet Mutu mit Kursteilnehmern bei dem Haka-Workshop.

Kursleiter Kane Harnet Mutu mit Kursteilnehmern bei dem Haka-Workshop.

Foto: Gero Helm

bochum.  Der rituelle Tanz der Maori-Kultur symbolisiert Stärke. Bei einem Kurs können Alleinerziehende mit dem Tanz Kraft für den Alltag sammeln.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Gruppe steht in einem großen Kreis und hält sich an den Händen. „Kia Ora“ rufen die Teilnehmer laut und reißen die Arme in den Himmel. Trainer Kane Harnet Mutu stampft barfuß auf den Boden, bewegt sich tanzend in die Mitte des Kreises und singt in rhythmischer Sprache. Noch schauen die Mütter ein wenig verdutzt, wenige Minuten später sind auch sie im „Haka-Element“. In der Turnhalle der Widar-Schule in Höntrop wird gestampft, geschrien, geklatscht und getrommelt.

Blockaen können abgebaut werden

„Haka hilft Blockaden abzubauen, sich frei zu machen und neu gestärkt in die Zukunft zu gehen“, weiß Initiatorin Rebecca Burke, die alleinerziehend mit zwei Kindern ist. Burke muss es wissen: Sie hat 10 Jahre in Neuseeland gelebt, dem Heimatland der Maori-Kultur und der Geburtsstätte des Kriegstanzes. „Die Kraft, die man durch Haka tanken kann ist enorm“, sagt sie. Der Tanz verändere Menschen. Für Alleinerziehende sei das genau richtig: Sie seien täglich einem immensen Druck ausgesetzt und kämpften oft alleine. Deshalb hat Burke, die als einzige Deutsche die Maori-Kultur in Neuseeland studiert hat, Mutu nach Deutschland geholt.

Haka auch beim FC Bayern

Der Maori vom Stamm der Nagti Kahu sagt: „Haka verbindet Körper und Geist. Es steigert das Selbstbewusstsein, denn man spürt seinen Einfluss und seine eigene Stimme.“ Man lerne gleichzeitig viel über die Kultur und seine eigenen Wurzeln. „Auch die Gemeinschaft steht im Vordergrund“, so der 52-Jährige, der auch schon mit Firmen wie BMW oder Microsoft und dem Bayern München gearbeitet hat. In Neuseeland sei Haka Bestandteil des Alltags, schon Schulkinder führten den Tanz auf. Lara Schwarzenberg hatte zwar schon die neuseeländische Rugby-Mannschaft beim Haka gesehen, es selbst auszuprobieren wäre ihr aber nicht in den Sinn gekommen. „Das ist wirklich mal etwas Ausgefallenes“, findet sie. Auch wenn Vivien Link zu Beginn noch skeptisch war, beim Workshop klappt das Schütteln, tiefe Einatmen und Stampfen auf Anhieb. „Ich hoffe, dass ich gestärkt herausgehe. Von Haka hatte ich noch nie etwas gehört“, so Link. Für Kirsten Holte war Haka ebenfalls völlig unbekannt, aber: „Ich probiere gerne etwas Neues aus“, so die Alleinerziehende. Eva Langheit hat ihre Kinder Charlotte und Linus mitgebracht. „Manchmal mache ich zuhause auch eine Art Kriegstanz. Vielleicht kann ich ja etwas für den Alltag mitnehmen“, sagt sie und lacht.

>>>Ursprünglich ein alter Kriegstanz

Der Haka ist ein alter Kriegstanz der Māori, der auf dem Schlachtfeld und beim friedlichen Zusammentreffen verschiedener Gruppen getanzt wurde. Der Tanz demonstriert auf leidenschaftliche Art den Stolz und die Kraft eines Stammes. Zu den Tanzbewegungen gehören etwa Aufstampfen und Klatschen, begleitet von lautem Gesang. Heutzutage kommt der Haka weiterhin während Feierlichkeiten zum Einsatz. Haka-Trainer Kane Harnet Mutu leitet weltweit Haka-Workshops und ist Botschafter für Tourismen New Zealand sowie Professor an der Universität in Kopenhagen und Lehrbeauftragter an der Dänischen Polizei Akademie.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben