Musik

Sinfonisches Blasorchester der Uni entführt in den Dschungel

Das Sinfonische Blasorchester der Ruhr-Uni steckt mitten in den Proben für die Neujahrskonzerte im Audimax.

Foto: Olaf Ziegler

Das Sinfonische Blasorchester der Ruhr-Uni steckt mitten in den Proben für die Neujahrskonzerte im Audimax. Foto: Olaf Ziegler

Bochum.   Mit bekannten Melodien füllt das beliebte Orchester regelmäßig das Audimax. Probe für Neujahrskonzerte laufen auf Hochtouren.

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Nanu, ist das nicht die unsterbliche Hymne von König Louie? „Oh dubidu, ich wär so gern wie du-hu-u“, schallt der Mega-Hit durchs Audimax – und fast könnte man meinen, die nüchterne Ruhr-Uni und der indische Urwald seien keine zig Flugstunden voneinander entfernt.

Die Mitglieder des Sinfonischen Blasorchesters (SBR) stecken gerade mitten in den Proben für ihre Neujahrskonzerte, die Mitte Januar wieder für ein garantiert volles Haus sorgen werden – und wenige Wochen zuvor herrscht auf der Bühne emsiges Treiben, gepaart mit heiterer Gelassenheit.

Mit Charme und leichter Härte

„Es läuft schon ganz gut“, sagt der Dirigent Uwe Kaysler, der seine Mannschaft mit Charme und leichter Härte während dieser über fünfstündigen Probe voran treibt. „Nochmal von vorn“, sagt er. Und schon geht’s wieder los, die Bläser und das Schlagwerk setzen ein, und der Besucher wippt unwillkürlich mit dem Fuß und summt leise mit: „Oh dubidu...“

Wer sich die enorme Klangfülle der bunten Musikgruppe genauer anhört, kann eigentlich kaum glauben, dass das Sinfonische Blasorchester echt jung ist. Zum Sommersemester 2014 wurde es auf Initiative einiger engagierter Studenten gegründet. Eine von ihnen ist Stefanie Böhmer, die Euphonium (eine Art Tuba) spielt: „Am Anfang waren wir zu dritt“, erinnert sie sich.

Ein Aushang in der Uni hatte Erfolg

Doch ein Aushang in der Uni hatte Erfolg, auch eine Veranstaltung des langjährigen Universitätsmusikdirektos Hans Jaskulsky brachte viele Gleichgesinnte. Etwa 40 Laienmusiker meist aus dem studentischen Umfeld gehörten zur Urbesetzung, mittlerweile zählt das SBR über 70 Personen. Mit dem Musiklehrer Uwe Kaysler war schnell ein Dirigent gefunden, die Leitung des Orchesters blieb indes in Studentenhand: „Die Organisation übernehmen wir“, sagt Stefanie Böhmer. „Wir kümmern uns auch um das Mittagessen bei den Proben und um unser Sommerfest. Das ist gewiss eine Besonderheit.“

Besonders ist auch, auf welch enormen Anklang das Orchester stößt. Direkt zum ersten Konzert im Sommer 2014 (das ursprünglich im Foyer des Audimax stattfinden sollte) kamen schon 600 Besucher. Der Eintritt ist immer frei, und das Interesse riss nicht ab, so dass das Audimax mit 1750 Plätzen bald zu klein wurde. „Wir wollen niemanden nach Hause schicken“, meint Sabrina Grüber (Querflöte), „aber plötzlich gab es nur noch Stehplätze.“ So finden die Konzerte seit einer Weile an zwei Abenden statt. „Das hat die Situation erheblich entspannt“, sagt Uwe Kaysler.

Liebe zur Blasmusik schweißt zusammen

Die Liebe zur Blasmusik – sie schweißt sie fest zusammen. So wie Jan-Martin Österlein haben viele Musiker den Weg zum SBR gefunden. Der Student stammt aus einer Kleinstadt in Niedersachsen: „Dort habe ich lange in einer Blaskapelle Posaune gespielt“, erzählt er. Als er wegen des Studiums nach Bochum zog, hat er sich darüber gefreut, sein Instrument nicht an den Nagel hängen zu müssen. „Als ich von diesem Orchester hörte, bin ich sofort dazu gekommen.“

>>>>Neujahrskonzerte mit bekannten Melodien

Unter dem Titel „Exotisch sinfonisch“ finden die Konzerte am Samstag, 13. Januar, 19 Uhr, und Sonntag, 14. Januar, 17 Uhr, im Audimax (Ruhr-Uni) statt. Eintritt frei.

Auf dem Programm stehen Melodien u.a. aus dem „Dschungelbuch“ und „Les Misérables“. Nähere Informationen: www.rub.de/sbrbochum

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