Blickpunkt Älterwerden

„Seniorenkümmerer“ können bald ihre Arbeit aufnehmen

Gisela Schöngraf ist überzeugt von der interaktiven Puppe.

Gisela Schöngraf ist überzeugt von der interaktiven Puppe.

Foto: Gero Helm

Weitmar.   Quartiersprojekt mit dem Roten Kreuz soll im Bürgercafé im Zentrum an der Holtbrügge beginnen. Gesundheitstag bietet eine Fülle an Informationen.

Eigenständiges und selbstbestimmtes Leben für Senioren im gewohnten Zuhause ist ein erklärtes Ziel des Quartiersprojekts Weitmar bei der Alzheimerhilfe des Roten Kreuzes. Alle daran Interessierten, gerade auch Menschen mit betroffenen Angehörigen, Experten und weitere im großen Pflegesektor Tätigen zu vernetzen und zusammen zu bringen, dazu sollte vorrangig der erste große Gesundheitstag im DRK-Zentrum an der Holtbrügge dienen.

Mit dem Zuspruch zufrieden

Dazu stellten sich das „Haus der Generationen“ mit seinen eigenen Möglichkeiten und eine Reihe von Dienstleistern aus dem Stadtbezirk vor. Anna Wischnewski, DRK-Quartiers-Projektbeauftragte, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Echo aus der Nachbarschaft. „Viele aus der Generation 50 + nutzen schon mal die Möglichkeit, sich zum Beispiel über Hilfsmittel aus dem Sanitätshaus zu informieren, oder über Unterstützung, bevor überhaupt ein Pflegefall eintritt oder ein Angehöriger ins Heim muss“, erzählt sie.

Ein neuer Baustein im Gefüge der möglichen Helfer soll das Bürgercafé sein, das das DRK an der Holtbrügge einrichtet, um regelmäßig Platz für Veranstaltungen zu bieten. Außerdem soll es vor allem Kontaktstelle sein. „Im Herbst wollen wir unsere ersten fünf ehrenamtlichen Helfer förmlich qualifizieren“ schildert die Koordinatorin, „wohl als Seniorenkümmerer.“ Der Begriff steht noch nicht fest, die Idee sehr wohl: Anregungen geben, Kontakte vermitteln, vor Ort auf mögliche Verbesserungen aufmerksam machen. „Und für alles ein großes Ohr haben“, meint Wischnewski, die von ihren Ehrenamtlichen überzeugt ist. Sie könnten sicherlich für pflegende Angehörige von Senioren, die sich sogar die Zeit für die Informationssuche stehlen müssten, Erleichterung und Entlastung bieten.

Puppe erkennt Gesichter

Eine ungewöhnliche Form der Unterstützung kann auch ein Pilotprojekt darstellen: Eine interaktive Puppe, für die noch Test-Teilnehmer gesucht werden. Also Familien, die einen Angehörigen mit beginnender Demenz zu Hause betreuen. Die Puppe erkennt Gesichter, nimmt Stimmungen wahr, kann an Abläufe und Termine erinnern. Weiter kann sie zu Aktivitäten anregen, Nachrichten weitergeben und Angehörige über Aktivitäten informieren.

Gisela Schöngraf von der DRK-Alzheimerhilfe: „Damit können Angehörige auch mal ein paar Minuten weg.“

Die Rolle wechseln

Die Rolle wechseln konnten Besucher an diesem Tag auch mit dem „Altersanzug“: Dunkle Skibrille, üppige Zusatzgewichte, Halskrause, Kopfhörer – „ich fühl mich wie 85“, ächzt Manuela Mertens, die wie Kollegin Daniela Thiel den Test gemacht hat, eingeschränkt in Wahrnehmung und Bewegung.

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