Senioren und Flüchtlinge pflegen Nachbarschaft

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Mitte. Auf der Bühne wiegen sich vier Frauen beim Bauchtanz in den Hüften, die zahlreichen Gäste gehen im Rhythmus mit. Sehr gut besucht ist das Sommer-See-Fest des St. Marienstifts. „See“ deshalb, weil die Bühne im Garten diesmal über dem Teich aufgebaut wurde.

Beim Aufbau der Bühne haben junge Flüchtlinge geholfen, die neuen Nachbarn des Seniorenheims im alten DGB-Haus. „Wir pflegen ein sehr gutes Miteinander, Nachbarschaft im besten Sinne“, sagt Sabine Timmer, zuständig fürs Qualitätsmanagement im Marienstift-Team. Zum Dank wurden die Flüchtlinge zum Sommerfest eingeladen, viele brachten ihre Familien mit. Viele waren auch beim Jahresausflug zum Kemnader See dabei, schoben die Rollstühle der gehbehinderten Bewohner, so Pflegedienstleiterin Milena Röhr.

Das haben die Flüchtlinge auch fürs bevorstehende Westendfest am Wochenende auf dem Springerplatz versprochen. „Das ist schön, umso mehr Senioren können teilnehmen“, sagt Pflegedienstleiterin Milena Röhr.

Dort ist eine gemeinsame Aktion von Marienstift-Bewohnern und Flüchtlingen geplant zum Thema Heimat.

Das Mitarbeiter-Team bringt sich stark ein, auch diesmal wieder. „Wir haben eine Modenschau gemacht, in alten Klamotten von den 40er- bis 80er Jahren; alles Synthetik, das heißt: schnell an- und schnell wieder ausziehen“, sagt Sabine Timmer. Die Sachen stammen aus eigenem (Theater-)Fundus. Und es wird noch schweißtreibender: Zum Abschluss treten sie als „Mariensisters“ auf, die tanzend zum Mitmachen animieren.

Durchs Programm führt DJ Marco Gennaro mit Schlagern. Zu den Höhepunkten gehört auch der Auftritt der „Spätzünder“, die hauseigene Theatertruppe. Sie besteht aus Senioren, die seit ihrer Gründung vor zwei Jahren Aufmerksamkeit erregen, zuletzt beim Flashmop auf dem Springerplatz, wo sie zum Michael-Jackson-Stück darüber sangen, dass Alte von der Gesellschaft aussortiert werden.

Auf der Sommerfest-Bühne intonieren sie auf Trommeln und Rhythmusinstrumenten, unterstützt vom Musiker Dominic Muscat Drummer, ein afrikanisches Lied. Danach erleben die Besucher den „wahren Rap“: poetische und hoffnungsfrohe statt vernichtende Texte zu Trommelklängen.

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