Heimat-Projekt

Senioren nähern sich ihrer Heimat im Bochumer Norden

Ein rauschendes Fest gab’s zum 30. des Kulturrats auf Lothringen. Für Klaus Gesk haben die Kivelitz’ den Gerthern viel Heimat bewahrt.

Ein rauschendes Fest gab’s zum 30. des Kulturrats auf Lothringen. Für Klaus Gesk haben die Kivelitz’ den Gerthern viel Heimat bewahrt.

Foto: Klaus Gesk

Bochum-Nord.  Ein Projekt des Seniorenbüros dreht sich um das Verständnis von Heimat. Dazu gehören Spaziergänge, Texte schreiben und Fotos aus den Stadtteilen.

Heimat: Ein Wort, das warme Gefühle erzeugen kann. Doch immer häufiger wird es vom rechten Rand negativ verzerrt. Nun wollen sich Senioren im Bochumer Norden der Heimat aus eigener Sicht nähern. Ist Heimat, wo sie geboren wurden, oder wo sie heute leben? Ist es die Familie, oder da, wo das Herz schlägt?

Die Idee zum Heimatprojekt hat das Seniorenbüro Nord losgetreten. Dabei erschließen sich die Senioren ihre Heimat ganz direkt vor der eigenen Haustür, aber auch künstlerisch.

Eine Lanze für Gerthe brechen

Die Eheleute Evelyn und Klaus Gesk etwa brechen eine Lanze für ihre Heimat Gerthe. Sie hatten sich am WAZ-Stadtsteilcheck beteiligt und ihre bevorzugten Ecken präsentiert wie den Hiltroper Volkspark, alte Bauernhöfe und die Spazierwege im Naturschutzgebiet im Stadtteil. Beide engagieren sich im Seniorenbüro. Klaus Gesk findet: „Wichtig sind in der Heimat auch immer die Menschen, ihre Eigenarten, ihre Gewohnheiten, ihre Kultur und ihre Brauchtümer.“ Er ist schon lange auf Fototour durch „sein“ Gerthe.

Der erste Teil des Projektes findet unterwegs statt. Susanne Tiggemann wird „Erzählspaziergänge“ durch Harpen (23. Oktober, 15 Uhr, ab St. Vinzentius-Kirche) und durch Gerthe (5. November, 15 Uhr, ab Seniorenbüro Nord, Gerther Straße 20) anbieten. Den Harpener Spaziergang begleitet die Diakonin Inga-Schulze-Steinen, die sicherlich aus ihrer Sicht viel zum Sprengel beitragen kann.

Spaziergänge und Erzählen

Tiggemann sagt von sich: „Ich sammle Geschichten.“ Sie ist beim Dortmunder Touché-Erzähltheater tätig. Sie wird mit Senioren – viele von den Teilnehmern nehmen bereits an den wöchentlichen Stadtteilspaziergängen teil – die beiden Stadtteile erkunden, Orte aufsuchen, die viele mit Heimat verbinden, ob Lothringen, den Marktgarten, „oder auch Klingelschilder suchen, die von unterschiedlichen Nationalitäten in Wohngebieten zeugen“, sagt Martina Houben vom Seniorenbüro. Sie findet: „Je unruhiger die Zeiten, desto mehr steigt das Heimatfieber. Deshalb greifen wir das Thema auf, ohne zu bewerten.“

Kinder und Senioren schreiben

Mit Schulkindern und Senioren wird im zweiten Teil des Projektes Heimat literarisch ergründet. Kinder und Jugendliche aus dem offenen Ganztag der Peter-Petersen-Schule werden in einer Schreibwerkstatt gemeinsam mit älteren Menschen auf biografische Spurensuche gehen. Ob sie Heimat von ihren Wurzeln her betrachten oder Wünsche an ein besseres Miteinander, bleibt ihnen überlassen. Es gibt zwei Termine: 8. und 15. November, 14 bis 18 Uhr, Gerther Straße 20.

Andrea Behnke, die seit fast 20 Jahren als freie Autorin in Bochum arbeitet, wird die Werkstatt leiten. Sie hat Bücher für Kinder und Erwachsene geschrieben, in denen sich häufig die Themen Generationen und Heimat finden.

Hobbyfotografen schwärmen aus

Begleitend zum Schreib-Workshop sollen auch Bilder entstehen aus dem Bochumer Norden. Hobbyfotografen sind aufgerufen, ihre Umgebung mit der Kamera zu durchforsten. Jeder setzt seine eigene Vorstellung von Heimat um, sei es mit Lieblingsorten oder typischen Ansichten mit Wiedererkennungswert. Wer teilnehmen möchte, kommt einfach zum ersten Treffen am Dienstag, 8. Oktober, 16 Uhr, im Seniorenbüro Nord.

Die Aufnahmen werden in einer Ausstellung gezeigt am 23. November. An diesem Termin präsentiert auch die Schreibwerkstatt die Werke der Schüler und Senioren. Martina Houben: „Wer mag, kann seine Arbeit auch in einer Lesung präsentieren.“ Zwischen 14.30 und 15.30 Uhr wird es um Wort und Bild im Seniorenbüro gehen.

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