Putzaktion

Senioren des Marienstifts putzen Quartier fein raus

Wolfgang Kohlmann, Brigitte Lange und Mitarbeiter Waldemar Szislowski (v.l.) lassen sich vom Regen nicht abschrecken.

Wolfgang Kohlmann, Brigitte Lange und Mitarbeiter Waldemar Szislowski (v.l.) lassen sich vom Regen nicht abschrecken.

Foto: Gero Helm

Bochum-Mitte.   Den Westendputz gibt es seit 2008. Auch Senioren des Marienstifts nehmen teil. Das Projekt soll die Identifikation mit dem Stadtteil stärken.

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Die letzten Vorbereitungen für den Westendputz laufen: Mitarbeitende und Bewohner des Marienstifts werfen sich die nötigen Regencapes über und statten sich mit den Abfallzangen aus. Müllsäcke werden in der Hand getragen oder seitlich am Rollator befestigt. Von ursprünglich zwölf Angemeldeten trotzen am Montag noch sieben Bewohner dem ungemütlichen Wetter und wollen ihr Viertel vom Abfall befreien.

Dreck stößt auf Unverständnis

„Für unsere Bewohner ist das eine gute Gelegenheit, um am gesellschaftlichen Leben mitzuwirken. Sie kommen raus und machen etwas Nützliches“, erklärt Sabine Timmer vom Marienstift, die selber tatkräftig mithilft und einen Zigarettenstummel nach dem anderen vom Gehweg kratzt.

Die beiden Bewohner Brigitte Lange und Wolfgang Kohlmann haben sich die Arbeit derweil aufgeteilt. Während er den blauen Sack trägt und bei Einwurf öffnet, scannt sie die Umgebung nach Müll und greift dabei alles, was ihr vor die Zange kommt: Taschentücher, Joghurtbecher, Plastikflaschen und sogar leere Schnapsflaschen. „Wer macht denn überhaupt den ganzen Dreck hier?“, fragt sich Kohlmann berechtigterweise.

Brigitte Lange gibt ihm darauf keine Antwort, sie ist bereits am nächsten Brennpunkt angekommen: „Wir müssen auch auf die Gullis achten, damit die sauber und sicher bleiben“, weiß die Seniorin. Das ist bei dem anhaltenden Regen gewiss kein schlechter Einfall. Die Gruppe ist mittlerweile noch kleiner geworden. Über die Schmidtstraße geht es zurück Richtung Marienstift.

130 Personen nahmen an der Aktion teil

Dort wartet bereits Sabine Timmer mit einem Bus, der die Teilnehmenden zum Bewohnertreff „Alte Post“ bringen soll. Hier können sich die fleißigen Senioren aufwärmen und bei Kaffee und Kuchen stärken. Auch Helfende aus anderen Einrichtungen des Westends treffen sich hier. Insgesamt haben nämlich rund 130 Personen an der Aktion teilgenommen. „Ein voller Erfolg für den Stadtteil“, freut sich Sebastian Spatz vom Stadtteilzentrum e57, das in diesem Jahr erstmals die Organisation übernommen hat.

Spatz will mit der Aktion aber nicht nur kurzfristig den Stadtteil sauberer und schöner machen: „Wir möchten zum einen eine Identifizierung mit dem Stadtteil schaffen und die Teilnehmenden auf der anderen Seite auch für das Thema der Müllvermeidung sensibilisieren“, erklärt der Sozialpädagoge. Brigitte Lange und Wolfgang Kohlmann haben ihren Beitrag dazu heute geleistet: „Jetzt sind wir fertig“, stellen die beiden Helfer zufrieden fest.

>>>>Auch viele Jugendliche reinigten beim Putzprojekt den Stadtteil mit

Die Putzaktion im Westend gibt es 2018 bereits im zehnten Jahr. Insgesamt haben am Montag neun Einrichtungen daran teilgenommen. Mit dabei waren die Seniorenstifte, die Kitas, die Grundschule an der Maarbrücke, das Stadtteilzentrum e57 und dessen Dependance, das KITT. Jede Einrichtung hat circa fünf bis 15 Müllsäcke zu den vier zentralen Sammelstellen geliefert. Säcke, Picker und Handschuhe wurden vom USB gespendet.

Weit über die Hälfte der Teilnehmenden waren Kinder und Jugendliche. Die Aktion soll auch nach dem Ende des Stadtumbaubüros 2019 weiter geführt werden. Auch deshalb übernahm jetzt das e57 die Organisation.

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