Handel

Wattenscheider Großhandelsmarkt Selgros schließt 2018

Der Selgros-Standort an der Bochumer Straße wird 2018 geschlossen.  Foto: Gero Helm

Der Selgros-Standort an der Bochumer Straße wird 2018 geschlossen.  Foto: Gero Helm

Wattenscheid.  Das Großhandelsunternehmen Selgros schließt 2018 den Standort an der Bochumer Straße in Wattenscheid. 100 Jahre lang war dort die Zeche Centrum.

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Über 100 Jahre prägte die Zeche Centrum das Bild des Stadtteils, gut 42 Jahre sind es nach dem Ende der Zeche nun für den Großmarkt, zunächst unter dem Namen „Agros“, dann „Fegro“, seit 2014 als „Selgros“. Der Standort wird 2018 geschlossen; der Mietvertrag mit dem Grundeigentümer „Dach + Fach“ GmbH, Immobiliendienstleister mit Sitz in Duisburg, läuft noch bis 30. Juni 2018.

Treffen der Käfer-Freunde und monatlicher Trödel

Zuletzt zog ein großer Nikolaus als Werbung für den Tannenbaumverkauf die Blicke auf das Großhandelsgelände an der Bochumer Straße. Wer hier nicht als Gewerbetreibender einkauft, kennt die Selgros-Adresse sonst noch als Standort für die regelmäßigen Treffen der Käfer-Freunde Wattenscheid oder des monatlichen Trödelmarktes und als Umleitung während der Gleisbauarbeiten zwischen Hansastraße und der Grundschule.

1975 entstand der Agros-Großhandel auf dem jetzigen Areal, 1989 wurde die OHG Fegro/Agros gegründet, damit auch der neue Name, 2014 dann Selgros, eine Kombination aus SELbstbedienung und GROShandel, ein Tochterunternehmen der Transgourmet Holding, die wieder eine Coop-Tochter, mit – letzter Stand 2015 – 87 Cash- und Carry-Märkten in Deutschland, Polen, Rumänien und Russland, nach Metro Cash & Carry zweitgrößter Betreiber.

Zwei Unglücke mit sieben Toten auf dem Zechengelände

Lange warf auf der Fläche der Bergbau seine Schatten: 1861 entstand die Zeche Centrum durch die Verbindung von „Vereinigte Emma & Blankenstein“, Schacht I und III lagen am Centrumplatz, Schacht II an der Hansastraße. 1863 begann die Förderung auf Schacht I, 1865 auf Schacht II. Die höchste Förderung von 1,147 Millionen Tonnen erzielten 1913 immerhin 4 793 Beschäftigte.

1922 kam der Verbund mit der Zeche „Fröhliche Morgensonne“, 1928 lag die gemeinsame Förderung bei 1,507 Millionen Tonnen von 5 656 Beschäftigten. 1929 wurde auf Schacht II die letzte Schicht gefahren, 1945 markierte die Trennung von „Fröhliche Morgensonne“. 1953/54 forderten zwei Unglücke jeweils sieben Tote, auf dem Friedhof Westenfeld erinnerte ein Denkmal daran.

1956 brachte einen neuen Verbund mit Centrum-Morgensonne, schon 1963 erfolgten Stilllegung der gesamten Zeche und Abriss der Anlagen.

>>> INFO: Sozialplan wird verhandelt

66 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Grund für die Schließung des Standortes an der Bochumer Straße ist laut Transgourmet Deutschland GmbH & Co. OHG die „nicht zufriedenstellende Ertragssituation“.
Die Beschäftigten wurden informiert. Dauerhaft biete der Standort keine Perspektive zur Verbesserung der Situation.

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