Urteil

Schwere Messerattacke im Rotlicht-Milieu: Fünf Jahre Haft

Die drei Angeklagten (gepixelte Gesichter) beim Prozessauftakt am 5. Juli 2019 neben ihren Verteidigern und Dolmetschern.  

Die drei Angeklagten (gepixelte Gesichter) beim Prozessauftakt am 5. Juli 2019 neben ihren Verteidigern und Dolmetschern.  

Foto: Bernd Kiesewetter

Bochum.  Ein Mann (32) ist für eine schwere Messerattacke im Rotlicht-Milieu zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Tat geschah vor einem Saunaclub.

Für eine schwere und überfallartige Messerattacke im Rotlicht-Milieu ist ein 32-jähriger Mann vom Landgericht Bochum zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte laut Urteil einen 25-jährigen Mann vor einem Saunaclub in Wattenscheid mit einem Messer sehr schwer verletzt. Das Opfer musste notoperiert werden.

Das Verbrechen ereignete sich am späten Abend des 14. September 2018. Zwei BMW mit mehreren Insassen sollen gegen 22.40 Uhr vor dem Bordell vorgefahren sein und einen anderen BMW, der dort bereits stand, blockiert haben. Dessen Scheiben wurden von Insassen der beiden anderen BMW zertrümmert. Die zwei Insassen des geparkten BMW wurden herausgezerrt und verprügelt. Der Beifahrer (25) erlitt einen Stich in den Oberbauch. Die Bauchhöhle wurde eröffnet. Notärzte retteten ihm im Bergmannsheil das Leben.

Hauptangeklagter wurde in Italien gefasst

Die 1. Strafkammer war überzeugt, dass der 32-jährige Angeklagte der Mann war, der zugestochen hatte. Verurteilt wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung. Nach anfänglichem langem Schweigen im Prozess war er zuletzt geständig. Mit Hilfe der Angaben der Opfer und mit DNA-Spuren war der wohnsitzlose Mann am 9. Oktober 2018 in Italien gefasst worden. Wegen Wohnungseinbruchs und Beschaffung falscher Ausweise ist er vorbestraft. Bis heute sitzt er in U-Haft, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Verurteilt wurden auch zwei Mittäter (23, 26), zu zweieinhalb Jahren beziehungsweise zu drei Jahren Haft. Sie waren die Fahrer der beiden BMW. Einer war nur teilweise, der andere gar nicht geständig.

Das Tatmotiv blieb im Prozess ungeklärt

Das Motiv für den Überfall konnte nicht geklärt werden. Die Anklage ging von Schutzgelderpressung im Rotlicht-Milieu aus; die beiden überfallenen Männer sollen Zuhälter zweier Prostituierter aus dem Saunaclub gewesen sein und Schutzgeldforderungen nicht erfüllt haben. Das konnte aber im Prozess, der Anfang Juli begonnen hatte, nicht festgestellt werden. Möglicherweise waren Streitigkeiten unter Familien der Grund für die blutige Attacke.

In demselben Saunaclub hatte es in der Nacht des 22. September 2019 schwer gebrannt. Die Kripo geht von Brandstiftung aus. Ein Täter konnte bisher nicht ermittelt werden.

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