Fridays for Future

Schüler unterstützen „Fridays for Future“-Bewegung mit Musik

Alpay rappt, seine Mitschüler hören gebannt zu. Der 14-Jährige hat sogar einen Klima-Song in Arbeit.

Alpay rappt, seine Mitschüler hören gebannt zu. Der 14-Jährige hat sogar einen Klima-Song in Arbeit.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Bochum-Werne.  Schüler und Lehrer der Willy-Brandt-Schule in Bochum-Werne veranstalten das Konzert „Friday Sounds for Future“. Erlös geht an ein Klimaprojekt.

„Du hast keine Lust auf Unterricht!“, „Demonstrier doch in der Freizeit“ oder „Sind dir deine Noten egal?“ Die Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule kennen diese Sprüche hinsichtlich der „Fridays für future“-Bewegung, für die Schüler freitags auf die Straße gehen, um sich für den Klimaschutz einzusetzen. Die Werner Schüler finden das Engagement gut, gehen aber ihren eigenen Weg.

Erlös fließt in ein Klimaprojekt

„Wir wollen zeigen, dass wir uns auch noch auf andere Weise engagieren können“, sagt Neuntklässlerin Karen Gerges und zeigt auf die Bühne, auf der die Schulband „Seven Nation Army“ von „The White Stripes“ zum Besten gibt. Laut dröhnt die Musik über den Schulhof. „Friday-Sounds for Future“ heißt das, die Idee ist denkbar einfach: Ein Schulkonzert für den Stadtteil, alle drei Monate an einem Freitag, mit Eintrittsgeld, das in ein Klimaprojekt fließt.

„Glaubwürdiger, wenn wir uns in der Freizeit engagieren“

„Wir sind viel glaubwürdiger, wenn wir etwas in unserer Freizeit machen“, sagt die 15-Jährige Karen Gerges , die ein Shirt mit dem Spruch „Our planet, our future, your decision“ trägt. „Es ist für uns besser, nicht so viel Unterricht zu verpassen“, meint Gerges.

Lieber keine Fehlstunden im Bewerbungszeugnis

Mit diesem Argument findet sie Mitstreiter bei Schülern wie Lehrern: „Es geht aktuell um das Bewerbungszeugnis, da sind Fehlstunden doof“, sagt Mats Diederich (15). Mit seinen Eltern diskutiere er viel über Klimathemen, beispielsweise übers Plastiksparen.

Nicht „nur“ streiken, auch etwas Produktives machen

Claudia Högemann, Leiterin der Willy-Brandt-Gesamtschule, erklärt: „Nur streiken nützt der Umwelt nicht, so machen wir etwas Produktives.“ Während Schülerin Paula mit „Lost Boy“ von „Ruth B“ auftritt, sagt der ehemalige Schüler Lasse Lange (17): „Es geht um unsere Zukunft. Schwänzen ist vielleicht nicht das beste Druckmittel, aber es bringt Aufmerksamkeit.“ Durch das Konzert beweise man aber, dass es auch anders gehe.

„Toll, wie die Schüler sich engagieren“, meint Erdkunde-Lehrerin Isabella Meurer. Ihr sei es wichtig, die Schüler zur Frage „Was kann ich selbst tun?“ zu ermutigen. Sozialarbeiter Stefan Schreiner, der die Idee zum Konzert hatte und am Schlagzeug mitspielt, betrachtet eine Stellwand, auf der persönliche Klimaziele gesammelt sind: Wasserverbrauch senken, mehr recyceln, weniger Autofahren. „Ich mache mir Sorgen um die Zukunft meines sechsjährigen Sohnes“, sagt Schreiner. Das Konzert solle sensibilisieren und die Bewegung unterstützen.

„Alpay G“ schreibt an eigenem Klima-Song

Auch der 14-jährige Schüler Alpay Alija macht dabei mit. Unter dem Künstlernamen „Alpay G“ rappt er für seine Mitschüler und für die Umwelt. „Ich schreibe sogar schon an einem Klima-Song“ verrät er. Musik sei zum Begeistern und Mitreißen ein unschlagbares Mittel – noch besser als Schwänzen.

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