Schülerlabor

Schüler trainieren an der RUB-Uni Bochum ihren Latein-Muskel

Der Lateinkurs der Hildegardisschule, vorne Christina und Celina, mit Lehrer Tasso Bubenzer-Kuhle (h.) besuchte das Schülerlabor.

Foto: Ingo Otto

Der Lateinkurs der Hildegardisschule, vorne Christina und Celina, mit Lehrer Tasso Bubenzer-Kuhle (h.) besuchte das Schülerlabor. Foto: Ingo Otto

Bochum.   Schülerlabor der Ruhr-Uni bietet besondere Latein-Grammatik-Übungen. Schüler dürfen Twister und Verben-Fußball spielen und was mit Eiern machen.

Kurz müssen Anchala und Leonie überlegen. Die Frage ist schwer. Dann aber nimmt sich Anchala ein gelbes, Leonie ein rotes Plastikei. Sie legen es auf einen Löffel und laufen lachend los. Das Ziel ist nur wenige Meter entfernt und wer zuerst da ist, bekommt einen Punkt. Wenige Meter neben ihnen spielen zwei ihrer Mitschülerinnen Twister. Das Spiel, bei dem man mit Händen und Füßen farbige Punkte auf einem am Boden liegenden Spielfeld berühren muss. Auch hier ist die Stimmung bestens, fast ausgelassen. Lateinische Grammatik zu lernen, kann offensichtlich auch Spaß machen.

Das jedenfalls ist der Ansatz im Alfried-Krupp-Schülerlabor an der Ruhr-Uni. „Für Lateinlernende gilt Ähnliches wie für Sportler“, sagt Mirka Philipps (23). Sie ist Deutsch- und Latein-Studentin an der Ruhr-Uni und begleitet zusammen mit Caroline Wahl (24, Pädagogik und Latein) das Projekt. Sie betreuen die Schülerinnen und Schüler. Diesmal ist es ein Lateinkurs des Hildegardis-Gymnasiums mit Lehrer Tasso Bubenzer-Kuhle.

Vokabeln und Grammatik werden trainiert

„Ohne ein effizientes Training der für die Lektüre notwendigen Muskeln“, sagt Mirka Philipps, „wie der Wortschatzsicherung und -erweiterung, also dem Vokabeln lernen, und besonders der Grammatik, fehlt die notwendige Kraft, um lateinische Texte erschließen zu können.“ Im Grammatik-Workout im Schülerlabor trainieren die Schülerinnen und Schüler deshalb ihre „Latein-Muskeln“, um nach der Spracherwerbsphase auch im nächsten Level fit zu werden.

Das Projekt ist zweigeteilt. Erst im zweiten Teil gibt es Verben-Fußball, Eierlauf, Twister oder auch ein Memory-Spiel. „Zunächst gibt es Stationenlernen“, sagt Caroline Wahl. „Dabei können die Schüler am Anfang die wichtigsten Grammatikphänomene wie den Ablativus absolutus oder die Verwendung des Konjunktivs wiederholen und damit Muskeln trainieren, die vielleicht schon längst zurückgebildet sind. Zudem können die Schüler einige grammatische Lücken schließen, die im Unterricht ausgelassen wurden.“

Newsletter des Schülerlabors

Auch hier machen Abwechslung und besondere Anregungen das Training unterhaltsam. Das Schülerlabor arbeitet „alte Geschichten“ medial auf. Es gibt umfassende Medien- und Softwareunterstützung. „Das sind Dinge“, sagt Lehrer Bubenzer-Kuhle, „die wir an der Schule so nicht einsetzen können, weil wir sie nicht haben. Mit solchen Projekten können wir den Latein-Unterricht attraktiver machen. Es ist schwer, Schüler für Latein zu gewinnen. In diesem Fach gibt es keinen Schüleraustausch.“

Er hat über den Newsletter des Schülerlabors vom dem Angebot erfahren. „Die Schüler haben das Lehrbuch abgeschlossen. Danach steht im Unterricht die Lektüre an. Da kommt dann alles auf einmal auf die Schüler zu. Sie müssen die Vokabeln und die Grammatik kennen.“ Mit dem Training im Schülerlabor will er seinen Schülern helfen, damit zurecht zu kommen.

Auch die Lehramts-Studentinnen würden von diesem Angebot profitieren sagt Dr. Stephanie Natzel-Glei, Fachdidaktikerin der Alten Sprachen: „Sie haben hier lockeren Kontakt mit Schülern. Das ist Praxis im Studium.“

>> TEILNAHME IST KOSTENLOS

  • Das Latein-Projekt an der Ruhr-Uni ist ohne Kostenbeteiligung. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe (Klasse 9 und 10) und der Oberstufe.


  • Es dauert jeweils von 9 bis etwa 14.30 Uhr – inklusive einer Mittagspause.


  • Weitere Infos gibt es im Bereich Geisteswissenschaften des Schülerlabors: 0234/ 32 24723; schuelerlabor-gg@rub.de

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik