Literaturförderung

Ruhr-Literatur rückt auch in Bochum näher heran

Vielfältig und kleinteilig, wie im Ruhrgebiet generell, ist das Literaturangebot in Bochum. Ein Beispiel: die Reihe Literatur im Pfarrsaal von St. Meinolphus-Mauritius. Hier war zuletzt Krimiautor Alain Ballmann Lesegast.

Vielfältig und kleinteilig, wie im Ruhrgebiet generell, ist das Literaturangebot in Bochum. Ein Beispiel: die Reihe Literatur im Pfarrsaal von St. Meinolphus-Mauritius. Hier war zuletzt Krimiautor Alain Ballmann Lesegast.

Foto: Joachim Hänisch

Bochum.   Unter dem Siegel „Literaturgebiet.ruhr“ sollen Angebote besser vernetzt und in der Öffentlichkeit präsentiert werden. Bochum ist mit dabei.

Im Ruhrgebiet gibt es eine agile und kreative Literaturszene, aber sie ist, auch wegen der Größe der Region, recht unübersichtlich – noch. Denn eine neue, gemeinsame Dachmarke soll das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken. Ihr Titel: „Wir sind ... Literaturgebiet.ruhr“.

Ein Kreis von Stadtbibliotheken, Literaturvereinen und -häusern, Verlagen, Buchhandlungen, freien Lesebühnen und anderen engagierten Akteuren aus den verschiedenen Städten hat sich unter dem neuen Claim versammelt. Tatsächlich hat es an einer gemeinsamen Interessenvertretung der Literatur im Ruhrgebiet lange gefehlt. Einzelaktivitäten gab es zuhauf; so ist in Bochum nicht nur die Literarische Gesellschaft ein bewährter Literatur-Player.

Ruhrgebiet nicht als Literaturlandschaft wahrgenommen

Auch manche Theater, Buchhandlungen, die Ruhr-Uni und nicht zuletzt die Volkshochschule und Büchereien setzen Ausrufezeichen. Wie viel das Ruhrgebiet zumal auf dem Sektor der schreibenden Kunst, zu der in den vergangenen Jahren auch Formate wie Poetry/Spoken Word zählen, zu bieten hat, will das 2018 gegründete Netzwerk „Literaturgebiet.ruhr“ stärker in den Fokus stellen. Als Ganzes werde die Literaturlandschaft Ruhrgebiet bisher zu wenig wahrgenommen, so das Credo.

Die neue Dachmarke soll da Abhilfe schaffen. Die Federführung hat das Literaturbüro Ruhr (Gladbeck) inne. „Literaturgebiet.ruhr will mehr als eine gemeinsame Werbefläche für Organisationen und ihre Veranstaltungen sein“, betont dessen Leiterin Antje Deistler. Vielmehr werde ein inhaltlich-konzeptionelles Netzwerk aufgespannt, „das Neues wagt und in aller Unbescheidenheit die Aufmerksamkeit einfordert, die der hiesigen Literaturszene gebührt“, so Deistler. Was genau darunter zu verstehen ist, steht noch nicht exakt fest; das Ganze wird als Prozess aufgefasst, der sich entwickeln muss und der vom Mitmachen lebt. Ein erster gemeinsamer Auftritt unter der neuen Dachmarke ist für Herbst 2019 geplant.

Finanzielle Hilfe vom Regionalverband und Ministerium

Finanzielle Unterstützung für die Netzwerkarbeit gibt es vom Regionalverband Ruhr und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen der allgemeinen Kulturförderung, die inzwischen als maßgeblicher Standortfaktor in der Ruhr-Region begriffen wird. Neben Antje Deistler gibt es fünf Sprecher des Verbunds Literaturgebiet.ruhr. Auch Belén Daza vom Blue Square der Ruhr-Uni gehört diesem Sprecherrat an.

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