Karneval

Rosenmontagszug 2021 in Bochum-Linden nun endgültig abgesagt

So sah es in Bochum-Linden noch am diesjährigen Rosenmontag aus, bevor der Corona-Lockdown kam: Die Narren knubbelten sich während es Zuges auf der Hattinger Straße.

So sah es in Bochum-Linden noch am diesjährigen Rosenmontag aus, bevor der Corona-Lockdown kam: Die Narren knubbelten sich während es Zuges auf der Hattinger Straße.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum-Linden.  Die Vereine im Bochumer Südwesten begrüßen die Entscheidung der Werbegemeinschaft. Abstandsregeln sind im Straßenkarneval nicht einzuhalten.

Der Vorstand der Werbegemeinschaft Linden hat am Montag den Rosenmontagszug 2021 abgesagt: „Schweren Herzens können wir aufgrund der Corona-Pandemie die liebegewonnene Traditionsveranstaltung Lindwurm in unserem Stadtteil im Jahr 2021 nicht stattfinden lassen. Auch wenn sich bestimmt viele Närrinnen und Narren sehr auf dieses Ereignis gefreut haben, hat der Schutz der Gesundheit oberste Priorität.“ Die Vereine im Bochumer Südwesten stehen geschlossen hinter dieser Entscheidung.

Kolpingsfamilie Bochum-Linden wählt keinen neuen Prinzen

Werner Lerch von der Kolpingsfamilie Linden findet: „Unter diesen Bedingungen kann man einen Karnevalszug nicht durchführen, die Gesundheit geht vor.“ Die Kolpingsfamilie werde zum Beginn der kommenden Session nichts veranstalten. Das Gemeindezentrum, wo üblicherweise gefeiert wird, sei klein, da passten ohnehin nicht viele Gäste hinein, „da käme keine Stimmung auf“. Zudem, so Lerch, sei die Meinung vieler Karnevalsfreunde, dass große Veranstaltungen wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr zu gefährlich seien, so dass sicher nicht viele kämen. Timo I. Ditscheid bleibt wegen der Corona-Situation Prinz der Kolpingsfamilie Linden. „Vielleicht hätten wir in diesem Jahr einen neuen Prinzen gewählt. Doch so bleibt Timo I. vorerst im Amt. Was die darauf folgende Session betrifft, ist noch alles offen.“

Ruhrlandbühne sagt alle Veranstaltungen ab

Dirk Schmieder, Geschäftsführer der Ruhrlandbühne, sagt: „Es ist traurig und sehr schade, doch wir stimmen der Werbegemeinschaft zu. Ein Rosenmontagszug wäre nicht zu verantworten, zumal keiner weiß, wie sich die Corona-Fallzahlen noch entwickeln werden.“ Die kleinen Vereine, die von Einnahmen aus Veranstaltungen leben, seien gebeutelt: Die letzten Jahre spielte das Wetter nicht mit – wegen Sturms musste ein Zug abgesagt werden.

„In diesem Jahr geht gar nichts; wir haben kein Oktoberfest, keine Weihnachtsfeier, keinen Karneval. Ende des Jahres will der Vorstand der Ruhrlandbühne entscheiden, ob es im nächsten Jahr eine Karnevalsveranstaltung geben kann. Hingegen wird mit dem Sommerfest „Dahl’sen Total“ geplant; der Termin wurde auf den 3.und 4. September 2021 festgesetzt, mit der Hoffnung, dass es dann auch stattfinden kann.

MTV Bochum-Südwest: Wer sollte Verantwortung tragen?

„Die Absage ist das Vernünftigste, was man aktuell machen kann“, betont Carsten Becker, Vorsitzender des Musik- und Tanzvereins (MTV) Bochum-Südwest, und ergänzt: „Wer sollte die Verantwortung übernehmen, ein Hygienekonzept aufzustellen?“

Selbst ohne Alkohol stünden die Menschen dicht gedrängt am Rande des Umzugs, zumal, wenn Kamelle geworfen werden. Der MTV hat alle Veranstaltungen in der kompletten Session abgesagt, wird nichts Eigenes durchführen und auch keine anderen Veranstaltungen besuchen. Zudem gebe es keinen ausreichend großen Saal, um Feiernde unterzubringen. „Wir werden vereinsintern in kleiner Runde etwas planen.“

„Winterzauber“ auf dem Wilhelm-Hopmann-Platz

„Die Entscheidung im Vorstand fiel einstimmig“, erklärt Frank Pätzold vom Vorstand der Werbegemeinschaft Linden. „Wir wollen keinen neuen Hotspot erzeugen. Das Risiko der Ansteckung wäre viel zu hoch.“ Es gebe kein Konzept für einen Umzug, etwa kleine Logen für Familien am Straßenrand aufzubauen. „Linden bewegt“ plant aber einen „Winterzauber“, einen kleinen Kunsthandwerkermarkt auf dem Wilhelm-Hopmann-Platz Mitte November, „um zumindest einen kleinen kulturellen Lichtblick zu bieten“. Bei der Stadt hat die Werbegemeinschaft ein Hygienekonzept zur Prüfung eingereicht. Eine Genehmigung liege noch nicht vor. „Der Platz ist gut geeignet, um eine begrenzte Zahl von Besuchern mit je einem Zu- und Ausgang aufzunehmen.“

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