Stadtgarten Wattenscheid

Ratten machen sich im Wattenscheider Stadtgarten breit

Kanalarbeiten treiben derzeit vermehrt Ratten an die Oberfläche. Im Stadtgarten Wattenscheid haben es die Nager auf Futter in den Gehegen abgesehen. Dieser Kamerad prüft erstmal vorsichtig die Lage.

Kanalarbeiten treiben derzeit vermehrt Ratten an die Oberfläche. Im Stadtgarten Wattenscheid haben es die Nager auf Futter in den Gehegen abgesehen. Dieser Kamerad prüft erstmal vorsichtig die Lage.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Wattenscheid.  Stadt nennt Kanalarbeiten als Grund für das häufige Auftreten. Defekte Teich-Pumpe könnte noch 2019 repariert werden, Initiative bleibt aktiv.

Traurig sei der Anblick gewesen, sagt Bärbel Kempin: „Ich war mit meinem Enkelkind im Stadtgarten und werde dort erstmal nicht mehr hingehen. Es waren so viele Ratten unterwegs – in den Tiergehegen und vor allem an den Futtertrögen“, berichtet die Wattenscheiderin. Noch in der gleichen Woche habe sie mit dem Ordnungsamt telefoniert, auf die Zustände hingewiesen: „Es muss doch jemand durchlaufen und gucken, was dort los ist“, ist sie auch Tage später noch merklich bestürzt.

Neue Methode um Nager fernzuhalten

Auch der Stadt Bochum ist die Problematik in der Wattenscheider Grünanlage bekannt. Stadtsprecherin Katrin Müller: „Das momentane vermehrte Auftreten der Ratten hat vornehmlich mit Kanalarbeiten in Wattenscheid zu tun, bei dem die Kanäle durchgespült werden und so die Ratten kurzfristig häufiger an die Oberfläche gehen. Gleichwohl ist der Vogelpark ein Anziehungspunkt für Ratten, da dort Futter ausliegt.“ In diesem Bereich sei seit längerer Zeit ein Kammerjäger im Einsatz: „Im Moment wird die Methode, um die Ratten vom Vogelpark fernzuhalten, gewechselt, da die intelligenten Tiere nach einiger Zeit lernen, diese zu umgehen.“

Neue Pumpe musste zurückgeschickt werden

Eine weitere Baustelle bleibt indes die defekte Pumpe des Springbrunnens auf der großen Wiese nahe der Parkstraße. Mangelnden Einsatz kann man der Stadt hier jedoch nicht vorwerfen. Fortüne fehlt hingegen bei der Fehlerbehebung. Im Juni äußerte Stadtbaurat Markus Bradtke die Hoffnung, die komplizierte Technik noch in 2019 wieder zum Laufen zu bringen. Nun muss Stadtsprecherin Müller einen erneuten Rückschlag vermelden: „Eine neue Pumpe wurde zwar geliefert, hat allerdings die falschen Anschlusskabel. Deshalb wurde sie direkt zurückgesendet und wird nun umgerüstet.“

Ob dadurch die beiden Fontänen des Springbrunnens wieder ein Wasser-Schauspiel bieten können, bleibt jedoch abzuwarten, denn: „Die Pumpe ist nicht exakt baugleich, da es ein solches Modell nicht mehr gibt. Eventuell müssen also die Rohre angepasst werden.“ Die Stadt gibt jedoch nicht auf, betont Müller: „Es besteht noch Hoffnung, die Pumpe im August wieder in Gang zu setzen.“

Besucher melden auch Positives

Und auch einige positive Beobachtungen und Entwicklungen werden seit dieser Woche aus dem Stadtgarten von einigen Besuchern gemeldet. Verstärkt seien Reinigungskräfte, vor allem montags, im Einsatz. Auch das Ordnungsamt zeige vermehrt Präsenz und führe Kontrollen durch, so Hinweise von Spaziergänger gegenüber der WAZ-Redaktion.

Noch nicht einstimmen in das Lob möchte Ulrike Beck. Sie ist Sprecherin der Initiative Stadtgarten, die den dortigen Parkcharakter als Zone der Ruhe und Entspannung bewahren bzw. wiederherstellen möchte: „Mein Eindruck ist leider, dass zwar die Mülleimer montags regelmäßig geleert werden, die auf den Wiesen verteilten Abfälle jedoch des Öfteren nicht mitgenommen werden.“

Blumenbeete und Wege in schlechtem Zustand

Beck ist Anwohnerin, „jeden Morgen im Stadtgarten unterwegs“, und beobachtet die Entwicklungen gemeinsam mit ihren Initiative-Mitstreitern genau: „Die Wege und Rabatte sind momentan in schlechtem Zustand. Nur um die Freilichtbühne herum sieht es etwas besser aus.“ Dort werde vor allem für Ordnung gesorgt, „wenn größere Veranstaltungen anstehen“. Auch bei den Grünflächen und Rhododendren sieht Beck Nachholbedarf: „Die Brombeeren wachsen durch und müssten zurückgeschnitten werden. Generell mangelt es einfach an regelmäßiger Pflege.“

Initiative möchte den Druck erhöhen

Anfang September kommt die Initiative wieder zusammen und möchte das Vorgehen intensivieren, wie Beck stellvertretend ankündigt: „Wir werden die Leute auffordern, sich den Mängelmelder der Stadt Bochum als App herunterzuladen und öfter auf die Zustände hinzuweisen, sobald etwas im Stadtgarten oder auch drumherum auffällt.“ So möchte man den Fokus auf die eigentlich idyllische sowie älteste Grünanlage Wattenscheids mit ihrem Freizeitcharakter schärfen.

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