Polizei

Rätsel um angeblichen Kunst-Diebstahl in Bochumer Innenstadt

Lebensgroße Figuren in der Bochumer Innenstadt erinnern an jüdische Sportler. Zwei Figuren sind nun gestohlen worden.

Lebensgroße Figuren in der Bochumer Innenstadt erinnern an jüdische Sportler. Zwei Figuren sind nun gestohlen worden.

Foto: MATTHIAS GRABEN / FUNKE Foto Services

Bochum.  In der Bochumer Innenstadt erinnern Figuren an jüdische Sportler. Der Staatsschutz ermittelte wegen Diebstahls. Doch diesen gab’s gar nicht.

Eine Anzeige wegen Diebstahls hat am Montag für Verwirrung gesorgt: Die Polizei hatte gemeldet, dass in der Bochumer Innenstadt am Wochenende zwei lebensgroße Figuren aus einer öffentlichen Ausstellung über jüdische Sportler gestohlen worden seien. Da die Polizei in dem vermeintlichen Diebstahl eine besondere Brisanz sehe, sei auch der Staatsschutz in die Ermittlungen involviert. „Wir behandeln das zwar grundsätzlich als Diebstahlsanzeige, es geht aber ja um Figuren jüdischer Sport, deshalb schauen wir genauer hin“, sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag.

Die Polizei meldete, dass beide Figuren an der Huestraße aus der Verankerung gebrochen und mitgenommen worden seien. Eine der Figuren soll am Samstag, 17. Oktober, zwischen 12 und 21.40 Uhr gestohlen worden sein, die zweite am Sonntag, 18. Oktober, zwischen 4.50 und 7.30 Uhr.

Figuren in Bochum wurden nicht gestohlen - sie stand noch gar nicht oder nicht mehr

Kurze Zeit später dann die Wende: Die Figuren wurden gar nicht gestohlen – eine von ihnen war schlicht noch gar nicht aufgestellt, die andere zur Reparatur abgeholt worden.

Wie Berno Bahro, wissenschaftliche Leiter der Ausstellung, auf Nachfrage der WAZ erklärte, sei eine der beiden bei einer vorherigen Ausstellung in Wetzlar beschädigt worden und derzeit noch in Reparatur. Die zweite Figur wurde tatsächlich in Bochum beschädigt. „Sie lag abgebrochen auf dem Boden. Dort ermitteln Polizei und Staatsschutz wegen Sachbeschädigung. Weil die Figur bereits zur Reparatur abgeholt wurde, sei die Polizei dort von einem Diebstahl ausgegangen – ein Missverständnis.

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Die Ausstellung mit dem Titel „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ zeigt in der Innenstadt 17 Sportlerinnen und Sportler, die nur weil sie Juden waren, während der NS-Zeit aus ihren Sportvereinen ausgeschlossen worden. Die Outdoor-Schau erstreckt sich über die Huestraße vom Hauptbahnhof bis zum Dr.-Ruer-Platz und läuft bis zum 9. November.

Die Bochumer Kriminalpolizei sucht jetzt Zeugen, welche etwas zur Sachbeschädigung an der Figur sagen können. Hinweise bitte an die Rufnummer 0234 909-4505 oder außerhalb der Geschäftszeiten unter der Durchwahl -4441.

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