Wohneigentum

Quartier für exquisites Wohnen entsteht an der Wielandstraße

Die Zukunft des ehemaligen RWE-Verwaltungsgebäudes (im Hintergrund) für die Neubebauung Wielandstraße ist weiter ungewiss.

Foto: Dietmar Wäsche

Die Zukunft des ehemaligen RWE-Verwaltungsgebäudes (im Hintergrund) für die Neubebauung Wielandstraße ist weiter ungewiss. Foto: Dietmar Wäsche

Bochum-Mitte.   RWE-Grundstück an der Wielandstraße wird bebaut. Noch immer gibt es keine Entscheidung über Erhalt oder Abriss des Verwaltungsgebäudes.

38 Bäume werden zwischen Wieland-, Freiligrathstraße und Herderallee gefällt, um Platz zu machen für das neue Wohngebiet auf dem Grundstück der RWE. Sie alle sind durch die Baumschutzsatzung geschützt. 50 Laubbäume sind deshalb als Ersatz vorgeschrieben, von denen nur zehn im Bebauungsgebiet Platz finden; für die restlichen 40 wird der Investor eine Ausgleichszahlung in Höhe von 48 000 Euro leisten. Damit will die Stadt Neupflanzungen an der Herderallee und auf den Schmechtingwiesen finanzieren.

Fünf Platanen auf der Herderallee, die sich durch einen imposanten Baumbestand auszeichnet, bleiben erhalten, weil sie das Erscheinungsbild des Quartiers entscheidend prägen. Dazu muss das Plangebiet um einen Teilbereich der Herderallee erweitert werden.

Bebauungsplan im Bezirk

Der Bezirk Mitte wird am Donnerstag (19.) über den Bebauungsplan informiert, bevor der Planungsausschuss einen Monat später über die Erweiterung des Plangebietes um einen Teil der Herderallee sowie die öffentliche Auslegung entscheidet. Eine Entscheidung über Erhalt oder Abriss des alten Verwaltungsgebäudes ist noch immer nicht gefallen.

Das bisherige Planverfahren wurde in zwei Varianten durchgeführt, die eine mit Erhalt, die andere mit Abriss des ehemaligen Verwaltungsgebäudes. Es hat zwar keinen Denkmalwert, liegt aber innerhalb der Denkmalbereichsatzung Stadtparkviertel. Die Untere Denkmalbehörde stuft es als erhaltenswert ein. Nachbarn hatten sich mit Aktionen schon 2015 für den Erhalt des historischen Bauwerks stark gemacht. Das Stadtplanungsamt erklärt nun in der Vorlage im Bezirk, dass eine Entscheidung über die Zukunft des Verwaltungsgebäudes erst in Zusammenhang mit der Beteiligung der Denkmalbehörden erfolgt, die zum Abrissantrag gehört werden. Damit bis dahin das Bebauungsplanverfahren nicht ins Stocken gerät, beinhaltet der Entwurf ebenfalls beide Varianten, mit und ohne den Altbau.

Eigentümer hat Gelegenheit zur Anhörung

Dazu Eckart Kröck, Leiter des Planungsamtes: „Die Untere Denkmalbehörde in Bochum und die Obere Denkmalbehörde in Münster werden noch gehört. Wenn die sich gegen den Abriss aussprechen, hat der Eigentümer Gelegenheit zu einer Anhörung. Doch noch hat er sich nicht geäußert, ob er das Verwaltungsgebäude erhalten will oder nicht.“ Also soll eine Entscheidung erst mit dem Satzungsbeschluss erfolgen.

Die Baugrundaufbereitung soll in diesem Jahr passieren. RWE Service GmbH hat einen städtebaulichen Wettbewerb ausgelobt für Wohnbebauung auf dem ehemaligen Betriebsgrundstück. Auf Grundlage der Pläne des Frankfurter Architekturbüros Mäckler wurde der Entwurf zum Bebauungsplan vorbereitet. Dieser sieht drei Baublöcke mit zwei- bis viergeschossigen Stadthäusern vor. Bis zu 150 Wohnungen können auf dem knapp zwei Fußballfelder großen Gelände entstehen.

Vorgesehen sind ferner villenartige Häuser und Geschosswohnungen, überwiegend in Eigentum. „Die Preise sind oberste Liga; öffentlich geförderter Wohnungsbau ist deshalb nicht eingeplant“, sagte Franz-Josef Drabig, RWE Service GmbH, auf der Bürgerversammlung zum Bauvorhaben im April vergangenen Jahres.

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