Europa-Serie

Pulse of Europe: „Europa soll zum Gefühl werden“

Mit europäischen Flaggen setzt Pulse of Europe einmal pro Monat ein Zeichen auf dem Platz des europäischen Versprechens

Mit europäischen Flaggen setzt Pulse of Europe einmal pro Monat ein Zeichen auf dem Platz des europäischen Versprechens

Foto: Carolin Oedinger

Bochum.  2017 stand Pulse of Europa das erste Mal auf dem Bochumer Platz des europäischen Versprechens. Sie rufen auf: „Was immer du wählst, wähl Europa.“

In den Händen halten sie die dunkelblauen Flaggen mit den gelben Sternen. Es sind rund 70 Menschen, die sich am ersten Sonntag im April auf dem Platz des europäischen Versprechens versammelt haben. Wie an den vergangenen ersten Sonntagen der vergangenen Monate und auch an diesem Sonntag. Sie alle sind Bochumer und auch Deutsche. In erster Linie sehen sie sich aber als Europäer.

„Europa ist keine Selbstverständlichkeit“, sagt Carolin Oedinger. Sie ist Mitglied der Bürgerinitiative Pulse of Europe für Bochum, Dortmund und Witten, auf deutsch: Europas Puls. Einmal pro Monat treffen sie sich, nach dem Vorbild der Frankfurter Initiative, die 2017 gegründet wurde und sich seitdem in 21 europäische Länder ausgeweitet hat.

Europa soll mehr zum Gefühl werden

„Wir versuchen, den Bürgern Europa auf einfache Art und Weise näherzubringen“, erklärt Oedinger. Das sei wichtig, gerade jetzt vor der Europa-Wahl. Sie will, dass Europa für die Menschen mehr zum Gefühl wird. Die Bochumer sollen sich mit Europa identifizieren und als Europäer sehen. „Wir können über Grenzen fahren, die eigentlich keine Grenzen sind. Wir können in anderen EU-Ländern studieren und dort leben. Aber dass es so ist, wie es heute ist, war viel Arbeit. Es ist etwas, an dem wir weiter arbeiten müssen und das wir pflegen müssen“, appelliert die junge Frau, deren ganze Familie sich bei Pulse of Europe engagiert.

Häufig seien es nur die älteren Bochumer, die auf die Straße gehen. Im Organisatoren-Team ist Oedinger mit 24 Jahren die Jüngste. „Es sind viele Leute dabei, die wissen, wie es ist, ohne Europa zu leben. Weil sie den Kalten Krieg oder den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben.“ Dabei findet Oedinger es so wichtig, auch die Jüngeren zu animieren – die schließlich noch länger in Europa leben werden.

„Was immer du wählst, wähl Europa“

In diesen Wochen geht es bei Pulse of Europe vor allem darum, die Menschen für die Wahl zu motivieren. Mit diesem Slogan: „Was immer du wählst, wähl Europa“. Die Initiative versteht sich als überparteilich, habe Mitglieder aus allen großen Parteien, die weder links- noch rechtsextrem sind. Oedinger: „Wir wollen die Nähe zum Bürger schaffen, die Politiker oft nicht hinbekommen.“

Zum Beispiel mit einer Veranstaltung am Sonntag, 5. Mai, wieder auf dem Platz des europäischen Versprechens. Die Initiatoren von Pulse of Europe haben die Kandidaten für das europäische Parlament beziehungsweise Vertreter der Parteien eingeladen, die den Bürgern Möglichkeit geben sollen, zu schauen, mit welcher Partei sie sich identifizieren.

Für die Wahl am 26. Mai hoffen Oedinger und die anderen Mitglieder von Pulse of Europe, dass die Wahlbeteiligung deutlich steigt. Sie findet: „Durch Europa bekommen wir so viele positive Dinge, von denen vermutlich jeder schon profitiert hat. Wer nicht mit wählt, darf sich auch nicht über Europa beschweren.“

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