Straßenbau

Proteste gegen Plan für breiteres Autobahnkreuz in Bochum

Günter Ludwig und Reinhard Paßmann (beides Eigentümer Auf dem Knust) stehen auf der Fußgängerbrücke über der A 40. Im Hintergrund sind die aktuelle Lärmschutzwand und die Siedlungs

Günter Ludwig und Reinhard Paßmann (beides Eigentümer Auf dem Knust) stehen auf der Fußgängerbrücke über der A 40. Im Hintergrund sind die aktuelle Lärmschutzwand und die Siedlungs

Foto: Svenja Hanusch

Bochum.   Anwohner der Siedlung Auf dem Knust am Autobahnkreuz fühlen sich schlecht informiert und unter Druck gesetzt. Häuser müssen Gartenteile abgeben.

Es kocht bei den Anliegern der Siedlergemeinschaft „Auf dem Knust“ in Harpen. Von der geplanten Erweiterung der A 40 im Einzugsbereich des Autobahnkreuzes Bochum sind rund 25 Grundstücke betroffen, die direkt an die Autobahn grenzen. Und sie wollen sich wehren: „Nur weil wir kleine Bürger sind, können die doch nicht einfach machen, was sie wollen“, sagt Reinhard Paßmann.

Pflöcke im Garten eingeschlagen

Paßmann, Christian Lange und Günter Ludwig gehören Häuser an der Straße Auf dem Knust, die zum Teil schon seit den 30er Jahren dort stehen. Vor gut zwei Jahren seien Vertreter von Straßen-NRW gekommen und hätten in den Häusern vorgesprochen. „Die schauten sich unsere Gärten an und haben Vermessungspflöcke eingeschlagen“, sagt Ludwig und deutet auf die Holzpflöcke mit der roten Markierung im Boden.

Schon jetzt blickt er von seinem Wohnzimmer auf die rund vier Meter hohe Lärmschutzwand. Nun soll die Wand mehr als vier Meter näher ans Haus heranrücken und rund acht Meter hoch werden. Damit nicht die Häuser und Gartenreste verschattet werden, planen die Autobahnbauer zwar, die obere Hälfte aus Kunstglas herzustellen, der Ärger sitzt jedoch trotzdem tief, nicht nur wegen der aktuellen Planungen.

„Es gibt keine vernünftigen Informationen. Wir erfahren immer erst aus der Zeitung, wenn es etwas Neues gibt“, sagt Heike Bochmann vom Vorstand der Siedlergemeinschaft. Sie hat schon ihre Kindheit in der Siedlung verbracht, kennt die meisten der alten Siedler. Für einige Bewohner bricht jetzt eine Welt zusammen. „Die Leute verstehen nicht, was da jetzt passiert.“

„Da wurde richtig Druck ausgeübt“

Geradezu wütend sind die Siedler über das Gebaren der Amtsvertreter: „Da wurde richtig Druck ausgeübt. Man sagte mir, dass es sich ja nur um Grabeland handele, das ich jetzt vom Garten abgeben müsse“, sagt Günter Ludwig. Entsprechend gering sei das Kaufangebot pro Quadratmeter gewesen.

Das Argument von Straßen-NRW, dass der Ausbau des Autobahnkreuzes nun zusammenhängend vorgenommen werde, damit die Bagger nur einmal anrücken müssen, wollen die Betroffenen nicht gelten lassen.

Gärten und Fahrbahn trennen nur wenige Meter

Warum der Ärger so groß ist, zeigen sie vor Ort. Von der Fußgängerbrücke über die A 40, die direkt von der Siedlung in den Ruhrpark führt, zeigt sich die Situation klar. Auf der südlichen Seite am Ruhrpark zieht sich ein bis zu etwa 20 Meter breiter Grünstreifen entlang. Zur Siedlung hin liegen nur wenige Meter zwischen Fahrbahn und den Gärten.

Die Anwohner fragen sich, warum die Trasse nicht ausschließlich in Richtung Ruhrpark verschoben wird. Paßmann ist richtig sauer: „Ich kann es mir nämlich vorstellen. Die denken, mit uns werden sie leichter fertig als mit einem großen Einkaufszentrum.“

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