Katholische Kirche

Propst verspricht: Bis 2030 schließen wir keine Kirche

Dreh- und Angelpunkt der zukünftigen Gemeindearbeit: die „Alte Pfarrei“ (rechts). Links im Hintergrund die Kirche St. Peter und Paul.

Dreh- und Angelpunkt der zukünftigen Gemeindearbeit: die „Alte Pfarrei“ (rechts). Links im Hintergrund die Kirche St. Peter und Paul.

Foto: Herrmann-Kümper

Bochum.   Michael Ludwig stellte die Pläne der Pfarrei „Propstei St. Peter und Paul“ vor: Bis 2030 muss keine Kirche schließen. Vier neue Jobs entstehen.

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Gut zwei Jahre lang diskutierten 100 Gemeindemitglieder sowie die Gremien der katholischen Pfarrei „Propstei St. Peter und Paul“ über Zukunftsstrategien bis zum Jahr 2030. Die Ziele im Rahmen des vom Ruhrbistum angestoßenen „Pfarrei-Entwicklungs-Prozesses“ (PEP) liegen nun vor. Propst Michael Ludwig freut sich darüber.

„Ich habe als Ergebnis nur positive Nachrichten“, sagt er – sichtlich gut gelaunt. „Wir bleiben zukünftig in allen sechs Stadtteilen präsent, so dass Seelsorge stattfindet und sich die Gemeinschaften treffen können. Wir müssen bis 2030 keine Kirchen schließen, es sei denn, es treten eklatante Baumängel an Gebäuden auf, die wir langfristig nicht mehr nutzen wollen. Wir schaffen vier Arbeitsplätze, die die inhaltliche Weiterentwicklung der Pfarrei unterstützen.“

Garantie für vier Kirchen

Veränderungen gibt es gleichwohl in der Pfarrei, denn langfristig werden Gebäude geschlossen. So bekommen nur die Kirchen St. Peter und Paul (Innenstadt), St. Nikolaus von Flüe (Hofstede-Marmelshagen) sowie St. Liborius (Grumme) eine Garantie über 2030 hinaus. „Damit decken wir unser Einzugsgebiet gut ab“, so der 60-jährige Seelsorger.

Ludwig geht davon aus, dass einige Kirchen weiterhin bleiben: „Unsere Untersuchungen beim PEP-Prozess ergaben eine gute Bausubstanz.“ So sei zum Beispiel die St.-Franziskus-Kirche Riemke nach dem schweren Sturmschaden im Juni 2014 für über eine Million Euro repariert worden. Für die Kirchen Heilig Kreuz (Vöde), St. Joseph (Mitte) und Drei Faltigkeit (Speckschweiz) gelten Sonderregeln: Sie werden jeweils von der kroatischen, der polnischen und der russisch-orthodoxen Gemeinde genutzt.

Pfarrei schafft vier halbe Stellen

Die vom Bistum geforderten Einsparungen erwirtschaftet die Pfarrei durch Neu- und Umbauten sowie Vermietungen. „Anstelle des Pfarrheims an der Castroper Straße, inklusive Freifläche, bauen wir zum Beispiel zehn Sozialwohnungen“, berichtet der Propst. Der Umbau eines ehemaligen Kindergartens an der Barbarakapelle (Hordel) soll U3-Plätze schaffen. Der Sozialdienst katholischer Frauen mietet das leer stehende Grummer Pfarrhaus (An der Kaiseraue).

Die Pfarrei schafft vier halbe Stellen. Sie entstehen für Sozial- sowie Jugendarbeit, für Kirchenmusik und für Ehrenamtskoordination. Ludwig: „Damit wollen wir neue Angebote schaffen, die Zusammenarbeit der Gemeinden in der Pfarrei sowie das Ehrenamt fördern.“

Neue Zentrale der Pfarrei und damit der Dreh- und Angelpunkt der Gemeindearbeit wird die „Alte Propstei“ (Untere Marktstraße). Sie wird derzeit umfassend saniert.

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