Nahverkehr

Probleme mit S-Bahn in Bochum werden noch Monate dauern

Fahrgäste der Linie S1 müssen am Bochumer Hauptbahnhof umsteigen. Laut Bahn muss damit noch monatelang gerechnet werden.

Fahrgäste der Linie S1 müssen am Bochumer Hauptbahnhof umsteigen. Laut Bahn muss damit noch monatelang gerechnet werden.

Foto: Ingo Otto

Bochum.  Die Fahrgäste der S-Bahn-Linie 1 müssen noch monatelang im Bochumer Hauptbahnhof für die Weiterfahrt umsteigen. Das kündigt die Bahn an.

Seit Ende November 2016 fahren die S-Bahnen der Linie S 1, die zwischen Dortmund und Solingen verkehren, nicht mehr durch. Pendler sind gezwungen, für die Weiterfahrt am Bochumer Hauptbahnhof in ein anderes Fahrzeug umzusteigen. Laut Bahn wird dieser Zustand noch länger andauern. „Wir sprechen dabei nicht von Wochen – wir sprechen auch jetzt von Monaten“, sagte der Sprecher der Deutschen Bahn, Dirk Pohlmann, auf Anfrage der WAZ.

Die Umsteigesituation und die verlängerten Fahrzeiten sind ein schwerer Schlag für Fahrgäste dieser Linie, die von morgens früh bis spät in die Nacht die Großstädte Dortmund, Bochum, Essen, Duisburg und Düsseldorf verbinden soll.

Bahnen dürfen nicht mehr durch lange Tunnel fahren

Der Hintergrund der aktuellen Situation: Nach einem Brand in einer S-Bahn am 18. November 2016 dürfen Bahnen der Baureihe ET 422 vorerst nicht mehr durch lange Tunnel fahren, da laut Bahn die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann. „Es gibt Pläne, die darauf hinauslaufen, dass die Fahrzeuge in die Werkstatt müssen“, so Bahn-Sprecher Pohlmann. Noch aber sei nichts beschlossen. „Wir wissen, dass es für die Fahrgäste zur Zeit sehr umständlich und nicht zufriedenstellend ist. Aber ein Datum, zu dem der Verkehr wieder planmäßig läuft, können wir noch nicht nennen“, so Pohlmann.

„Nicht zufrieden“: Das sind die meisten Fahrgäste, die beim Umsteigen in Bochum auf dem Gleis warten. „Meistens dauert die Fahrt jetzt 20 bis 30 Minuten länger“, sagt Student Dominik Horstkamp. Täglich pendelt der 19-jährige Duisburger zur Dortmunder Universität. Mit der S-Bahn, die als einziger Zug direkt an der dortigen Uni hält, klappte das zu Semesterbeginn im Oktober 2016 noch problemlos. Jetzt aber „strandet“ der Student regelmäßig in Bochum.

Böse Überraschung im Zug

Andere Fahrgäste haben zu Beginn der S-Bahn-Problematik Ende November noch versucht, die Wartezeiten am Gleis zu umgehen und aus Dortmund kommend in einen anderen Regionalexpress Richtung Essen umzusteigen. „Das gelingt aber nur selten, wenn ein Zug mal Verspätung hat“, berichtet eine 56-Jährige. „Die Bahn sollte die Ankunfts- und Abfahrtszeiten besser abstimmen. Dann wären die Beschwerden nicht so groß. Von unserem Geld kriegen wir ja schließlich nichts zurück.“

„Da muss sich dringend etwas tun“, pflichtet ihr eine andere Wartende bei. „Ich denke, vielen würde es schon helfen, wenn beim Einsteigen in die Bahn bereits ausgeschildert wäre, dass sie nur bis Bochum fährt und man hier umsteigen muss“, meint eine junge Frau. Manche Fahrgäste würden bislang noch böse in Bochum überrascht.

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