Preisverleihung im Elfenbeinturm

Elektronische Musik kann zur Ekstase auf die Tanzfläche führen oder zu Reisen in unentdeckte Klanglandschaften. Sie kann verstörend und herausfordernd sein wie „Musique concrète“ oder schön und belanglos wie Fahrstuhlmusik. Am Samstag wurde im Zeiss-Planetarium die „Schallwelle“, ein Preis für elektronische Musik, vergeben. Der Verein Schallwende, der den Preis vergibt, ist aber sehr spezialisiert: auf Musik im Stil der 70er Jahre, in der Tradition von Krautrock, französischem Elektro und Berliner Schule.

Elektronische Musik kann zur Ekstase auf die Tanzfläche führen oder zu Reisen in unentdeckte Klanglandschaften. Sie kann verstörend und herausfordernd sein wie „Musique concrète“ oder schön und belanglos wie Fahrstuhlmusik. Am Samstag wurde im Zeiss-Planetarium die „Schallwelle“, ein Preis für elektronische Musik, vergeben. Der Verein Schallwende, der den Preis vergibt, ist aber sehr spezialisiert: auf Musik im Stil der 70er Jahre, in der Tradition von Krautrock, französischem Elektro und Berliner Schule.

Vollkommen zu Recht gelten Kraftwerk, Tangerine Dream (die an dem Abend zu Gast waren) und Jean Michel Jarre zu den Pionieren. Doch 2017 einen Preis fürs beste Album an den Franzosen Jarre zu vergeben, zeigt auch eins: dass man sich seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr mit der Entwicklung elektronischer Musik als Ganzes beschäftigt hat.

Der Preis „Neuentdeckungen“ ging an Tigerforest: Er produziert hervorragende Ambient-Musik, die man aber so oder ähnlich schon vor 15 Jahren hören konnte.

Es ist nicht falsch, den alten Helden zu huldigen. Es gibt genug Leute, die in Clubkellern zappeln und ernsthaft glauben, elektronische Musik sei Techno, House und mehr nicht. Etwas Nachhilfe in jüngerer Musikgeschichte täte gut. Doch was nützt da eine Preisverleihung im Elfenbeinturm?

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