Ausschreibung läuft

Polizei-Reiterstaffel sucht Quartier: Anwohner protestieren

Ein Gelände am Südpark, unweit des Zeppelindamms gelegen, ist als Standort für die Reiterstaffel im Gespräch.

Ein Gelände am Südpark, unweit des Zeppelindamms gelegen, ist als Standort für die Reiterstaffel im Gespräch.

Foto: Gero Helm

Höntrop/Eppendorf.   Die Landesreiterstaffel der NRW-Polizei sucht derzeit einen neuen Standort. Auch Bochum ist im Gespräch. Doch Anwohner befürchten Probleme.

Die Landesreiterstaffel der Polizei zieht möglicherweise in den Wattenscheider Süden um: Ein Hof am Zeppelindamm, neben dem Südpark gelegen, zeigt sich interessiert. Die NRW-Staffel ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Standort – die WAZ hatte mehrfach darüber berichtet.

„Das Vergabeverfahren läuft. Eine Entscheidung, wer den Zuschlag erhält, ist aber noch nicht gefallen“, erklärt eine Sprecherin des Landesinnenministeriums auf Nachfrage der Redaktion. Die Reiterstaffel ist organisatorisch dem Polizeipräsidium Bochum angegliedert. Der Umzug soll 2021 abgeschlossen sein – in Kürze soll eine Entscheidung fallen.

Noch keine Standort-Entscheidung

Die Reiter und Pferde der NRW-Staffel sind derzeit auf zwei Standorte verteilt: Dortmund (für den Bereich Westfalen) und Willich (Bereich Rheinland). Sie sind landesweit vor allem bei Bundesliga-Fußballspielen oder Demonstrationen im Einsatz. Die aktuellen Pläne sehen eine Zusammenführung beider Staffeln in einem neuen Quartier vor. Ställe für rund 30 Polizeipferde, Dienstgebäude für mehr als 40 Beamte, Stellplätze für Fahrzeuge, Auslaufflächen und eine Reithalle müssen bereitgestellt werden.

Die mögliche Ansiedlung der NRW-Reiterstaffeln in der Nähe des Höntroper Südpark als Landschaftsschutzgebiet ist aber schon im Vorfeld nicht unumstritten. „Wir befürchten durch die Größe des Vorhabens erhebliche Eingriffe in die Natur“, erklärt Tobias Dannappel, Anwohner und 2. Vorsitzender des „Stadtwaldvereins Bochum“.

„Es gibt in der Nähe ein Wohngebiet und einen Kindergarten. Wir befürchten Lärmprobleme, wenn die Polizisten mit Fahrzeugen und Pferdewagen ausrücken und spätabends zurückkommen, vor allem am Wochenende. Und das Trainieren der Pferde tagsüber durch Pyrotechnik, Martinshornklänge oder Schüsse – für die Einsätze der Tiere bei Demos oder Fußballspielen – ist mit Krach für die Anwohner und Kita verbunden.“ Deshalb wäre dieser Standort „für die Ansiedlung der NRW-Staffel nicht geeignet“.

Stadtwald-Verein fordert Umbau statt Neubau

Der Verein befürchtet, „dass sich der Reiterhof an der Zollstraße durch Neubauten sehr vergrößern würde. Wir schlagen vor, dass sich der Bauherr zwischen der privaten Reiterschaft bzw. den 20 Pensionspferden und der Polizeistaffel entscheiden soll. Die Hoffläche und die Grünflächen an der privaten Hofeinfahrt als Parkfläche reichen aus, die Hallen könnte man an die Anforderungen der Polizeistaffel anpassen, so dass eine Hoferweiterung nicht nötig wäre“, meint Dannappel. Verwaltung, Polizei und Innenministerium „sollten sich mit uns an einen Tisch setzen und Lösungen erarbeiten“.

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