Pkw-Brände

Polizei: „Bochum ist nicht die Hochburg der Pkw-Brände“

Schon 2012 hat ein Auto an prominenter Stelle gebrannt: auf dem Westring hinter dem Bochumer Landgericht.

Foto: Feuerwehr Bochum

Schon 2012 hat ein Auto an prominenter Stelle gebrannt: auf dem Westring hinter dem Bochumer Landgericht. Foto: Feuerwehr Bochum

Bochum.   Viele Pkw-Brände waren technische Defekte. In Nachbarstädten brennt es im Verhältnis ähnlich oft. Täter von Brandstiftung sind schwer zu kriegen.

Sie sorgen immer wieder für große Aufmerksamkeit, waren in den vergangenen Jahren oft Thema in der WAZ und in sozialen Medien: brennende Autos in Bochum. Viele Fälle stellen sich aber als technische Defekte heraus, die Zahl der tatsächlichen Brandstiftungen ist gering. Auch der Vergleich zu anderen Ruhrgebietsstädten zeigt: In Bochum brennt es nicht außergewöhnlich oft. „Wir sind nicht die Hochburg der Pkw-Brände“, sagt Polizeisprecher Volker Schütte.

Brandstiftung steht oft im Fokus der Öffentlichkeit

„Brandstiftung steht oft im Fokus der Öffentlichkeit, aber das entspricht nicht der Realität“, sagt Birgit Dienstbier, stellvertretende Leiterin des zuständigen Kriminalkommissariats 11. Es gebe keine Hinweise auf einen Serientäter. „Die meisten Fälle sind Einzeltaten. Es gibt keine örtlichen und zeitlichen Zusammenhänge.“ Im Jahr 2016 habe es allerdings einen deutlichen Anstieg der Zahl der brennenden Autos gegeben. Insgesamt 28 Autos standen in Flammen, bei 15 geht die Polizei von Brandstiftung aus. Für zwei Brände im Dezember 2016 konnte das Amtsgericht vergangenes Jahr einen 30-jährigen Bochumer verantwortlich machen; er wurde zu drei Jahren Haft verurteilt.

Die Zahlen für 2017 dürfe die Polizei noch nicht veröffentlichen, sie lägen aber auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2015, in dem elf Autos brannten, drei davon aufgrund eines technischen Defektes. Was den Beamten zu schaffen macht: Die Aufklärungsquote ist sehr niedrig. Täter informieren sich über einfache Anleitungen im Internet, wie ein Auto in Brand zu setzen ist – und sind meist längst weg, wenn das Feuer lichterloh brennt. Denn das dauert in der Regel bis zu 20 Minuten.

Schadenssumme und Betroffenheit sind hoch

„Die Schadenssumme und die Betroffenheit sind hoch, die Chancen zu ermitteln relativ niedrig. Das nervt auch uns“, sagt Birgit Dienstbier. Durch Feuer würden die meisten Spuren vernichtet. „Zeugen achten meistens nicht auf das Umfeld, wenn sie einen Brand bemerken“, so die Kommissarin. Das aber sei wichtig, um Hinweise auf den Täter zu bekommen. Blickt man auf die umliegenden Städte, wird deutlich, dass auch dort ähnlich oft Autos brennen, wenngleich die Zahlen aus Dortmund und Essen auch noch mögliche technische Defekte beinhalten. In Dortmund sind zudem Autobahnteilstücke rund um die Stadt mitinbegriffen.

Peter Meintz, Pressesprecher des ADAC Westfalen, betont: „Es brennen extrem selten Autos, wenn man das in Relation zur Anzahl der Fahrzeuge sieht.“ 186 779 Pkw waren in Bochum gemeldet Ende 2016; gebrannt haben im selben Jahr 28, das sind 0,01 Prozent.

Abgestellte Autos brennen extrem selten

Laut ADAC-Westfalen-Sprecher Peter Meintz brennen Autos „extrem selten“, vor allem parkende. Passieren kann das durch ein Leck im Kraftstoffsystem.

Es seien „eine Menge Zufälle“ nötig, dass ein Kurzschluss einen Brand auslöst. In der Regel passiere das nur bei Autos, „die sehr schlecht gewartet sind“.

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