Ostpark

Politiker kritisieren Reiterhof-Planung in Bochum-Laer

Die Gebäude und Gewächshäuser der früheren Stadtgärtnerei an der Feldmark werden in Kürze abgerissen.

Die Gebäude und Gewächshäuser der früheren Stadtgärtnerei an der Feldmark werden in Kürze abgerissen.

Foto: Wicho Herrmann

Bochum-Altenbochum/-Laer.  Die Planung für das Ostpark-Wohnprojekt schreitet voran. Stadtgärtnerei wird jetzt abgerissen. Kritisiert wird der Bau eines Reiterhofes in Laer.

Die Planungen für Bochums größtes Wohnungsbau-Projekt, den Ostpark in Altenbochum und Laer, schreiten voran. 25 Hektar groß ist das Plangebiet zwischen Immanuel-Kant-Straße und Werner Hellweg. Bis zu 1300 neue Wohnungen sollen auf 13 Hektar Wohnbauland in verschiedenen Gebäudetypen in den Quartieren Feldmark und Havkenscheider Höhe entstehen. Dazwischen gibt es auf 12 Hektar Freifläche ein ausgeklügeltes Entwässerungssystem mit einem kleinem See.

Im Quartier Feldmark geht es bald los

Jenes Entwässerungssystem und die Erschließung des Quartiers Feldmark in Altenbochum stehen als Nächstes an. Damit soll es im ersten Quartal 2020 losgehen. Dafür wird in Kürze an der Feldmark das abgerissen, was von der früheren Stadtgärtnerei noch übrig ist. Viele Bäume sind in den vergangenen Monaten bereits gerodet worden. Auch Bodenuntersuchungen soll es nochmals geben. 2020 soll dann auch schon mit der Vermarktung der an der Feldmark geplanten Mehr- und Einfamilienhäuser sowie Stadtvillen begonnen werden.

Ganz so weit ist die Planung für das Quartier Havkenscheider Höhe noch nicht. Eine Änderung des dort greifenden Bebauungsplanes stößt den Mitgliedern der Bezirksvertretung Ost allerdings bitter auf. Denn mitten in die für den Ostpark so wichtige Luftschneise hat die Stadt den Bau einer weiteren Reitanlage genehmigt.

Grundstückstausch mit Folgen

Dahinter steckt ein Grundstückstausch zwischen Stadt Bochum und Pferdehofbetreiber Trösken. Dieser will seine Fläche an der Wiescherstraße in Hiltrop an den Discounter Lidl verkaufen. Auch die Stadt braucht einen Teil seines Grundstücks für den Hochwasserschutz in Hiltrop. Trösken hat mit der Stadt einen Grundstückstausch vereinbart, um seinen Pferdehof in Laer neu bauen zu können. Eben an der Havkenscheider Straße nahe der Zentraldeponie, wo im Übrigen auch schon ein Reiterhof existiert.

Hof nebenan wurde bereits erweitert

Für diese bereits bestehende Hofanlage wurden in der Bezirksvertretung Ost in jüngerer Vergangenheit bereits Erweiterungsanträge positiv beschieden. Allerdings jeweils mit Bauchschmerzen im Hinblick auf die Auswirkungen auf die Natur. Man habe schon 2015 hart mit sich gerungen, sagt Dirk Meyer, Chef der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung. „Ein Gutachten sprach damals schon von einer grenzwertigen Situation.“

Und nun kommt eben noch ein Gehöft hinzu. „Warum wird einer weiteren Bebauung dort freien Lauf gelassen?“, fragt Detlef Kühlborn, Sprecher der Grünen-Fraktion im Bezirk, empört. Immerhin soll jetzt baurechtlich festgelegt werden, dass auf den Feldern südöstlich der Reitanlagen nach Laer hin eine weitere Bebauung untersagt ist. Die Bezirksvertreter haben allerdings die Sorge, dass jetzt noch Bauanträge oder -voranfragen für das Gebiet bei der Stadtverwaltung eingehen könnten, bevor der Bebauungsplan entsprechend geändert ist.

Änderungsantrag soll Sicherheit bringen

Um diese Möglichkeit zu unterbinden, wurde ein Änderungsantrag auf den Weg gebracht. Mit dem Wortlaut: „Wegen der bereits jetzt klimatisch grenzwertigen Bebauung – Stichwort „Frischluftschneise“ – werden eingehende Bauvoranfragen bzw. Bauanträge nicht positiv beschieden, bis der Bebauungsplan 901 rechtskräftig wird. Hierzu soll der Rat eine Veränderungssperre für diese Gebiet beschließen.“ Die Verwaltung wird zudem aufgefordert, bis spätestens zur übernächsten Sitzung der Bezirksvertretung Ost am 21. November eine Vorlage mit der Zielsetzung einzubringen, dass eine mögliche weitere Bebauung im besagten Bereich untersagt wird.

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