Rosenberg

Politik fordert Hilfe für sozialen Brennpunkt Rosenberg

Zum Gemeinschaftssingen animierte Quartiersmanagerin Ulrike Gerhard (Mitte) die Rosenberger vor der Ladenzeile Haydnstraße; mit dabei: Martina Houben volm Seniorenbüro Nord. Das Management hat in zwei Jahren vieles auf die beine gestellt.

Zum Gemeinschaftssingen animierte Quartiersmanagerin Ulrike Gerhard (Mitte) die Rosenberger vor der Ladenzeile Haydnstraße; mit dabei: Martina Houben volm Seniorenbüro Nord. Das Management hat in zwei Jahren vieles auf die beine gestellt.

Foto: Sabine Hahnefeld

Rosenberg.  Der Bezirk Mitte macht sich für eine Fortführung des Quartiersmanagements im Rosenberg stark. Landesförderung war Ende 2018 ausgelaufen.

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Das Quartiersmanagement Rosenberg ging 2017 an den Start mit der Aufgabe, den Rosenberg lebenswerter zu gestalten und Angebote für die Bürger zu verbessern. Mit kleinem Budget – 269.000 Euro vom Land inklusive zehnprozentigem städtischen Anteil – verteilt auf zwei Jahre, ist es den Akteuren um Ulrike Gerhard gelungen, einiges auf die Beine zu stellen. Ende letzten Jahres lief die Förderung aus, das Quartiersmanagement ist Geschichte.

Quartier braucht eine soziale Begleitung

Das Quartier braucht eine soziale Begleitung, findet die Bezirksvertretung Nord. SPD-Fraktionschef Philipp Welsch meint: „Der Rosenberg hat als Sozialraum für sich betrachtet schlechte Daten. Die Flüchtlingssituation in der Unterkunft Am Nordbad bleibt, das Management, das für die Integration von Flüchtlingen finanziell unterstützt wurde, ist weg. Der Zustand hat sich binnen zweier Jahre verbessert, jetzt droht eine Schieflage.“

SPD fordert Mittel für Fortsetzung des Projekts

Die SPD-Fraktion appelliert an alle Ratsmitglieder, Mittel für eine Fortsetzung des Projekts zu rekrutieren. Bezirksbürgermeister Henry Donner schlägt vor: „Der Rosenberg ist ein sozialer Brennpunkt und bedürftig, deshalb wäre ein ISEK (integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) hilfreich. Defizite bestehen zuhauf: Es gibt keine Infrastruktur, es fehlt Einzelhandel, die Bürger haben keinen öffentlichen Treffpunkt.“ Es habe in der Vergangenheit Probleme mit Osteuropäern gegeben, die im Rosenberg zuhause sind. Den Jugendlichen fehlten Freizeitangebote: „Schlimm, dass die Förderung durch das Land eingestellt wurde.“

Verlässliche Strukturen gestärkt

Die Verwaltung erklärt auf Anfrage der SPD-Bezirksfraktion: „Das Quartiersmanagement Rosenberg hat mit seiner Arbeit verlässliche Strukturen bürgerschaftlichen Engagements initiiert und gestärkt. Die Bedarfslage innerhalb der Wohnbevölkerung des Quartiers verlangt eindeutig nach einer Weiterführung des Quartiersmanagements, dessen personelle Ausstattung jedoch nicht über den Etat des Jugendamtes gesichert und finanziert werden kann.“ Für dieses Jahr könne demnach vermutlich nur ein stark reduziertes Programmangebot im Quartierstreff „Kastanie“ gemacht werden, „das über einen Restbetrag des Verfügungsfonds in Höhe von derzeit circa 25.000 Euro finanziert werden kann“.

Henry Donner für Antrag auf Fortführung

Donner regt an, im Bezirk einen Antrag auf Fortführung des Quartiersmanagement zu stellen. „Ich werde mich mit der Ruhr-Uni in Verbindung setzen.“ Im Rosenberg hatten sich bereits Studierende der Evangelischen Fachhochschule engagiert. Eine Gruppe vom Seminar „Ästhetische Bildung in der Sozialen Arbeit“ beschäftigte sich mit unwirtlichen Orten im Quartier. Sie machten die düstere Unterführung in der Ladenzeile Haydnstraße, ein Problemort, zum „Wohnzimmer“, zum Begegnungsplatz.

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