Kirchen

Pfarrer wird in Bochumer Erlöserkirche feierlich ordiniert

Bei der Ordinations-Zeremonie von Pfarrer Till Weiß (5.v.r.) in der Erlöserkirche in Bochum-Hiltrop.

Bei der Ordinations-Zeremonie von Pfarrer Till Weiß (5.v.r.) in der Erlöserkirche in Bochum-Hiltrop.

Foto: Kerstin Buchwieser / FUNKE Foto Services

Bochum-Hiltrop.  In der Erlöserkirche in Bochum-Hiltrop wird Till Weiß als junger Pfarrer ordiniert. Er will junge Leute für die Kirche gewinnen.

Was mache ich eigentlich beruflich? Diese Frage hat sich Till Weiß gestellt, als er vor ein paar Tagen bei seinem türkischen Friseur war. „Ich bin Pfarrer und habe am Sonntag einen großen Tag, da möchte ich gut aussehen“, hat der 36-Jährige seinem Friseur gesagt. Der fragte wiederum: „Was für ein Fahrer bist du denn genau?“

Die kleine Anekdote ist Teil seiner Predigt und stößt in den Bänken der Hiltroper Erlöserkirche auf Gelächter.

Till Weiß atmet tief durch, er ist sichtbar nervös. Kein Wunder, denn viele Menschen, darunter Familie und Freunde, sind zu seiner feierlichen Ordination – zur feierlichen Einsetzung eines Pfarrers in sein Amt – durch Superintendent Gerald Hagmann gekommen – ein besonderer Tag im beruflichen Werdegang eines Geistlichen, denn damit ist dieser berufen zur öffentlichen Verkündigung des Evangeliums. Nun sind alle Augen auf ihn gerichtet.

Angst spielt in Predigt eine Rolle

„Ich bin für die Menschen da, teile ihre Trauer, schweige oder feiere mit ihnen, helfe Abschied zu nehmen und ermutige sie, ihre Angst zu überwinden“, so Till Weiß. Angst spielt in seiner Predigt eine große Rolle. Nicht nur seine eigenen Ängste, die er vor diesem großen Tag hatte, sondern auch allgemeine Ängste, die es vor Veränderungen in der Gesellschaft gibt.

In seiner Predigt macht er immer wieder einen Schwenk auf die Detektive des Kinderhörspiels „Die drei Fragezeichen“, genauer gesagt auf Peter, den Angsthasen des Trios – denn auch er lässt nicht von seinen Ängsten nicht entmutigen. Es ist eine Predigt mit viel Selbsthumor und einer lockeren Erzählweise, die bei den Besuchern des Gottesdienstes gut ankommt: „Das ist was anderes als früher, da bin ich in der Kirche manchmal fast eingeschlafen“, sagt die 61-jährige Anita Balcerzak. „Hier wollte man wissen, was er als Nächstes erzählt. Diese Generation belebt die Kirche.“

Probedienst im Bochumer Norden absolviert

Till Weiß hat in Bochum Theologie studiert und wird die erste Hälfte seines Probedienstes in der Kirchengemeinde Bochum-Nord eingesetzt, die zweite Hälfte wird er beim evangelischen Jugendpfarramt in der Innenstadt machen. Die Jugendarbeit ist dem 36-Jährigen besonders wichtig.

Jüngere Generationen für die Kirche zu begeistern ist nur eines seiner Ziele. Ein Ansatz dafür ist der „Komma!“-Gottesdienst in der Rotunde, der sich an Menschen ab 20 Jahren richtet. „Die Leute müssen nicht immer in die Kirche kommen, sondern wir kommen auch zu ihnen.“

In der Freizeit DJ und Bier-Brauer

Den Gottesdienst in der Rotunde besuchen auch Interessierte, die sonst nicht in die Kirche gehen. Dieses und weitere Projekte möchte Till Weiß in Zukunft weiter unterstützen. Und wenn er mal nicht arbeitet? „Dann bin ich DJ oder braue Bier.“

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